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Montag, März 29, 2010

nur die liebe zählt


Lieber Friedrich,

Herzlichen Dank für den romantischen Heiratsantrag.
Ehrlich gesagt, war ich etwas überrascht, war es doch erst unser erstes Date.
Als du mir beim Zwischenfall mit dem Kellner die Spaghettisauce über das Kleid leertest, war ich wirklich geschockt.
Und eigentlich konnte ich es nicht verstehen, dass du mir in so einer prekären Situation einen Antrag machtest.
Ich war ziemlich wütend weil mein Kleid ruiniert war und du an nichts anderes dachtest als ans Heiraten.
Aber dann, lieber Friedrich, merkte ich auf einmal – nenn es göttliche Eingebung – dass du ein entscheidungsfreudiger Mann der Tat bist.

Ich will mich für all das, was ich danach sagte, entschuldigen. Trotz der nicht wirklich feinen Ausdrücke, die ich gebrauchte, versichere ich dir hiermit, dass ich eine ausgezeichnete Erziehung genoss.
Ich war selbst überrascht, dass ich mich hinreißen ließ, dich als dummen Affen und alten Knacker zu bezeichnen. Aber du hast wunderbar reagiert und ich habe gemerkt, dass du ein geduldiger und höflicher Mann bist.
Also sei mir bitte nicht mehr böse. Es wird nicht wieder vorkommen. Manchmal geht eben mein Temperament mit mir ein wenig durch.
Lass mich dir erklären, warum ich nach deinem Heiratsantrag aus dem Restaurant lief, mir ein Taxi bestellte und nach Hause fuhr.
Eigentlich gibt es keine Erklärung. Wenn ich nun darüber nachdenke, ist es mir unverständlich, dass ich so reagiert habe!
Und es gibt auch keine Erklärung dafür, dass ich nicht ans Telefon gegangen bist, als du zum dreißigsten Mal angerufen hast.
Ja, ich erhielt heute Morgen deinen Brief und deshalb schreibe ich dir nun auch.
Ich danke dir für deine Ehrlichkeit. Ich merkte schon, dass du etwas älter bist als ich. Obwohl – so alt hätte ich dich nicht geschätzt. Du bist ja um einiges älter als mein Vater. Kompliment! Du hast dich wirklich gut gehalten!
Aber wie sage ich immer? Alter ist relativ und was zählt, ist nur die Liebe.
Ich habe gar nicht gemerkt, dass du ein Glasauge hast und auf dem linken Auge blind bist! Du hast mir aus dem Mantel geholfen und du bist auch ein sehr guter Autofahrer. Beeindruckend, wie natürlich so ein Glasauge aussieht!
Es tut mir leid zu hören, dass du dein rechtes Bein bei einer Regatta verloren hast. Wie du schreibst, hast du keine Probleme mit der Beinprothese.
Toll, wie flott du bei unserem zweiten Date in der Kuba-Bar getanzt hast! Wie ein Jungspund! Du bist in keinster Weise beeinträchtigt durch dein künstliches Bein, bewundernswert!
Kann es sein, Friedrich, dass sich das mit dem Auge ausgleicht? Linkes Auge, rechtes Bein? Entschuldige das kleine Späßchen. Aber ich bin halt eine Frau mit Humor.

Friedrich Liebling, mach dir über deine Erektionsprobleme keine Sorgen. Es gibt heutzutage schon so viele Wundermittel und ich bin sicher, eine Therapie mit gleichzeitiger Medikation wird uns wundervolle Flitterwochen ermöglichen.
Und Sex ist nicht das wichtigste, nicht wahr? Das sagt sogar der Dalai Lama.
Oh, entschuldige Friedrich! So bin ich, siehst du? Ich Dummerl.
Aber du hast es mittlerweile schon gemerkt, nicht wahr, Liebster?
Meine Antwort ist ja. Ja, Friedrich, ich will. Ich will dich heiraten.

Übrigens, vielen lieben Dank für die wunderbaren Fotos, die du mitgeschickt hast. Diese Yacht, traumhaft. Wirklich elegant! Und so groß.
Ja, ich freue mich wahnsinnig, auf die Hochzeitsreise. Und ich freue mich auch, die zwanzigköpfige Besatzung kenne zu lernen. Ich bin immer neugierig auf neue Begegnungen mit interessanten Menschen!

Ich möchte auch erwähnen, dass ich das Schloss reizend finde. Es hat vierzig Zimmer, schreibst du. Da kommt ja einige Arbeit auf mich zu! Das alles sauber zu halten! Scherz beiseite. Ich weiß, es gibt Personal. Aber ich will dir sagen, dass ich mich bemühen werde, eine gute Hausherrin zu sein.

Friedrich,es ist mir eine Freude, mit dir gemeinsam unsere Hochzeitsreise auf die Seychellen zu planen.
Noch etwas ganz Wichtiges, Liebster: Ich will, dass du weißt, dass Geld für mich nichts bedeutet. Ich bin eine Frau, die auf eigenen Beinen steht. Für mich zählt nur die Liebe. Die Liebe zu dir, Friedrich.

Mach dir wegen des Knötchens auf der Nase keine Sorgen. Die Schönheitschirurgen heutzutage sind Meister ihres Handwerks. Und auch wenn es sein sollte, dass du operiert werden musst, heißt das noch gar nichts. Vielleicht setzt du einen Modetrend, wer weiß? So wie die Tattoos.

Friedrich, ich will nun meinen Brief beenden und mit einem guten Buch ins Bett begeben. Ich denke an dich. Ich kann es gar nicht erwarten, deine Stimme zu hören. Ruf mich an, sobald du kannst, mein edler Ritter.

In Liebe deine zukünftige Ehefrau,
Nadine

Sonntag, November 22, 2009

samstagabend


Samstag Abend nach dem Hauptabendfilm. Der Fernseher ist aus. Venus und Mars haben es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht. Das Kaminfeuer knistert, unzählige Teelichter brennen. Seit drei Jahren sind Venus und Mars nun schon ein Paar.

Venus denkt:
Ach, wie romantisch. Mein Liebling, wie schön ist es doch, hier mit dir zu liegen. Weißt du, wie sehr ich dich liebe? Liebst du mich auch so sehr wie ich?
Ich spüre deinen Puls, deine Wärme. Wie deine Augen im Feuerschein leuchten! Du bist mein Ein und Alles.
Ach, wäre ich nur schon deine Frau.
Wann wirst du mich endlich fragen?
Ich bin perfekt für dich, das weißt du hoffentlich. Eine Bessere findest du nicht. Wie ich es liebe, dich anzusehen und dich zu streicheln. Ich fühle mich so geborgen bei dir.
Ich spüre, wie du es genießt, hier mit mir zu kuscheln. Ich höre unsere Herzen im Gleichklang schlagen.
Liebling, gleich lasse ich uns ein Schaumbad ein.
Das liebst du doch, nicht wahr?
Und ich hab Sekt eingekühlt und Erdbeeren gekauft. Wir werden einander einseifen und streicheln. Dann werden wir den kühlen Sekt schlürfen und uns gegenseitig die Erdbeeren füttern.
Du wirst mir über’s Haar streichen und ich werde dir den Rücken massieren. Wir werden einander ganz tief in die Augen schauen.
Du wirst mein Gesicht in deine Hände nehmen, mir sagen, dass du mich liebst und mich fragen, ob ich dich heiraten will. Und ich werde dich küssen und ja sagen.
Und dann werden wir uns die ganze Nacht lieben und am Morgen werden wir im Bett frühstücken und anschließend den ganzen Tag im Bett verbringen.
Und zu Weihnachten heiraten wir dann.
In einer kleinen Kapelle.
Und wir werden mit dem Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft fahren.
Ach wie romantisch!
Neun Monate später kommt unser erstes Kind zur Welt. Ein Mädchen. Es hat deine Augen und meine Haare.
Dann kaufen wir einen kleinen Hund, bauen uns ein kleines Haus oder kaufen uns ein Reihenhaus mit Garten und Sandkiste. Wir werden glücklich sein und unser Kind wachsen und gedeihen sehen. Auch im Alter werden wir füreinander da sein und uns gegenseitig über die Straße geleiten. Ach wie romantisch!

Mars denkt:
Wie lang will sie noch da auf mir liegen? Mein Arm ist eingeschlafen und taub. Außerdem hab ich Hunger.
Warum schaut sie mich ständig an? Das ist dieser Frag-mich-endlich-Blick, den kenn ich schon.
Gleich wird sie mich fragen, ob ich sie liebe. Zum hundertsten Mal.
Wenn sie sich nun aufsetzt, werde ich über ihren Rücken streichen und ihr sagen, dass ich sie liebe.
Vielleicht wird’s dann mit dem Schnackseln heut nacht doch noch was.
Aber vorher muss ich noch zum Kühlschrank.

Donnerstag, August 27, 2009

das kleid


Wir sahen einander an - zack. Schon war es geschehen. Um mich. Mitten ins Herz getroffen - oder sonst wo hin.
Eva und ich waren in die Bar gegangen weil sie den Fünfzigeuroschein wechseln wollte.
Ich brauch Zigaretten, sagte sie. Und hab keine kleinen Scheine.
Wollt ihr ein Glas Wein? fragte er.
Gerne, sagte ich.
Amadea, sagte Eva, wir sind schon spät dran. Schneewittchen wartet.
Ein schnelles Glaserl, Eva, nur eins. Versprochen.
Nein, wir gehen.
Der Automat nahm den Zehneuroschein nicht an.
Gib her, ich geh noch mal rein.
Eva schimpfte hinterher.
Als ich wieder in die kleine Bar kam, war er weg. Sein Bierglas stand noch am Tresen. Halbvoll.
Ist der verheiratet? fragte ich die Kellnerin hinter der Bar.
Nein, sagte sie und grinste.
Ein Einheimischer?
Ja, sagte sie. Gib mir deine Handynummer.
Ich weiß die nicht.
Na, gib sie mir schon.
Ich weiß die wirklich nicht. Ich merk mir keine Zahlen. Ich bin froh, dass ich mir merk, wann ich Geburtstag habe.
Sie reichte mir einen Zettel: Hier, ruf mich an.
Danke, strahlte ich. Und weg war ich.
Eva, ich brauch dein Handy. Sofort.
Eva stand noch vor dem Automaten. Sie war grantig. Amadea, du nervst. Ich brauch jetzt erstmal Zigaretten.
Ich stieg ins Auto und nahm ihr Handy aus ihrer Tasche.
Mit fremden Handys kenne ich mich so gut aus wie mit Zahlen.
Eva, ruf hier an. Ich reichte ihr den Zettel. Und sag der Kellnerin meine Nummer.
Amadea, wir fahren nun. Das machen wir im Stadl.
Sie startete das Auto.
Und dann sah ich ihn. Er kam auf uns zu. Ich kurbelte das Fenster runter.
Und da stand er - braungebrannt, lachend, breitbeinig.
Diese Augen. Mehr sah ich nicht.
Bist du verheiratet, fragte ich?
Nein, sagte er und lachte.
Ich auch nicht, sagte ich. Ich lachte auch.
Ich lachte die ganze Zeit. Alles in mir lachte.
Und dann erzählte er und hörte nicht auf. Und ich saß da und war verzaubert. Unfähig, irgend etwas zu sagen oder zu tun.
Eva sagte irgendwann: Amadea, jetzt aber.
Ich steh im Telefonbuch, sagte er. Unter Mike. Aber gib mir doch deine Nummer.
Eva war nun vollends genervt. Es dauerte, bis sie ihr Handy bereit hatte.
Amadea, sagte ich. Mit einem M und hinten A. Er tippte meine Nummer in sein Handy.
Wo fährt ihr hin?
In den Stadl.
Schade, ich ich kann nicht, morgen reisen sechzig Gäste ab und ich muss früh auf.
Was machst du?
Nicht viel, sagte er. Ich vermiete Appartements.
Musst du morgen putzen?
Nein. Er lachte wieder. Nur winken, wenn sie abfahren, die Gäste.
Das war am Freitag.
Er rief nicht an. Den ganzen nächsten Tag nicht und den übernächsten auch nicht. Und ich war krank, liebeskrank. Ich war unruhig, konnte weder essen noch schlafen. Auch Lesen half nicht. Ich las zwar, wusste aber nicht was.
Bewegung half. Ich ging Rad fahren, auf den Berg und wieder runter und wieder Rad fahren. Und immer waren diese Augen da. Und sein Lachen.
Am Sonntag, nachdem ich von meiner Bergtour gekommen war, schickte ich ihm ein SMS - ob das mit dem Wein noch gelten würde.
Die Antwort kam prompt: Ich habe dir schon geschrieben. Aber die SMS ist wo anders gelandet.
Na klar. Wo anders gelandet. Typisch! Die beste Ausrede überhaupt! Vergiss ihn. Wenn sich der Mann nicht meldet, ist er nicht interessiert. Basta. Abhaken, vergessen.
Am Dienstag um halb fünf rief er an. Einfach so.
Hey, Amadea. Wie wär's mit Brunch am Donnerstag? Die SMS, die ich dir schickte, ist bei meiner Exschwägerin gelandet, die auch Amadea heißt. Sie mailte mir und schrieb, sie sei weder Lehrerin noch je im Stadl gewesen.
All diese Zweifel, all diese negativen Gedanken - weg. Die blauen Augen wieder da. Gleich nach dem Gespräch durchsuchte ich meinen Kleiderkasten. Spahettiträger sind immer gut wenn man braun ist und knielange, weiße Jeans, den trägerlosen BH und die Sandalen. Die mit dem mittelhohen Absatz.
Lo hatte mir folgendes mitgegeben: Wenig reden, Amadea. Zuhören. Langsam essen, ganz langsam - wie in Zeitlupe jeden einzelnen Bissen zum Mund führen. Mit dem Haar spielen, den Kopf zurückwerfen und dein Bein berühren. Und ihn anschauen. Und immer lächeln.
Ich mach das alles, Lo. Alles werd ich machen.
Dreiviertel zwölf nachts. Ich sitz vor dem Computer und studiere Flirttipps.
Da läutet das Handy. Mike. Da ruft er an, wenn man es gar nicht erwartet.
Amadea, ich komm grad von einer Geburtstagsfeier. Wie wär's mit dem Glas Wein, das ich dir versprochen habe? Wir setzen uns auf die Terasse. Ich habe Decken hergerichtet falls dir kalt wird.
Ich duschte und dann fuhr ich.
Wenn eine Frau in der Nacht zu einem Mann nach Hause fährt, dann ist das eine klare Sache. Und es war eine klare Sache. Und nein, Einzelheiten gibt's nun nicht.
Und wir redeten und tranken Wein. Und Momo kam und hüpfte mir um die Beine. Momo, der Jack Russell.
Darf ich mal spazieren gehen mit ihm?
Sooft du willst, sagteMike. Es war toll, dass du mich ansprochen hast.
Gestern morgen waren wir frühstücken. In seinem Stammcafe.
Ich habe meinem Sohn erzählt, dass uns seine ehemalige Lehrerin besuchen wird, sagte Mike.
Und was sagte er?
Er sagte, wenn die Lehrer nun hier einziehen, würde er ausziehen.
Wir lachten.

Es war das Kleid, sagte ich heute zu Lo. Das Kleid, das mir meine Cousine geschenkt hat.
Es war der tiefe Ausschnitt, sagte Lo. Aber es klingt gut, es klingt sehr gut.
Lo, vielleicht habe ich nun sogar den Hund, den ich mir schon jahrelang wünsche.

Doch ich zweifle immer noch. Liebeskrank bin ich nach wie vor. Und essen kann ich nichts außer Äpfel.
Ich Wahnsinnige.
Morgen fahr ich mit meinen Söhnen nach Wien. Nächste Woche nach Venedig. Und wenn ich zurück komme, hab ich zehn Kilo weniger. So liebeskrank wie ich bin.

Mittwoch, Mai 23, 2007

sigh no more, ladies


Ich bin ja DIE Expertin wenn es um Beziehungen geht.
Also hier einige Tipps für euch, liebe Leserinnen.

Es gibt da die Freundin, die dir immer das sagt, was du gerne hören willst. Tief in deinem Herzen weißt du, dass das nicht stimmt, aber weil es so schön klingt, glaubst du es. Es gibt da aber auch die Freundin, die dir genau das sagt, was du nicht hören willst. Tief in deinem Herzen weißt du, dass es stimmt, aber weil es nicht schön klingt, glaubst du es nicht.
Du lernst einen tollen Mann kennen. Du gibst ihm deineTelefonnummer. Du wartest den ganzen nächsten Tag auf seinen Anruf. Er ruft nicht an.
All diese Geschichten, die du erfindest – sein Handy ist kaputt, er hat es verloren, er ruft sicher morgen an – sind Unsinn. Vergiss ihn. Er ist nicht interessiert an dir.

Du lernst wiederum einen tollen Mann kennen. Er erzählt dir, dass er verheiratet oder in einer Beziehung ist. In einer unglücklichen natürlich. Das sagt jeder. Und er ist gerade dabei, sich zu trennen oder sich scheiden zu lassen. Aber seine Frau hat diese unerklärliche Krankheit seit dem Urlaub auf den Seychellen. Sie wird demnächst diese Therapie beginnen. Und dann kann er sich von ihr trennen. Und wenn er sagt, er geht nicht mit dir aus, weil er an Xenophobie leidet oder es bei dir so gemütlich findet, dann sag ihm, dass du unter Klaustrophobie leidest und es nicht länger als zwei Stunden in deiner Wohnung aushältst.

Wenn dich ein Mann in einer Bar anlächelt und dir das Gefühl gibt, er hat nur Augen für dich, dann denke daran, dass er das mit jeder Frau tut, die ihm gefällt. Und wenn er dich „Göttin“, „Muse“ oder „Schnuckiputzi“ nennt, so sei dir bewusst, dass er das auch zu anderen sagt, weil er sich all die Vornamen nicht merken kann.

Wenn du in einer Beziehung bist, dann merke dir folgendes: Ein Mann will niemals der Bösewicht sein.
Das heißt, wenn die Beziehung nicht klappt, dann bist du schuld. Weil du nicht so gut kochst wie seine Mutter oder weil du zu selbstständig bist oder weil du zu gefühlsbetont bist oder weil du zu temperamentvoll bist oder weil du zu viel redest oder weil du zu viel Sex willst oder weil du nie Sex willst oder weil du zu dick bist oder weil du zu wenig Busen hast oder weil du zu oft zum Friseur gehst oder weil du dich gehen lässt oder weil du zu sehr klammerst oder weil du nur an dich denkst oder weil du zu kompliziert bist.

Wenn du dir eine Beziehung wünschst, heißt das nicht, dass du eine haben wirst.

Wenn du dir wünschst, dass die Beziehung, in der du bist, funktioniert, heißt das nicht, dass sich irgendetwas ändert.

Den "richtigen" Mann gibt es nicht !
Es kann nicht alles passen und perfekt sein. Das wäre auch langweilig.
Wenn du einem Mann begegnest, bei dem du dich wohl fühlst, bei dem du die Liebe spürst, bei dem du DU selbst sein kannst, dann bleib bei ihm.
Auch wenn er den Klodeckel nicht hochklappt und nicht merkt, dass du abgenommen hast oder beim Friseur warst.

Buchtipp: Liebe dich selbst und es ist egal, wen du heiratest

Dienstag, März 27, 2007

liebe


Du kennst diesen kleinen Kerl auch, gell?
Diese Heftklammer, die da manchmal erscheint.
Da auf dem Bildschirm rechts unten.
Diese Heftklammer, die da herumblinzelt und dich nervt weil sie dich immer wieder fragt und nicht eher aufhört, bis du antwortest. Und dann gefällt ihr die Antwort nicht und sie fragt dich wieder. Und dann blinzelt sie, mehrmals, wissend oder unwissend, je nachdem.
Bei mir blinzelt sie eher unwissend.
Wer hat eigentlich diese blöde grinsend blinzelnde Heftklammer erfunden? Sicher der Herr Microsoft.
Und ich blinzle auch zurück, aber nicht unwissend, sondern ungeduldig.
Aber das scheint diese Heftklammer nicht zu stören.
Sie grinst, blinzelt und fragt nach wie vor.
Diese Heftklammer ist keine weibliche Heftklammer.
Sie ist ein Mann. Sie ist ein Klammer. Klammeraff wäre ein netter Name für ihn. Aber den gibt es ja schon.
Also nenne ich ihn einfach Klammer. Der Klammer.
Und er gebärdet sich auch wie ein Klammer. Er klammert. Sich fest da unten.
Du setzt dich fröhlich an den Computer und tippst lächelnd und guter Dinge und auf einmal ist er da.
Der Klammer.
Und schon fragt er: „Amadea, mir scheint du willst einen Brief schreiben. Soll ich dir helfen?“ „Nein, du sollst mir nicht helfen. Ich kann das allein. Ich habe schon in der Schule gelernt, wie man einen Brief schreibe. Also schleich dich.“
Aber er hört nicht. Er schleicht sich nicht. Obwohl du ihn weggeklickt hast.
Amadea, das sieht nach Brief aus. Ich bin sicher, du brauchst meine Hilfe.“ Und er grinst und blinzelt der Klammer, der Aff.
„Nein, ich brauche nicht deine Hilfe. Und ich schreibe auch keinen Brief.“
Amadea, du hast Liebe geschrieben. Ich bin sicher, du schreibst einen Brief. Ich helfe dir nun“. Und schon schreibt der Klammer das Datum hin.
In Zahlen!
Wo ich Datum nur in Zahlen gar nicht mag. Zahlen mit Gedankenstrichen dazwischen.
Ich schreibe niemals zwischen Zahlen Gedankenstriche. Ich schreibe nur Gedankenstriche, wenn ich oder der, der das liest, was ich schreibe, kurz denken soll.
Beim Datum gibt es nichts zu denken. Das Datum liest man und aus.
Außerdem gibt es viel mehr zu denken wenn man statt eines Dreiers März schreibt. Weil beim März denk ich an Schneeglöckerl und Märzenbecher, auch ohne Gedankenstricherl.
Beim Dreier denke ich an die Note Befriedigend. Wie langweilig.
Es mag ja auch Leute geben, die beim Dreier an was anderes denken als an Befriedigend.
Ich nicht. Als Lehrerin denkt man an Befriedigend.
Ein Pfarrer würde an die Dreifaltigkeit denken.
Der eine oder andere würde an einen flotten Dreier denken. Vielleicht ja auch der Pfarrer.
Mein Uropa hätte an Zigaretten gedacht, an das Packerl Dreier.
Und ein Lottospieler denkt beim Dreier an seinen letzten Tipp. Wenn er keinen Sechser hatte.
Und der Klammer liest Liebe und denkt an Brief !
Wer denkt beim Wort Liebe an Brief ?!
Der Erfinder des Klammers war sicher ein Beamter. Nur ein Beamter denkt an Brief wenn er das Wort Liebe hört.
Wenn ich Liebe schreibe, dann heißt das nicht, dass ich auch einen Brief schreibe, Herr Klammer. Herrschaftzeit’n!
Und auch wenn ich einen Brief schreibe, dann will ich ihn allein schreiben und so wie ich es mag und nicht wie Herr Klammer das mag.
Außerdem schreibe ich keinen Brief.
Ich schreibe ein Gedicht. Ein Gedicht, das mit Liebe anfängt.
Nicht nur Briefe fangen mit Liebe an, auch Gedichte!
Und man kann auch ein Gedicht über die Liebe schreiben wenn man oben das Datum hinschreibt.
Warum nicht?
Vielleicht will ich im Altersheim wenn ich meine Gedichte lese, wissen, dass ich es am 27. März geschrieben habe?
Jeder kann Gedichte so schreiben, wie er will.
Mit oder ohne Datum.
Ich schreibe jedenfalls nun keinen Brief.
Ich schreibe ein Gedicht.
Ein Gedicht, das mit mit Liebe beginnt und bei dem oben das Datum steht.
Ohne Gedankenstricherl und Dreier, dafür mit März.
Alles klar, Herr Oberlehrerklammeraff?

26. März 2007
Liebe meines Lebens,
ich suchte vergebens,
doch nun bist du da,
hurra.

Freitag, Februar 02, 2007

das gelbe vom ei

Wärst du das Gelbe von meinem Ei
Dieses samtige Gelbe von meinem Frühstücksei
Ich würde dich löffeln
Mit geschlossenen Augen
Ich würde dich schlürfen
Mit Genuss

Wärst du die Erdbeere in meinem Joghurt
Diese fruchtige Erdbeere in meinem Vanillejoghurt
Ich würde dich schmecken
Mit geschlossenen Augen
Ich würde dich verzehren
Mit Genuss

Wärst du der Eiswürfel in meinem Drink
Dieser kalte Eiswürfel in meinem Longdrink
Ich würde dich lutschen
Mit geschlossenen Augen
Ich würde dich zerbeißen
Mit Genuss


Dienstag, Dezember 05, 2006

first cut

Posted by Picasa
Er war siebzehn. Ich war sechzehn. Dünn und hochgeschossen mit großen Augen.
Er lächelte mich an. Er berührte mich manchmal wie zufällig. Diese Art der Aufmerksamkeit war neu für mich. Er verzauberte mich. Ich war durcheinander, wie verloren. Ich starrte ihn an mit ungläubigem Blick. Immer wieder. Heimlich. Er hatte schwarzes, lockiges Haar. Er öffnete mir eine Tür in etwas Unbekanntes, Neues.
Dann war da noch ein Mädchen. Sie war viel schöner als ich. Sie hatte langes, dunkles Haar, sie bewegte sich anmutig, sie war selbstbewusst, sie hatte ein wunderbares Lächeln. Sie machte ihm schöne Augen. Und ich wusste nichts von dieser Art des Spiels. Ich war zu jung dafür, zu unerfahren, zu naiv. Und eines Tages waren sie ein Pärchen.
Als ich die Küche betrete, sieht sie mich an. Sie lächelt und fragt mich. Und ich erzähle ihr.
Und ich sage- Es tut weh da drinnen. In meinem Herzen.
Und ich weine.
Und sie umarmt mich so wie eine Mutter ihr Kind umarmt.
Du bist zu jung für diesen Schmerz.
Was für ein Schmerz?
Der Schmerz der ersten Liebe.

Donnerstag, Jänner 12, 2006

ganz zärtlich



ganz zärtlich
zuerst
ganz sanft
zuerst
ganz leicht
zuerst
dann
fester
schneller
wilder
ungebändigter
wie musik
ganz sanft
zuerst
ganz leise
zuerst
dann
lauter
schneller
wilder
ungebändigter
dann
klingend
dröhnend
vibrierend
tragend
dann
ausklingend
ganz langsam
ganz leicht
ganz sanft
ganz zärtlich