Donnerstag, August 28, 2008

der spiegelflüsterer



Krawuzi, was ist denn nun mit dem Kasten los?
Er ist heiß geworden. Blas drauf.
Hör auf, so ein Blödsinn. Draufblasen. Blasen kannst wo anders.
Sei nicht so ordinär. Nun tu doch was.
Lass mich.
Ihm ist heiß geworden.
Blödsinn, einem Computer wird nicht heiß. Wir müssen warten, er arbeitet.
Er arbeitet nicht, er stöhnt. Tu was.
Ich tu eh. Ich glaub, nun hängt er sich gleich auf.
Klar, hängt sich der auf. Klar, dass der selbstmordgefährdet ist, so wie du ihn behandelst.
Halt endlich deinen Mund, du machst mich ganz narrisch. Wir müssen ihm Zeit lassen. Er arbeitet.
Geh zurück. Nun drück schon. Auf zurück.
Du Schafl, wie soll ich drücken, wenn er arbeitet. Siehst du nicht die Eieruhr?
Mach es wie die Eieruhr, zähl die heit’ren Stunden nur.
Du machst mich wahnsinnig mit deinem Gequatsche. Du nervst!
Was, ich nerv dich? Wo ich dir eh nur helfen will.
Jetzt geht gar nix mehr. Abgestürzt.
Mach den Browser zu.
Das geht nicht.
Klar geht das.
Es geeeeeeeeeht nicht, ich kann die Maus nimmer bewegen.
Klar kannst sie bewegen, ich seh doch, wie du herumfuchtelst.
Mein Gott, halt die Klappe. Ich beweg die Maus, aber es tut sich nichts.
Ich weiß was.
Du weißt ja immer alles.
Ich weiß was. Du musst dein Passwort eingeben.
Unsinn. Ich kann es nicht eingeben. Es geht nicht. Wir warten mal, vielleicht tut sich ja was.
Er ist einfach heiß geworden. Eh logisch, bei den Temperaturen. Mir ist auch heiß. Drück mal auf Enter.
Hab ich schon.
Dann probier was anderes. Drück überall drauf. Schnell hintereinander.
Unsinn, da wird nur die Tastatur kaputt, weg mit deinen Fingern. Du nervst. Geh in die Küche und mach die Tür zu. Du machst mich ganz fertig.
Vorschlag, ich hab einen Vorschlag.
Scheiße, der Brief ist jetzt futsch. Nun muss ich das alles nochmals schreiben. Herrschaftzeiten.
Er denkt nach, merkst du das, wie er denkt? Ruf den Mann an.
Nein, der weiß noch weniger.
Dann ruf ich an. Hallo, ist da der Mann?
Ich hab dir doch gesagt, du sollst ihn nicht anrufen. Warum dreht sich das da oben, der arbeitet noch immer. Dieses Dingsda dreht sich.
Er denkt halt, hab dir das eh schon gesagt.
Es geht nix. Es geht nix!
Der Mann sagt, herunterfahren.
Der Herr Oberg’scheit. Sag ihm, das geht nicht.
Er sagt, Benutzername und Kennwort eingeben.
Das geht alles nicht!
Er sagt, weg vom Computer.
Das sagt er immer. Der Aff.
Lass mich mal.
Nein, auf keinen Fall, du machst ihn noch komplett kaputt.
Lass mich schon. Ich werde nun mit ihm flüstern.
Du Schafl. Das wird was nützen.
Der Computer ist ein sensibles Gerät. Du musst ihn nur richtig behandeln.
Du Schafl, lass das.
Ich werde nun mit ihm flüstern, so wie der Nachbar.
Der Nachbar?
Ja, der Nachbar flüstert mit seinem Spiegel. Ein Spiegelflüsterer ist der. Wenn der mit dem Spiegel flüstern kann, dann kann ich mit dem Computer flüstern. Steh auf und lass mich her. Und schau woanders hin.
Wohin?
Egal, schau aus dem Fenster und lass mich mal machen. HP Schatzi, sei lieb ja, häng dich nicht auf, wir lieben dich, wir sind verloren ohne dich. Oh, du kleiner, lieber HP, du Spatzerl.
Nun dreht sie komplett durch. Und, geht was?
Nein, es geht nichts, Graffl deppertes. Du depperter HP Aff! Ich schlag dich gleich kurz und klein.
Hör auf, schlag nicht auf den Rechner, spinnst du komplett?
Du stures Kastl, dir werd ich's geben.
Lass das, zieh einfach den Stecker raus.
Oh, schau er geht wieder.
Na toll.
Siehst, man muss nur wissen, wie man mit Sturheit umgeht.

Samstag, August 23, 2008

wien ist anders


Ich war ja nun einige Tage in Wien.
Wenn du in Wien unterwegs bist, was siehst du als erstes? Den Stephansdom? Nein. Das Riesenrad? Aber nein.
Hundsbröckerl siehst.
Ich sah sie nicht. Ich stieg hinein. In ein richtig gatschiges, als ich meinen Fuß auf Wiener Boden setzte.
Wien ist anders.
Wien ist bekannt. Für seine Hundsbröckerl.
Hundsbröckerl heißen in Wien Gackerl. Auf Hochdeutsch heißt das Hundescheiße.
Dabei dürfte in Wien eigentlich kein einziges Hundegackerl herumliegen, bei dem Aufwand, der betrieben wird.
Nimm ein Sackerl für mein Gackerl, ist der neueste Slogan, erfunden von der Gacktionsgemeinschaft für Hundekot der Wiener Regierung.
Nimm ein Bürsterl für mein Würsterl war der zweite Vorschlag, aber das mit dem Bürsterl...naja.....wär nicht wirklich hygienisch.
Ja, die Regierung in Wien ist auf den Hund gekommen. Hundsbröckerl sind ein scheißes Thema.
Unzählige Pappendeckelhunderl sind aufgestellt worden, um die Hundebesitzer zu warnen. Vor den Strafen. 36 Euro für ein nicht weggesackerltes Hundegackerl. Gut, gell?
Hat aber nichts gebracht, weil die Wiener und die Touristen die Hundegackerlpappendeckelhunderl mitgenommen haben. Als Souvenir. Oder als Gartenzwergersatz. Statt den Schneekugeln mit dem Steffl drin.
Diese Glaskugeln haben sowieso bald ausgedient. Weil der Steffl soll ja einen zweiten Turm bekommen. Es hat sich ja ein Sponsor gefunden, der unerkannt bleiben will, und der will den Nordturm fertig bauen lassen. Na, und in paar Jahren hat dann der Steffl einen hohen Nordturm. Und du stehst da mit dem einturmigen Steffl in der Schneekugel. Aber das ist so geheim, dass sogar der ORF darüber berichtet hat.
Darum nehmen die Touristen jetzt statt der Schneekugel so ein Pappendeckelhunderl mit.
Hundsbröckerl wird es immer geben in Wien. Für Hundsbröckerl findet sich nicht so schnell ein Sponsor.
Wenn du also in Wien wohnst und einen Hund hast und mit ihm äußerln gehst, dann musst du ein Plastiksackerl mitnehmen. Jedes Mal.
Eine Hundebesitzerin mit Sackerl sah ich. Im Stadtpark. Eine Wienerin mit Plastiksackerlhand.
Ihr Pudel hatte gerade die typische Haltung eingenommen, die darauf schließen ließ, dass es passieren würde. Und so geschah es auch. Er hinterließ ein riesiges, dampfendes Häuferl mitten im Gras. Schon griff die Plastiksackerlhand zum dampfenden Gackerl, packte es, zog es wie einen Handschuh von der Hand, steckte es in ein zweites Plastiksackerl und ließ es in ihrer Handtasche verschwinden. In ihrer Handtasche! Ist das nicht vorbildlich?
So sind die Wiener eben. Die nehmen jeden Scheiß mit nach Hause.

Donnerstag, August 14, 2008

wie eine königin



Ich brauch einen Kaffee nach zwei Stunden Autofahrt und bleibe an einem kleinen Imbissstand stehen.
Einen Verlängerten bitte, sagte ich zur weiblichen Bedienung hinter dem Tresen, deren Gesicht eine Farbe hat wie Vanillepudding. Sie legt missmutig ihre Zigarette weg, fährt sich durch ihr wild aufgestecktes, blondiertes Haar, richtet sich den Busen, der unter dem blauen Kittel wogt.
Zweizwanzig. Der Karpfenmund schnappt zu. Ich gebe ihr zweivierzig. Sie nimmt das Geld, gleich darauf die Zigarette und nimmt einen Zug.
Stimmt schon, sage ich. Keine Antwort, nicht einmal ein Blick.
Das passt so, wiederhole ich. Sie sieht mich kurz an und legt das Geld in die Kassa. Hinter mir ein älterer Mann.
Da drüben, sagt sie kurz.
Was? frage ich.
Da drüben, wiederholt sie, der Automat.
Eigentlich wollte ich lieber…
Die Kaffeemaschine ist da drüben! sagt sie laut und ungehalten. Ich starre sie an. Ich bin grantig. Kaffeeautomatenkaffee. Für zweizwanzig.
Ich gehe zum Automaten, nehme den Plastikbecher, und wähle Kaffee weiß. Graue Brühe tropft in den Becher. Ich nehme einen Schluck. Ungenießbar.
Sie da, Sie Blonde! schreit sie.
Der Mann hinter mir schubst mich.
Wo bin ich hier gelandet?
Das Vanillepuddinggesicht schaut mich böse an.
Was ist? Hab ich was falsch gemacht?
Sie haben Ihren Kaffee nicht bezahlt.
Was? Ich habe Ihnen doch das Geld gegeben. Gerade eben.
Schon ist sie neben mir. Lehnt am Stehtisch.
Sie haben einen Verlängerten bezahlt und haben einen Latte gedrückt.
Ich habe Kaffee weiß gedrückt.
Eben. Kaffee weiß ist Latte.
Und was ist dann in Verlängerter?
Kaffee.
Nur Kaffee? Ich dachte, wenn ich Kaffee drücke, dann kommt er schwarz runter.
Ein schwarzer Kaffee ist Kaffee schwarz, ist doch logisch, oder?
Das wusste ich nicht.
Dann müssen Sie halt fragen. Fragen kostet nichts. Sie schüttelt den Kopf. Leut’ gibt’s, sagt sie vorwurfsvoll und schaut den Mann an, der nun neben mir steht. Er nickt.
Entschuldigung.
Und nun trinken Sie einen Kaffee, den Sie nicht bezahlt haben. Sie verschränkt ihre Arme vor dem Busen.
Ihr Gesicht hat nun die Farbe von Erdbeerpudding. Ihr Busen hebt sich bedenklich. Gut, dass ich Sie erwischt habe.
Hinter mir Gemurmel. Ich drehe mich um. Inzwischen hat sich eine Warteschlange gebildet und alle schauen mich an. Ich fühle mich wie eine Verbrecherin.
Eigentlich würde ich mich gerne wehren und sagen, Du blöde Kuh, lass deinen Frust nicht an mir aus.
Ich bleibe höflich und sage, Sie glauben doch wohl nicht, dass ich das absichtlich gemacht habe?
Was ich glaube, ist wurscht. Was mir alles unterkommt wenn der Tag lang ist. Sie haben ja keine Ahnung. Es steht doch alles deutlich da. Schauen’S doch, sagt sie und fuchtelt mit ihren Händen vor mir herum.
Das ist nicht deutlich, das ist verwirrend, sage ich. Mein Herz klopft. Vor Ärger und Wut.
Es tut tut mir leid.
Das kann jeder sagen.
Beruhige dich. Fang nun nicht an zu streiten.
Okay, sage ich. Wie viel kostet also der Latte?
Zweifünfzig, sagt sie. Ich bekomm noch zehn, ohne Trinkgeld.
Sie lehnt triumphierend am Stehtisch. Dieses Weib. Ich sage nichts mehr. Ich stelle den Becher mit der grauen Brühe auf Tisch, nehme die Geldbörse aus der Handtasche und gebe ihr zehn Cent.
Dieses Mal rufe ich nicht die Polizei, gell? Aber das nächste Mal kommen Sie mir nicht davon, kapiert?
Ich starrte sie an.
Ham’s des kapiert? schreit sie.
Das Erdbeerpuddinggesicht hat nun die Farbe von roter Ribiselmarmelade.
Ich glaub, ich hab das nicht kapiert, gnä’ Frau, sage ich.
Ich dreh mich um und stoße ganz zufällig mit dem Ellbogen den Becher mit der grauen Latte um. Die Brühe ergießt sich auf den Stehtisch und die blaue Kittelschürze.
Entschuldigen Sie vielmals, sage ich lächelnd und gehe.
Wie eine Königin.

Montag, August 11, 2008

der heurige


Was dem Engländer sein Pub und dem Steirer sein Buschenschank, ist dem Niederösterreicher sein Heuriger.
Ausg’steckt is’.
Das bedeutet, dass am Eingang des Hauses ein Buschen hängt, der aussieht wie ein Pompon eines Cheerleaders und irgendwelche bösen Geister vertreiben soll.
Das Gegenteil ist der Fall.
Der Buschen zieht Leute von nah und fern an und so können alle, die dem Alkohol zugetan sind, mit gutem Gewissen so lange trinken, bis Hemmungen und Gleichgewichtsorgane außer Rand und Band sind.
Der Heurige ist ein Wein, der heuer geerntet wurde. Eigentlich. In Wirklichkeit trinkst du beim Heurigen keinen heurigen Wein. Das geht auch nicht. Weil der heurige Wein hängt noch auf den Weinstöcken. Du trinkst irgendeinen Wein. Einen vom Vorjahr oder noch einen älteren. Auch wenn der schon zwanzig Jahre alt ist, macht das nichts. Er heißt in jedem Fall Heuriger.
Egal, wie alt der Wein ist, wenn der Nachbar ausg’steckt hast, musst zu zum Heurigen gehen. Das ist die Pflicht jeden Niederösterreichers.
Ich bin zu Besuch bei meiner Cousine Helene und ihrem Mann Harry, die in Bad Vöslau wohnen.
Und kaum bin ich da, heißt es: Wir freuen dich zu sehen, Amadea. Aber nun richt’ dich zamm, wir gehen zum Heurigen, der Nachbar hat ausg’steckt.
Ich hab’s ja nicht so mit dem Wein. Ich bekomm Sodbrennen, mir wird nach mehr als einem Achterl schlecht.
Heute werden wir einige Weine verkosten, sagt Harry und lächelt.
Schön, sage ich und lasse mir meine Verzweiflung nicht anmerken.
Wir gehen in den Innenhof des Nachbarn.
Tag, sagen alle freundlich. Grüß Gott, sag ich.
Heast, Grüß Gott sagen wir nur zum Buagamasta, sagt Harry.
Ich sag trotzdem Grüß Gott und sonst nichts mehr. Vor Jahren hab ich den Harry beleidigt.
Ich sagte ich damals: Wenn einer jeden Tag Wein trinkt, ist er ein Alkoholiker.
Der Harry trinkt jeden Tag Wein.
Und er sagte: Du hast ja keine Ahnung, Amadea. Wir leben in einer Weingegend und Wein ist gesund.
Mittlerweile weiß ich, dass der Harry kein Alkoholiker ist. Er geht ins Fitnesscenter, ist geistig rege und arbeitet in der Stadtgemeinde.
Also sagte ich dieses Mal zum Harry: Wenn einer schon in der Früh Wein trinkt, ist er Alkoholiker.
Harry trinkt nie in der Früh Wein. Er stimmte mir zu. Gott sei Dank.
Harry und Helene sind meine Lieblingsverwandtschaft und ich will es mir nicht verscherzen mit ihnen.
Wir bestellen fünf Achterl von verschiedenen Weinen. Die Namen hab ich mir nicht gemerkt.
Für mich schmecken alle gleich, will ich fast sagen, aber ich sage nur: Gut. Pfeffrig im Abgang. Ich hab das mal wo gelesen.
Pfeffrig ist da nichts, sagt er. Das ist ein Barriquewein.
Na, da werma morgen aber Kopfweh haben, Helene.
Sodbrennen kombiniert mit Kopfweh. Was Besseres gibt es nicht.
Der Rose schmeckt ein wenig anders, aber die anderen schmecken gleich, sage ich. Harry verdreht die Augen, erwidert aber nichts.
Er reicht die Gläser herum und wir trinken. Ich nur ein kleines Schluckerl und danach fünf große Schluck Wasser.
Mein Gott, Amadea, du trinkst ja nur Wasser, sagt Harry.
Na ja, sage ich und lächle.
Ich trink eh, und nippe am Glas. Ich merke, wie mein Magen rebelliert. Aber ich lasse es mir nicht anmerken und schmatze ein wenig.
Ihr Salzburger, sagt Harry, seid ja nur das Bier gewohnt. Vom Wein habt’s ihr keine Ahnung.
Ich widerspreche nicht und erwähne auch nicht, dass ich die fünf Flaschen Wein, die mir Harry vor zwei Jahren mitgegeben hat, weggeschüttet habe, weil meine Gäste ihn abscheulich fanden und ich auch.
Der geht nit amoi fia an Glühwein, der Essig do, sagte der Bartl, als ich ihm den Wein kredenzte. Woher hast denn den?
Na, vom Harry aus Bad Vöslau, der hat g’sagt, es ist ein guter Wein, süffig und leicht.
Aber das erzähle ich nicht.
Die Stimmung wird immer besser.
Am Nachbartisch zwei Pensionisten. Ich belausche ihr Gespräch.
Na hearst, wie geht’s denn dem Poidl?
Na, dem geht’s eh guat, der redt jo nix.
Is er no mit der Lisl zamm?
Jo, kloar, de zwa vastehn se prächtig, er sogt nix und sie red’t die gonze Zeit. Unlängst hob i sie gfrogt, sog Lisl, wos host denn du fia a Hoarfoarb? Na, braun, sogt sie. Und oben, frog i sie?
Die beiden lachen laut.
Des is mei besta Schmäh, hearst. Hearst, Fredi, heit derfst ned so vül tringa, de Kiwarei passt uns ab.
Mein Gott, an Dialekt habt’s ihr schon, einen wilden, sag ich zu Harry. Kiwarei, was für ein Ausdruck.
Kennst das nicht, Amadea?
Klar kenn ich das, hab ja seinerzeit auch immer Kottan geschaut.
Der Pensionist am Nachbartisch redet weiter.
Hearst, Fredi, woarst gestern im Bod?
Geh spinnst, Toni, glaubst i geh ins Bod ba der Hitzn? Do kriag i jo an Herzkaschperl. Des is a Treib’m do im Bod. De Leit kumman jo za uns va Wien. De hob i eh scho g’fressn, de G’schertn. Do ham mia Insider nix mehr zu melden. Olle Parkplätz san aufg’füllt. Do kummst goar nimma eine in de Gossn. Do sitz i mi liaba in Schanigoartn und trink a Achterl.
Na, recht host, Fredi. I moch des a. Hearst, gestern frogt mi de meinige, ob i ihr des Fruahstuck ans Bett serviern kunnt, Ideen hom die Weiwa. Hearst, hob i g'sogt zu ihr, wonn du a Fruahstuck im Bett wüllst, donn schlof in da Kuchl.
Na, der woar guat, brüllt der Fredi und beide heben ihr Glas.
An unserem Tisch heben auch alle ihr Glas. Ich heb mein Wasserglas.
Prost, Amadea, sagt Harry, heut saufst aber ganz schön viel.

Samstag, August 02, 2008

das telefongespräch


Ja, grüß dich, Felixi. Wie geht’s dir denn?
Gut? Na, das freut mich aber. Ich sitz da am See und…....Ein Baumhausi habt’s ihr gebaut? Supi.
Mit dem Opi? Toll.
Wie sieht es aus? Ein Klo habt’s auch?
Mit dem Opi bist zum Obi gangen? Supi! Da habt’s ihr an Hammer gekauft?
Supi, Felixi!
Na, ich sitz grad am See. Weißt, und da fahrt grad ein großes Segelboot vorbei. Ja, so eins, wie wir einmal g’sehn ham, weißt eh, bei der Urli wie wir da am beim Hafen waren.
Das Klo vom Baumhausi ist ist nur für Männer? Und wo geht die Mami dann lulu? Die geht nicht? Na, das ist gscheit.
Ja, hab ich dir eh versprochen, dass wir mal mit so einem großen Segelboot fahren, am Neusiedlersee.
Na, morgen nicht, morgen muss der Papi arbeiten und das Wetter wird auch schiach. Na, und was habts ihr g’essen heut?
Gegrillt habt’s ihr? Supi, Felixi. Ich hab auch grad ein Schnitzi gessen. Ja, das war supi. Mit einem Erdäpfelsalat dazu, fein, gell, Felixi?
Ja, Felixi, bald fahren wir mit dem Segelboot, ja bald. Wenn der Papi mal Zeit hat. Der Papi hat nicht so viel Zeit wie die Mami, der Papi muss ja auch arbeiten. Ja, die Mami arbeitet auch, ja, Felixi. Aber der Papi arbeitet a bissi mehr.
Na, geh, der Opi hat auch lulu g’macht vom Baumhausi runter? Und die Mami hat g’schimpft, na so was. Warum hat sie denn g’schimpft?
Aber nein, das tut dem Salat nix, das bissi lulu. Sag ihr das.
Ja, Felixi, wir fahren mit dem Segelboot, bald, ja. Noch bevor die Schule beginnt. Na, eine Runde um den See fahren wir halt. Okay, dann fahren wir halt zwei.
Nein, Felixi, ich kann das Baumhausi heut nicht anschauen. Aber wir bauen auch eins, wennst wieder da bist. Ja, auch eins mit Klo. Nur für uns zwei, Felixi.
Ja, am Segelboot gibt es auch ein Klo. Da kann die Mami auch drauf gehen, das ist ein Klo für uns und für die Mami. Aber die Mami will ja nicht auf’s Segelboot, der wird schlecht, weißt eh, Felixi.

Mir wird auch schlecht. Ich steh auf und geh.