Samstag, März 21, 2009

mein gott !



In der Bibel steht, dass Gott schon immer da war.
Ich frage mich, wo er vor dem Immer war.
Was hat er zuvor gemacht? Wo ist er hergekommen?
Fragen über Fragen. Plötzlich war er da, einfach so da aus dem Nichts.
Eines Tages wurde dem Gott langweilig. Es war ja nur er da und sonst nichts und niemand.
Und er setzte sich hin auf das Nichts und ins Nirgendwo und dachte nach.
Auf einmal hatte er DIE Idee: Ich mache eine Welt, ich mache eine Erde.
Eine Superidee, eine göttliche war das.
Gott fing mit dem Gebirge an. Simsalabim, ein Berg. Simsalabim, noch ein Berg. Und so weiter. Schön braun und grau.
Das ist noch etwas langweilig, dachte Gott. Simsalabim, das Firmament. Simsalabim, die Wolken. Schön blau und weiß.
Es fehlt noch was, dachte Gott, es fehlt ein Farbtupfer, ich brauch noch was Kräftiges. Simsalabim, die Sonne.
Noch immer etwas fad, murmelte Gott. Ich brauch was Grünes. Simsalabim, der Wald. Simsalabim, der Garten. Simsalabim, Bäume.
Mittlerweile waren fünf Tage vergangen. Es war Freitag und Gott war müde. Er freute sich auf den Sonntag.
Er legte sich auf eine Wolke und betrachtete sein Werk. Alles perfekt. Nur der Garten nicht. Das Gras war viel zu hoch, das Unkraut wucherte. Und Gott hasste Gartenarbeit. Gott grübelte. Es fehlt noch was, irgendwas fehlt noch.
Als er am Samstag erwachte, wusste er es. Ich brauche einen Gärtner! rief er aus. Gesagt, getan. Simsalabim, schon war der Adam da. Aus dem Nichts.
Niemand hat ihn gefragt, ob er das eigentlich will. Er war da und musste loslegen. Mit der Gartenarbeit.
Ein komischer Kauz war er schon, der Adam. Der hat sich nicht einmal gefragt: Woher komme ich eigentlich? Warum bin ich eigentlich hier?
Ich mein, der war ja schon erwachsen, als er erschaffen wurde.
Der Adam ging nur im Garten herum, jätete, mähte das Gras und schnitt die Bäume zurecht. Und er war glücklich. Er war unbeschwert und mit sich und dem Garten zufrieden. Alles passte.
Und Gott beobachtete den Adam und dachte: Mein Ich, ist der Adam glücklich! Das muss sich ändern. Das muss ich ändern.
In der Nacht, als Adam tief schlief, stieg Gott von der Wolke hinunter in den Garten, ganz heimlich, ging zum Adam und nahm ihm still und leise eine Rippe heraus. Er nahm die Rippe heraus, ohne den Adam zu fragen. Das war schon ganz schön unverschämt.
Aus der Rippe machte Gott die Eva.
Als Adam in der Früh aufwachte, sah er jemanden neben sich liegen.
Wenn uns das passiert, dass wir in der Früh erwachen und neben uns jemanden liegen sehen, und wir nicht wissen, woher die Person kommt, fangen wir an, nachzudenken. Und wir denken nach und kommen drauf, dass wir die Nacht zuvor besoffen waren und nicht mehr wussten, was wir taten. Und wir nehmen uns vor, nie mehr so viel zu trinken. Wir schämen uns weil wir uns nicht erinnern, was wir so alles mit dieser Person gemacht haben.
Nicht so der Adam. Für den war das gar nicht überraschend, dass da auf einmal die Eva neben ihm liegt. Er stellte sich keine Fragen wie: Woher ist die? Wie kam die hier her? Wer ist das überhaupt? Und warum hat die Höcker auf der Brust und da, da unten, da fehlt ihr auch was. Da hat sie ein Loch.
Nein, Adam hat sich keine Fragen gestellt. Adam hat das alles akzeptiert. Er stand auf und ging in den Garten. So wie jeden Tag.
Nach einigen Tagen kam Gott vorbei. Er ging zu Eva.
Er sagte: Eva, hör zu. Du bist hier in einem wunderbaren Garten. Du kannst hier alles tun, was dir gefällt, du kannst herumspazieren, dich ins Gras legen, Blumen pflücken. Du darfst sogar auf einen Baum klettern. Du darfst alle Früchte und Beeren essen, die du willst. Aber Eva, eines darfst du nicht.
Und Gott zeigt auf einen Apfelbaum in der Ecke.
Von diesem Baum darfst du nichts essen. Keinen einzigen Apfel! Nicht mal ein kleines Stück. Verstanden?
Eva nickte. Klar, doch, Gott, sagte sie. Niemals werde ich. Niemals!
Das war Gottes beste Idee, die er je gehabt hatte.
Wenn mir jemand sagt, dass ich alles essen darf außer Cremeschnitten, na, worauf hab ich einen Gusto? Auf so eine Idee kann nur ein Gott kommen. Eine Göttin hätte sowas niemals gemacht.
Kaum war Gott weg, ging Eva zum Baum, schnappte sich einen Apfel, versteckte sich hinter dem Feigenbaum und aß den Apfel. Schnell und heimlich. So wie Ehemänner und Ehefrauen ihre Partner betrügen.
Eben, Gott, das hast du nun davon. Wir wollen immer das Verbotene tun, immer! Merk dir das.
Kaum hatte Eva den letzten Bissen des Apfels geschluckt, war es da. Das Gefühl. Das Gefühl der Scham. Eva schämte sich. Und wie sie sich schämte.
Nein, sie schämte sich nicht wegen ihrer verbotenen Handlung, nein. Sie schämte sich für den kleinen Teil ihres Körpers, den man eh nicht sieht.
Komisch schon. Warum schämte sich Eva nicht ihrer Nase oder ihrer Ohren? Sie schämte sich wegen eines kleinen, verborgenen Körperteils!
Ach Everl, dumm ist das schon a bissl, entschuldige.
Und weißt du was? Genau deshalb schämen wir Frauen uns heutzutage auch noch immer und kaufen Höschen um es zu verstecken.
Nehmen wir an, Eva hätte sich ihrer Ohren geschämt. Dann hätten wir Frauen ständig Ohrenschützer auf. Sogar im Sommer. Wir würden splitterfasernackt mit Ohrenschützern herum spazieren.
Und wenn die Ohrenschützer a bissl verrutschten, würden die Männer ausflippen. Wir würden erröten und sie verlegen zurecht rücken.
Statt Bauchtanzkursen würde es Ohrwackelkurse geben.
Die Unterwäschegeschäfte würden Ohrenschützergeschäfte oder Earboutiques heißen. Schmuckgeschäfte würden Ohrringe und –stecker als Intim-Piercings verkaufen.
In Stripteasebars würden sich die Girls langsam ihrer Ohrenschützer entledigen und sexy mit den Ohrläppchen wackeln.
Die Männer würden mit Joe Cocker “Baby, take off your earmuffs“ singen, ekstatisch "Ich hab ein Ohr gesehen" brüllen und einen Ohrgasmus bekommen.
Mein Gott !!!

Kommentare:

T.M. hat gesagt…

Die nuhrsche Frage, was hat Gott vorher gemacht? - Vorher war das Nichts. Man muß es richtig begreifen, das Nichts. Das Nichts bedeutet auch keine Zeit, d.h. kein Vorher, kein etwas anderes. Unser Denken kann mit dem nichts nicht viel anfangen, es geht unserer Logik zuwider. Eine konsequente Frage ist beispielsweise, ob Gott ohne Welt denkbar ist oder ob er folgerichtig mit dieser auch sich selbst erschuf.

april hat gesagt…

Toll geschrieben; ich hab mächtig gelacht.

amadea's world hat gesagt…

Hm. T.M. So many questions, so few answers.

danke, april.