Freitag, März 31, 2006

schmutzwäsche

BHs wachsen bekanntlich nicht auf Bäumen.
Oder doch?
Als ich letzte Woche in Salzburg Richtung Nonntal ging, sah ich auf einem Baum in dem kleinen Park nahe des Justizgebäudes einen BH auf einem Baum hängen.
Wie kommt ein BH auf einen Baum?
Ich ging näher hin, um ihn zu betrachten. Er hing ziemlich weit oben, jedenfalls konnte man ihn nicht erreichen, ohne auf den Baum zu klettern. Was ich nicht tat.
Der BH war einer jener Sorte der wattierten und mit kleinen Pölsterchen ausgestatteten Push-up-BHs, die aus jedem kleinen 75A-Cup Busen einen ansehnlichen Busen mit wunderbarem Dekoltee zaubern. Traurigerweise hatte der BH die Farbe schmutzigweiß, und zwar dieses Schmutzigweiß, das entsteht, wenn aus Versehen eine schwarze Socke in die Weißwäsche gerät.
Wie kommt ein BH auf einen Baum?
Mein erster Gedanke war, dass der BH in einem Anflug flammender Begierde zweier Liebender während ihres Sexspielchens dort hingelangt sei.
Ich kann mir zwar vorstellen, dass im Moment des Begehrens ein BH in Windeseile entledigt oder der Trägerin vom Leib gerissen wird, ohne Nachzudenken beiseite fliegt, oder auf die Erde, auch in den Dreck oder Matsch, aber es übersteigt meine Fantasie dass er mit solcher Kraft weggeschleudert wird, um so hoch oben auf einem Baum zu landen.
Außerdem ist ein Push-up-BH ja kein leichtes, duftiges Etwas, das gleich einer Feder emporschwebt und im Wipfel eines Baumes sich verfängt, sondern ein BH, der zu den eher gewichtigen und schweren Exemplaren seiner Sorte gehört. Ein Push-up-BH, noch dazu ein wattierter und gepolsterter wie dieser, fällt zu Boden. In jedem Fall.
Obwohl ich noch lange Zeit nachdachte, ich kam zu keinem Ergebnis. Mir fiel keine passende Geschichte ein.
Wenn ich das nächste Mal an jenem Baum vorbeikomme, werde ich einen Passanten nach seiner Meinung fragen. Falls der BH noch hängt. Vielleicht hat er eine Idee. Bis dahin bleibt die ganze Sache ein Mysterium.
Vielleicht hat die Sache ja mit „Schmutzwäsche in der Öffentlichkeit waschen“ zu tun.
Ich werde darüber nachdenken.
Oder hat jemand eine Idee?

Kommentare:

claus hat gesagt…

muss er von unten nach oben geflogen sein? kann er nicht auch von oben gekommen sein?

amadea's world hat gesagt…

aja - aber, lieber claus, darf man denn in einem flieger oder paraglider über das justizgebäude fliegen?
oder vielleicht hat ja ein insasse (san im justizgebäude zellen?) den BH rausgeschmissen, um seine vorliebe für weibliche unterwäsche zu vertuschen?

Brigitte hat gesagt…

Von moderner Kunst sehr geplagte Festspielstadtmenschen sind bestimmt der Ansicht, dass der schmutzigweiße auf dem Baum hängende BH ein Kunstwerk darstellen sollte. Wir werden ja sehen, wie bald sich der Pornojäger Humer wieder in der Stadt einstellt, um diesem entsetzlichen Treiben ein Ende zu setzen.
Aber vielleicht handelt es sich ohnehin um Brauchtum. Wenn verflossene Liebhaber im Falle einer Verehelichung der ehemals Angebeteten in Ermangelung von Sägespänen oder Stroh als Zeichen der endgültigen Abkehr ihre Wäsche derart zur Schau stellen.
Oder wie wäre es mit einem verfrühten Osterhasenversteck? Nein, das ist eine schlechte Variante, müsste in diesem Fall das Wäschestück doch in einem tadellosen Zustand dort auf dem Baum hängen, wahrscheinlich verpackt in ein großes Geschenksosterei.

Die Idee, die Passanten einzubinden, finde ich super. Du könntest an Ort und Stelle auch kleine Sketches inszenieren.

Ich komme in wenigen Tagen in die Stadt und werde auf alle Fälle Ausschau halten, ob ich besagten BH entdecke.

Anonym hat gesagt…

auf dem baum vor meinem büro-fenster (hinterhof) hängt ein schwarzer socken. ich gehe davon aus, dass er dort auf die gleiche weise hingekommen ist wie das handy (in einzelteilen) auf das dach des geräteschuppens gegenüber: der sohn der im obersten stockwerk wohnenden wirft alles, was nicht niet- und nagelfest ist, aus dem fenster. es sind schon mal styropor-teile in meinem büro gelandet, durchs offene fenster hereingeflogen. kann also schon sein, dass den bh wer runter geworfen hat.