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Mittwoch, September 29, 2010

von engelfans, bierdeckelsammlern und kratzbildliebhabern


Im malerischen Mittelfranken bricht ein neuer Tag an.

Während Bierdeckelsammler Bruno sich aus seinem Einzelbett quält, sorgt Serbin Sila vor dem Badezimmerspiegel für strahlende Augen.
In der Küche bereitet der 41jährige Teetrinker eigens für seine Auserwählte Kaffee zu.
Die gelernte Frisöse packt die Gelegenheit beim Schopfe. Sie möchte endlich mal mit ihrem Junggesellen allein sein.



Zur selben Zeit ist im schönen oberbergischen Land Frühstückszeit.

Mutter Maria deckt zusammen mit Sonnenschein Susi und Schlagerliebhaberin Anita den Tisch. Jetzt fehlt nur noch der Herr der Schöpfung.

Schon erscheint er.
Na, ihr drei Sternschnuppen, wie geht’s euch? Habte gut geschlafen?
Sehr gut.
Prima.

Hilmars herzliche Begrüßung zaubert ein Lächeln in die Gesichter seiner Auserwählten.
Soll ich voll machen? Sonnenschein Susi gießt Hilmar Fanta in die Tasse.
Darf ich schon am frühen Morgen schon mit euch anstoßen, auch wenn ich nur ein Kaltgetränk in der Hand habe? fragt Hilmar lächelnd.

Nach dem Frühstück sagt Schlagerliebhaberin Anita:
So, lieber Hilmar, ich weiß ja, dass du großer Hawaad-Carpendale-Fan bist und da hab ich einfach mal gedacht, Llieder zu schreiben. Was ich so gefühlt habe. Dann leb, leg ich einfach mal los: Hello, agän, ich sag einfach, es ist wunderschön, ich freu mich jeden Morgen dich wiederzusehn, und ich hoffe, es wird wieder ein schöner Tag. Bilder deines Lebens zu sehn, bei dir, bei mir..ahem..naja…falsch …Schnell wischt sich Anita eine Träne aus dem Auge. Nochma?
Hilmar seufzt: Jaaa
Ja, deines Lebens zu sehn. Die bei mir Spuren in meinen Herzen, sund, sind…niederlegen, denn du bist kein Typ für eine Nacht..aber hollerprzentig ein Mann für jede Seite eins gemacht..vielleicht versuchst du‘s ja mal mit mir. Denn es geht ja auch um mehr. Und zwar um langsam Aufbau von te amo. Helloo agääään.

Mit ihrem selbstgereimten Lied hat Anita mitten ins Herz des Howard-Carpendale-Fans Hilmar getroffen.
Das macht ihm die Wahl zwischen den beiden Frauen nicht leichter.
Er braucht die Unterstützung seiner Eltern.
Gemeinsam mit Conny und Fritz will der Schlagerstar seine Entscheidung in Sache Liebe treffen.



Zur selben Zeit geht der ehrliche Engel Edmund nun schon zehn Jahre allein durchs Leben.
Der Berater für Edelmetalle wünscht sich eine passende Frau, die seine Leidenschaften teilt.
Edmunds Leidenschaft sind die Engel, aber das reicht ihm nicht. Was ihm an seiner Seite fehlt, ist sein persönlicher Liebesengel.

Der häusliche Engel Edmund teilt sich mit seiner Mutter eine Vierzimmerwohnung. Auch Sigurd, die hellsichtige Mutter, hofft auf einen Liebesstern, der ihrem Sohn hold ist.

Auf Edmunds Aufruf hin haben dem 36 jährigen zahlreiche Frauen geschrieben.
Mutter und Sohn teilen die gleichen Vorlieben. Besonders Engelsfiguren aller Art haben es den beiden angetan.
Gespannt öffnet der ehrliche Engel seine ganz private Liebespost. Die interessierten Frauen haben viel Herz in ihre Briefe gesteckt.
Schau mal, Mutter, sagt Edmund. Da ist ein Brief von Marianne. da steht was mit pendeln, sie pendelt. Das ist auch nicht schlecht. Kann man ja mal zusammen pendeln. Ich werde mal die geistige Welt fragen, ob ich Marianne einladen soll.
Edmund pendelt mal. Das Pendel sagt ja.



Zur selben Zeit will im idyllischen Brandenburg der schüchterne Kratzbildfan Kurt die sympathische Sächsin Susanne mit indischer Tiefkühlkost verwöhnen.
Voller Hingabe bereitet er das erste exotische Gericht seines Lebens zu.

Kurt hat noch nie indisch gekocht: Und wollts mal auspp robieren. Deshlab hab ich och ein Fettch…ein Fettichjericht os der Tüte..genomm und ick ffe dass es och schmeckm wiad.

Aus Liebe zu ihrem Enkel traut sich auch Oma Anneliese an das fremdländische Essen.
Hobbykoch Kurt hofft, dass seiner Auserwählten das aufgetaute Essen mundet.



Zur selben Zeit stehen im oberbergischen Land der Howard-Carpendale-Fan Hilmar und seine Eltern vor einer schwierigen Entscheidung.

Hilmar geht es gar nicht gut im Moment.
Dem lustigen Schlagerfan ist heute gar nicht nach Lachen zumute.
Er möchte schweren Herzens eine Frau nach Hause schicken.
Sowohl Callcenteragentin Susi als auch Altenpflegerin Anita würden aber gern bei ihrem Hilmar bleiben.

Liebe Eltern, sagt Hilmar, jetzt brauch ich auch mal euren Radschlach, ja? Was haltet ihr denn so von den beiden Frauen?

Ich hab die Susi so sehr in mein Herz geschlossen, dass ich sie für mich, mein Herz, ich mich für sie entscheiden würde
, sagt Mutter Conny. Und Papa Fritz kann sich praktisch nur Conny anschließen.

Der Howard-Carpendale-Fan ist so verliebt, dass sein Herz hin und her springt.
Der Versicherungssachbearbeiter und seine lieben Eltern sind sich einig.
Alle drei erwärmen sich für Sonnenschein Susi.

Tief enttäuschtt packt Ruhrpottlerin Anita ihre Koffer.
So herzlich wie Anita aufgenommen wurde, so wird sie auch verabschiedet.
Sie hat alles versucht, um Hilmars Liebe zu gewinnen.
Doch vergebens, die 33jährige bleibt weiter allein.



Zur selben Zeit bereitet in Sachsen-Anhalt Hobbypendler und Engelfan Edmund alles für die Ankunft seiner zwei Engel vor.

Auch bei der Dekoration der Betten überlässt der Spezialist für Edelmetalle nichts dem Zufall.
Er hat tolle Bettwäsche und Engel draufgelegt.
Aber die hellsichtige Mama Sigurd erinnert ihn daran, die Engel aufzuladen.
Die Engel sind nun aufgeladen und Edmund ist sehr aufgeregt, die Frauen kennenzulernen: Weil ich ja die Gabe habe, fühle ich, dass es schön werden wird.
Mutter Sigurd ist gespannt wie ein Flitzebogen.

Am Abend, als Engel Edmund zwischen den beiden Frauen sitzt, heizt der Kaffee, aber auch die positive Energie der beiden Frauen, dem sympathischen Engelfan mächtig ein.
Also rezitiert er ein Gedicht: Heute möchte ich dein Engel sein. Ich bin bei dir, was immer du tust und blase weg die Sorgen.


Zur selben Zeit möchte im sonnigen Sachsen der schüchterne Stefan seiner Sonja schicke Schuhe schenken.



Erfahren Sie nächste Woche, wie bei einer romantischen Tretbootfahrt der Bierdeckelsammler Bruno Serbin Sila seine Liebe gesteht und wie der Howard-Carpendale-Fan Hilmar die Sportlichkeit seiner Herzdame Sonnenschein Susi beim Powerwalken testet. Der romantische Kratzbildliebhaber Kurt gesteht der sympathischen Sächsin Susanne bei Buletten und Brot seine Gefühle. Ob diese jedoch erwidert werden, sehen Sie nächste Woche in "Schwiegertochter gesucht".

Sonntag, September 12, 2010

ich bin ein glückskeks


Unlängst bekam ich diese Mail:

Bitte lies diese Mail bis unten durch!
Bis oben werd ich sie lesen, Depp.

Jetzt wurde das Glück an dich versandt.
Wenn es nur nicht versandet, irgendwo.

Du wirst Glück haben, innerhalb der nächsten vier Tage, nachdem du Diese Mail erhalten hast.
Ich hatte dreimal Glück. Das erste Mal, dass ich letzte Nacht um vier Uhr früh von keinem Polizisten aufgehalten wurde. Dann, als ich gerade noch die Toilette erreichen konnte und mein Bett nicht ankotzte. Und heute früh fand ich nach langem Suchen doch noch eine Kopfwehtablette.

Um dein Glück zu erhalten solltest du die Mail allerdings weitersenden.
Ja, ich werde sie an alle Freunde, Verwandte, Hunde- und Katzenhalter, Kollegen und Innen schicken.

Das ist kein Witz und auch keine kommerzielle Kettenmail.
Witzig ist das wirklich nicht.

Du wirst Glück erhalten!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! (per Post!?).
Man beachte die vielen Rufzeichen und die Klammer. Klar, aber erst morgen. Heute ist Sonntag, no Postman.

Sende Kopien an Menschen, von denen Du meinst, dass sie Glück brauchen können.
Okay, ich schick dem Kachelmann eine Kopie.

Sende kein Geld, denn das menschliche Los hat keinen Preis!!!
Was für ein Geld? Hab ich im Lotto gewonnen?

Behalte diese Mail nicht in deinem Besitz.
Ist schon im Papierkorb. Deutsch ist wohl nicht deine Stärke, was?

Du solltest sie innerhalb von 96 Stunden nach Erhalt weitersenden.
Nerv mich nicht, hab noch zehn Minuten.

Innerhalb weniger (4) Tage gibt es mit Sicherheit eine Überraschung.
Gerade bekam ich meine Periode.

Sogar, wenn du nicht abergläubisch bist.
Hey, ich bin gläubisch!

Achte bitte auf Folgendes:
Björn Besser lernte am 15.04.1999 seine beste Freundin auf der ganzen Welt kennen. Er ist sehr glücklich darüber.
So eine Geschichte kenn ich auch. Von Max Schlächter.

Constantin Diex erhielt diese Mail 1993. Er bat seine Sekretärin zehn Kopien zu versenden. Einige Tage später gewann er im Lotto.
Ich hoffe, er hat die Sekretärin geheiratet!

Ein anderer erhielt diese Mail und vergaß sie innerhalb von 96 Stunden zu verschicken er verlor seinen Job.
So ein Wurschtl aber auch.

Nachdem er diese Mail wieder gefunden hatte, kopierte er sie zehnmal und verschickte sie. Er erhielt nach einigen Tagen eine bessere Arbeitsstelle.
Drum sag ich immer, Papierkorb nicht entleeren.

Ein Offizier erhielt 47 Millionen Pfund.
Wie viel ist das in Euro?

Jou Ekat kam zu 40 Millionen Pfund, verlor dieses Geld jedoch trotzdem, weil er diese Mail nicht weitergegeben hatte.
Ein Eklat!

1987 bekam eine junge Frau aus Kalifornien diese Mail, die mittlerweile undeutlich und fast unleserlich geworden war.
Ich brauch auch eine neue Druckerpatrone.

Sie versprach, diese Mail neu zu schreiben und weiterzusenden. Sie hat sie jedoch liegen gelassen und wollte es später machen. Daraufhin wurde sie mit diversen Problemen konfrontiert.
Die meisten Menschen werden mehr Zeit und Kraft daran, um Probleme herumzureden, anstatt sie anzupacken.“ sagte schon Henry Ford.

Unter anderem mit teuren Reparaturen an ihrem Auto.
Bin ich froh, dass ich ein neues Auto hab.

PS: Dies ist keine Mail mit Geldumlauf. Es ist lediglich ein Angebot positiver Energie und diese mit der daran gebundenen Glückform zu verbinden.
Brauch eh eine Glückform. Hab nur eine Guglhupfform.

Auch bei dieser Verbindung durch Gedankenkraft kann ein Effekt entstehen.
Der Dopplereffekt?

Sollte Dir so viel Glück widerfahren, dass Du es alleine nicht aushältst, teile es mit anderen Menschen.
Also, dagegen verwehre ich mich. Ich will niemanden aushalten.

Viel Glück!!!
Donggsche.
SEHR WICHTIG NOCH ETWAS AM SCHLUSS!
Schrei nicht herum da!

Die Mail wurde von einem Schüler in Karlsruhe, Deutschland, am 14.April 2001 wieder leserlich gemacht, weil durch das Weitersenden lauter Pfeile in der Mail waren und jetzt auch von mir am 23.08.2010 wieder instand gesetzt.
Ein Vifzak, dieser Schüler. Diese Pfeile nerven aber auch. Wie sag ich immer, schön, dass es auch heutzutag fleißige Schüler gibt.

Also, wenn Du die Mail weitersendet, drückt bitte nicht einfach auf weiterleiten, sondern kopiert sie in eine neue Mail, damit sie schön leserlich bleibt!
I’m a copycat.

Wenn ihr sie weiterschickt, entfernt bitte auch die Werbung ganz unten in der Mail.
Gut, dass du mich erinnerst. Das hätt ich fast vergessen.
Übrigens, hab mir unlängst beim Otto-Versand einen Geschirrspüler bestellt. Sehr günstig!

Du musst diese Mail an 10 Leute schicken, vergiss es nicht!!!
Nun nervst du a bissl. Du wiederholst dich ständig.

Glück braucht jeder Mensch.
Wer sagte das? Sicher Dalai Lama.

Wenn dich jemand mag oder liebt wird er alles tun, um dir in jeder Situation zu helfen!
Ok. Wer schließt mir den Geschirrspüler an?

Wenn du diese Mail an 10 liebe Menschen schickst, wird dir heute um 22:00 Uhr etwas Gutes widerfahren und in 4 Tagen erfährst Du wer dich liebt.
Jaaaa, ich hab das kapiert!
Am Donnerstag wird er mir endlich sagen, dass er mich liebt. Wird aber auch Zeit!

So und jetzt warte mal auf 9:00 Uhr!
Jetzt bin ich mal gespannt. Es ist schon fast zwei Uhr Nachmittag!

Ich versichere Dir, dass dies so ist, wirklich.
Weil man mir gesagt hat, dass es in weniger als einer Stunde klappt!
Das geht sich nicht aus mit einer Stunde!

Frag nicht nach, sondern probier es aus.
Wünsche dir was und warte ab, was passiert. Denke an etwas, was du dir wirklich wünschst, weil es funktioniert.
Nochmals neun Wochen Ferien.

Also, dein Schutzengel wird dir einen Wunsch erfüllen Zähle von 10 bis 1 und wenn du bei 1 angelangt bist, wünsch dir was!
10... 09... 08... 07... 06.. 05...04...03....02...01... Wünsch dir was.
Neun Wochen Ferien! Nun hab ich achtzehn. Auch wurscht.

Schicke die e-Mail innerhalb 1 Stunde an 10 Personen.
Wenn Du sie gar nicht oder später verschickst, wird das Gegenteil passieren!
Das Gegenteil? Was ist das Gegenteil von neun Wochen?

Du wurdest gerade vom Glück geküsst!
Schluss mit dem Gesabbere.

Heute wird deine wahre Liebe um Mitternacht herausfinden, dass sie dich liebt.
Ich werde die wahre Liebe kurz nach Mitternacht anrufen und sie fragen, ob sie mich liebt.

Etwas Gutes wird dir morgen zwischen 13:00 und 14:00 passieren, egal wo!
Ja, Mama hat mich zum Essen eingeladen. Es gibt Marillenknödel. Nicht egal, wo. Mamas Marillenknödel sind die besten.


Hab Glück!!!!!!
Danke !!!

Samstag, August 28, 2010

ekstase


Erhobenen Hauptes, mit einem Lächeln auf den Lippen, betrat sie den Raum.
Langsam und würdevoll schritt sie voran, bedächtig einen Fuß neben den anderen setzend.
Ihr langes, lockiges Haar, das ihr über die Schultern reichte, umspielte ihr madonnenhaftes Gesicht, wellengleich.
Ihre Augenlider bebten leicht, sie nahm einen leisen Geruch von Moschus wahr, aber nur ansatzweise, nur ganz leicht.
Ihr Kinn leicht erhoben, die tiefroten Lippen geschürzt, ihr Blick unschuldig, und doch wissend. Wissend und naiv zugleich.
Sie wirkte ruhig und gelassen. Nur der genaue Beobachter konnte am leisen Wogen ihres Busens erkennen, dass diese Gelassenheit nur gespielt war.
Sie war aufgeregt, ja, fast erregt ob der wunderbaren Minuten, die nun vor ihr lagen.
Zielsicher und bestimmt ging sie auf die Chaiselongue in der Ecke des Raumes zu, ihr Gang federnd und leicht, gleich einer Gazelle. Ein leichter Seufzer entwich ihrer Alabasterbrust, als sie sich grazil auf dem Brokatdiwan niederließ. Ihre zierliche Hand strich eine Locke aus der Stirn.
Sie entspannte sich, überkreuzte ihre langen, schlanken Beine, lehnte sich zurück und schloss die Augen.
Sie konnte spüren, wie er sich ihr näherte.
Sie war eine dieser Frauen, die die Fähigkeit, Dinge zu erahnen, nicht verloren hatte.
Gerade in dem Moment, als sie langsam ihre samtigen Augen öffnete, ließ er sich nieder vor ihr. Er, der Fremde. Ihre Blicke trafen einander. Aber nur kurz.
Madame, schienen seine rehbraunen Augen zu sagen, mehr nicht. Sie seufzte unhörbar. Was für ein Mann, ein Adonis, großgewachsen, mit markanten Gesichtszügen, dunkel, geheimnisvoll. Seine Hände, wunderbar geformt. Schon umfingen sie sanft ihre grazilen Fesseln.
Sie schloss die Augen und seufzte. Gleich darauf spürte sie, wie der Druck fester wurde. Dann wieder weicher, und dann war er ganz weg.
Sie erschrak.
Wie gerne hätte sie nun ihre Augen geöffnet, aus Neugier, was er wohl nun tun würde. Sie besann sich, wollte den Moment genießen, auskosten.
Gleich darauf war er da. Sie hatte es gewusst. Sie spürte ihn. Fest, bestimmend. Plötzlich - ein leiser Schmerz durchzuckte sie. Das konnte doch nicht sein, nein, das durfte nicht sein. Erschreckt blickte sie auf.
Er spürte ihren Schmerz und reagierte. Er ließ von ihr ab.
Nein, dachte sie, nein, es darf so nicht enden, so doch nicht. Sie stöhnte, zitterte, ihr Herz bebte. An ihrem Nacken spürte sie die Kühle tausender kleiner Schweißperlen, die sich gebildet hatten.
Doch schon war er wieder da. Bei ihr.
Ja, ja, so ist es wunderbar. Welch Wonne, welch Seligkeit.
Sie blickte ihn an, freudig, verzückt. Sie war in Ekstase. Er lächelte.
Als er sich erhob, seufzte er.
Zufrieden, Madame? seine sonore Stimme klang erwartungsvoll.

Ja, die passen, sagte sie. Größe 38 passt immer.
Dieses Ziegenleder, wunderbar.
Und die Flipflops da am Regal, die roten, nehme ich auch mit.
Und geben Sie mir bitte auch ein Pflegemittel.

Mittwoch, Mai 26, 2010

rosa


Vor einigen Tagen ging ich ins Dorfgasthaus zum Mittagessen.

Zwei Kollegen saßen da.
An meinem Tisch, also da, wo ich immer sitze, saß Rosa.
Nebenan Ferdinand, der Mathematiker. Er war in die Zeitung vertieft.

Rosa, auch Englischlehrerin, unterrichtet im Nachbarort. Sie geht nächstes Jahr in Pension. Ich weiß nie wirklich, was ich mit Rosa reden soll.
Aber es blieb mir nichts anderes übrig, als mich zu ihr zu setzen. Vor allem, weil sie mich erwartungsvoll anschaute und sich offensichtlich freute, mich zu sehen.
Sie hatte noch nicht bestellt und als der Kellner kam, entschieden wir uns beide für das Menü. Faschierte Laiberl mit Sauce, Reis und Fisolen.
Es gibt nur ein Thema, über das ich mit Rosa reden kann – Schule.
Der Kellner brachte das Essen. Sah alles wunderbar aus.
„Sag mal, Amadea, welche Klassenlektüre hast du denn in diesem Jahr in der Zweiten? Du hast doch auch die Zweite, nicht wahr?“ fragte sie, gleich nachdem wir zu essen begonnen hatten.
„Ja, wir lesen grad die Gespenstergeschichten.“
„Perfekt!“ rief sie.

Was sie danach sagte, hörte ich nicht mehr.
Weil, wenn du Reis im Mund hast und Perfekt sagst - Rosa hatte gerade Reis im Mund – dann ist es schwierig. Schwierig, den Reis im Mund zu behalten.
Und Rosa behielt ihn nicht im Mund, jedenfalls nicht alle Reiskörner.
Wie in Zeitlupe sah ich es, das Reiskörnchen, das eine. Das aus ihrem Mund flog und nach einem hohen Looping auf meinem Teller landete. Genauer gesagt, auf meinen Fisolen.
Rosa wusste auch, dass das Reiskorn irgendwo auf meinem Teller lag. Ich sah es an ihrem Blick. Aber wie so oft, wenn einem etwas Peinliches passiert, ignoriert man es.

Ich schaute Rosa an.
Ihr Blick sagte: Mach das Beste draus.
Und mein Blick sagte vermutlich: Du weißt, ich bin empfindlich in diesen Dingen. Red nicht mit vollem Mund.
Aber weil Blicke nicht reden sondern nur sagen, geschah gar nichts.
Rosa redete weiter. Aber ich hörte nicht mehr, was sie sagte.
Ich war geschockt. Ich starrte nur noch auf meine Fisolen. Rosas Reiskorn war da irgendwo.

Ich schaute die Fisolen genauer an. Da lagen Reiskörner. Vier oder fünf. Und welches war nun das aus ihrem Mund?
Ich kann die Fisolen nicht essen. Niemals! Wo ich eh so empfindlich bin. Ich kann kein Reiskorn aus Rosas Mund essen. Das geht nicht.

Als ich Rosa anschaute, sah ich, dass ihr Gesicht knallrot war. Ich glaube, ich habe gegrinst. Aus Verlegenheit. Ich mache das manchmal, so ganz unbewusst.
„Mein Gott, nun glaubt sie, ich lache sie aus“.
Rosa aß weiter und ich stocherte langsam in meinem Essen herum. Die Fisolen rührte ich nicht an.

Als ich aufschaute, sah ich, dass sie ganz ernst geworden war. Sie redete auch nicht mehr. Sie saß ganz zusammen gesunken auf ihrem Sessel.
Was, wenn sie nun wirklich beleidigt war? Sie war eh so empfindlich und gleich angerührt. Wortlos saßen wir da, sie essend, ich stochernd.
Ich aß weiter. Reis und Fleischlaibchen. Nachdem ich fertig war, legte ich das Besteck auf meinen Teller und wischte mir mit der Serviette den Mund ab.
Die Fisolen gemeinsam mit den vier oder fünf Reiskörnern hatte ich übrig gelassen.

Rosa war auch fertig mit dem Essen. Sie wirkte entsetzlich unglücklich und wich meinem Blick aus. Das konnte ich ihr nicht antun. Nein. Nicht ein Jahr vor ihrer Pensionierung.
Wer weiß, ob ich das wiedergutmachen konnte.
Sie würde das nie vergessen und vor allem nicht das Drama, das sich abgespielt hatte. Vor allem nicht meine Reaktion darauf!

Ich muss die Fisolen essen. Ich muss! Was macht das schon? Das bisschen Speichel aus dem Mund einer Kollegin. Das schadet doch nicht! Ich muss da durch.

Ich nahm mein Besteck und begann.
Als ich die Fisolen auf der Zunge spürte, passierte es. Ein Würgen, ein Husten. Uääägh...
Die Fisolen lagen wiederum da, wo sie vorher gewesen waren.
Nur dieses Mal mit etwas von meinem Speichel zusätzlich zum Reiskorn mit Rosas Speichel.

Ich legte das Besteck weg, wischte mir den Mund ab und die Tränen von den Wangen.

Just in dem Augenblick sah Ferdinand von seiner Zeitung auf. Er hatte sie wohl ausgelesen.
Hey, Amadea. Magst du keine Fisolen?
Nein, ..

Bevor ich noch was sagen konnte, stand er schon da und sagte: Darf ich? Ich liebe Fisolen.
Schon war er da mit einer Gabel, schnappte sich den Teller und aß in Windeseile alles auf.

Mahlzeit, stammelte ich. Rosa sagte nichts. Ihr Gesicht war nun grün. Fisolengrün.

Sonntag, Februar 28, 2010

schreib etwas


Ich bin sicher, das Wort Facebook leitet sich, wie so vieles, vom Lateinischen ab: Faeces lat. Kot, Stuhlgang

Ich logge mich ein und da steht: Schreib etwas.

Dass ich, obwohl später Vormittag, im Pyjama hiersitze und mich nicht entscheiden kann, ob ich den Geschirrspüler ausräumen, die Englischhefte korrigieren oder Schifahren gehen soll, kann ich nicht schreiben.
Also schreib ich: Ich gehe duschen.

Als ich zurückkomme, bin ich enttäuscht, weil niemand meine Aktivität kommentiert hat. Kein einziger!
Aber ich bin ja selber schuld. Ich bin facebookmäßig eine Einzelgängerin. Ich habe keine Freunde!
Okay, einen hab ich. Jim aus Chicago. Aber den hab ich nur, weil mich dessen Meldungen, die ständig in meiner Mailbox landeten, nervten.
Diese Meldungen: Jim wants you to join Facebook. So I joined.
Und weil der um die Zeit vermutlich noch in den Federbetten, den amerikanischen liegt, kommentiert der auch meinen Duschvorgang hinterm Duschvorhang nicht.

Ich habe also einen Freund, zwei Söhne, eine Schwester und eine Nichte bei Facebook.
Ein Malheur. Für Facebookverhältnisse eine Katastrophe, eine soziale Niederlage.

Ich werde auch aufgefordert, Freunde von mir anzustupsen. Anstupsen geht gar nicht. ich stupse nicht mal im richtigen Leben an obwohl es mir da leichter fallen würde.
Wie bittschön soll ich meinen Sohn, der bei den Eidgenossen weilt und Dienst hat, anstupsen? Vor allem ist er es nicht gewohnt, dass Muttter stupst.
Und den anderen Sohn treff ich heut zum gemeinsamen Kochen und den kann ich dann später immer noch anstupsen wenn er den Salat nicht ordentlich würzt.
Mit dem Ellbogen ein bisserl in die Rippen: Da fehlt noch Salz, Sohn.

Meine Nichte ist ein Facebookprofi. Die hat 157 Freunde! Und die macht verschiedene Persönlichkeitstests.
Der letzte Test war einer, bei dem man rausfinden konnte, was für eine Band man ist. Ist das nicht toll? Eine ganze Band zu sein! I would like to be „Rocking Amadea and the hairband“

Es gibt Pinnwände und Pinnwanddialoge. Und die Dialoge handeln von Schulstress, Arbeitsstress, Freizeitstress und dass einfach alles nervt. Die Dialoge werden gewürzt mit maaaaah, und boaaaaaah, voiiii geiiiiiiiil, Oida, megacoool, looooooooool und ggggg.

Es gibt auch Gruppen. Und wenn da jemand einer Gruppe beigetreten ist - da gibt es zum Beispiel den Eisschützenverein - dann kann ich das kommentieren.
Was soll ich den Eisschützenverein kommentieren? Ich will keinen einzigen Verein kommentieren, ich kenn mich mit Vereinen nicht aus. Und die Eisschützenvereine nerven ohnehin.
Ich wohnte mal über einer Eisschützenbahn. Ein Gejohle und Gegröle war das jeden Sonntagnachmittag. Sommer wie Winter.
Ich kommentiere also nichts.

Und dann steht da:
K just stumbled across Grandma's long lost apple pie recipe, but is missing one ingredient...love! K needs their friends' help to keep Grandma's recipe alive and finish baking this lost treasure!
Holy cow! Die Liebe fehlt! Und die Freunde müssen helfen.
Und K hat auch noch an der geilen Gamergammler-Sauferei teilgenommen.
Und dem O gefällt das, obwohl er gar nicht dort war.

Please accept this smile schreibt der Lächeln-Sammler. Bin ich infantil?
Und: Please accept the gift. Und da sitzt da vor mir ein rosa Plüschhase mit Kopfhörern.
Ich will kein Geschenk. Nicht mal eines von Facebook. Ich will weder einen Fellhasen, noch ein Zuckerl und auch kein Osterei.
Der Lächeln- Sammler ist müde, lese ich. Und der M gefällt das weil sie auch ein wenig müde ist. Und dem P gefällt das auch weil er saumüde ist.
Aber heute nehmen alle, trotz Müdigkeit, an der Weltuntergangsafterparty teil.
Am nächsten Tag das große Erwachen: Alle haben am Wochenende richtig Fun gehabt und dann kommt diese Spaßbremse von einem Montag, der ihnen wieder vor Augen führt, wie lustig das Leben ist …Wish it was Sunday cause that’s our fun day
Diese satirische Nuance - ein Wahnsinn!

S needs parts to complete the Cafe World spice rack! Ach wie schön, das einzige Gewürz, das du im wirklichen Leben hast, ist ein Doserl Pfeffer und hugsflugs, hast du bei Facebook einen kompletten Gewürzschrank, ohne einen Cent auszugeben!
S still needs 5 shelves, 5 large jars, 5 medium jars, 5 small jars, and 14 lids to complete the Cafe World spice rack and is looking for help from friends.
Und sie ist der Dreiherzensammler unter all ihren Freunden. Und S gefällt auch der link von W.
S gefällt auch Ms Beitrag. S hat Ms Status kommentiert und S gefällt Ms Status. S gefällt ZsFoto. U gefällt Ms Link und S gefällt Rs Aktivität. Und S und T sind nun auch Freunde.
Und ich darf das kommentieren!

S ist jetzt ein Fan von Barbapapa.
Und das könnte ich nun das Feedback anzeigen lassen. Ich lasse es nicht anzeigen.
Ich könnte auch ein Fan werden. Ich werde keiner. Ich bin kein Fan von Faecesbook.

Ich bin gespannt, wie das in einigen Jahren sein wird, wenn sich bei Facebook die ersten Falten, Tränensäcke und Schlupflider bilden.
Diese Erfahrung wird mir erspart bleiben.
Weil da bin ich längst auf Twitter umgestiegen.
Passt eh besser zu mir, das Geschnattere.

Sonntag, Jänner 31, 2010

strings and wings



Frau von heute trägt Slipeinlage. Jedenfalls dann und wann.
Ich schaffe es nach wie vor nicht, sie richtig zu platzieren.
Okay, ich weiß, dass ich sie der Länge nach einlegen muss. Aber trotzdem passt sie irgendwie nicht. Entweder liegt sie zu weit vorn oder zu weit hinten. Und das Klebestück ist nie in der Mitte.
Es gibt keine Anleitungen so wie bei den Tampons. Im OB-Schachterl gibt’s einen ordentlichen Beipackzettel, sogar mit Zeichnung. Da kennst dich gleich gut aus. Slipeinlagen legst du irgendwie ein. Nach Gefühl. Und das Gefühl täuscht dich halt oft.

Meine erste Begegnung mit Hygieneartikel des weiblichen Intimbereichs hatte ich in der 4. Klasse Hauptschule im Rahmen des Aufklärungsunterrichts.
Zu Beginn gab’s einen Aufklärungsfilm. In schwarz-weiß. Wie peinlich mir das war. Das meiste wusste ich, aber ich erfuhr doch einiges Neues.
Ich lernte zum Beispiel, dass Syphilis kein Mädchenname ist.
Danach fragte der Herr Doktor, ob es noch Fragen gäbe. Es gab keine. Es war alles klar.
Danach wurden Buben und Mädchen getrennt.
Wir Mädchen sahen einen Film über die weibliche Periode. Auch in schwarz-weiß.
Der Höhepunkt der Veranstaltung war ein Geschenk, die Hygienebox. Aufregend.
All diese Binden, die wir bekamen. Lang, supersaugfähig und dick wie ein Kopfpolster. Slipeinlagen gab es noch nicht. Tampons auch nicht. Nicht für 14jährige.

Meinen ersten Tampon verwendete ich kurz vor meinem Schulausflug in der 6. Klasse. Das war ein Abenteuer. Meine Mutter konnte ich nicht fragen, die hatte keine Ahnung. Ich verbrachte zwei Stunden auf der Toilette und vollführte die
unglaublichsten Verrenkungen. Trotzdem gelang es mir nicht, den Tampon so zu platzieren, dass ich nichts spürte. Er tat weh und steckte fest. Wie ich trotzdem schaffte, ihn irgendwann richtig zu platzieren, weiß ich nicht mehr.

In all den Jahren hat sich in der Entwicklung der Einlagen für die besonderen und weniger besonderen Tage der Frau einiges getan.
Mittlerweile gibt es zu jedem Anlass eine spezielle Slipeinlage.
Und sei der Anlass noch so besonders und kompliziert, mit der richtigen Slipeinlage bist du carefree und frei von allen Sorgen.
Slipeinlagen gibt es in extrabreit, extraschmal, extralang und extradünn. Sie haben Flügel und Strings, Tragecomfort und Schutzfunktion.
Es gibt sie in original, schwarz, weiß, in perfect fit und long plus fresh, in flexiform und cottonfresh, luftdurchlässig und saugfähig, mit Blütenduft und Tangaform, mit Baumwollauflage und atmungsaktiv.
Und alle vermitteln dir ein Gefühl der Frische und Sicherheit und du riechst nach Veilchen oder Rosen.
Und sie kleben alle. Zwar nicht am Slip sondern irgendwo anders. Dadurch ersparst du dir die Intimrasur.

Und sie werden beworben. Und wie! Immer mit der blauen Flüssigkeit. Schon Picasso hatte die blaue Periode. Und nicht nur der. Auch Königinnen und Schlümpfe haben blaues Blut.
Und so saugfähig wie die alle sind! Die saugen alles weg. Die saugen dir den letzten Tropfen Flüssigkeit aus dem Intimbereich.
Und wenn’s a bissl juckt, egal. Gib dem Scheidenpilz eine Chance!

Aber seit die Frau Roche die Feuchtgebiete entdeckt hat, ist alles anders.
Es ist nicht mehr notwendig, die Slipeinlage heimlich in der Handtasche verschwinden zu lassen wenn es zum aufregenden ONS kommt.
Wir Frauen brauchen keine Slipeinlagen mehr!
Die sollen die Männer verwenden. Wie ich höre, gibt es in Pissoirs kein Klopapier und es kann mir keiner sagen, dass beim Manne nach dem kleinen Geschäft nicht dann und wann ein Tröpferl oder mehrere im Hoserl bleiben. Egal ob sie schütteln oder nicht.
Die sollen sich die Slipeinlagen vorn hinein kleben. Und wenn sie die extradicken nehmen, dann tragen die sogar a bisserl auf.
Wir Frauen verwenden ja auch Push-ups.

Montag, Oktober 05, 2009

salzkammergut abschaben


Wie war das, als ihr SANKT, JOHANN?

Also - wir waren fischen, stundenlang. Und weit und breit nichts.
Ich SEEKANAL und kein FISCHHORN. Dabei war ich so hungrig. Ich konnte nur auf den MAISHOFEN; den mir meine Frau mitgegeben hat.
Mir tat schon die LEND weh, vom vielen Warten.
Plötzlich seh ich jemanden. Mein Nachbar! Wie immer, wenn ich den MATTSEE, diese RAMSAU, war ich vollends FLACHGAUdi ist das keine, dachte ich mir.
Gleich zieht’s mir die ZEDERHAUS, ging es mir durch den KOPPL. Ich glaub ich zieh mich zurück ins TENNECK. Gott sei Dank hat er mich nicht entdeckt.

Ja, der TAXENBACH ist an einigen Stellen tief. Und weit und breit keine BRUCK, über die man gehen kann. RAURIS, das Wetter, bei uns.

EBEN, da geschah es dann halt. Ich fiel in den TIEFENBACH. Nicht einmal die Gummistiefel DIENTEN mir. Ich konnte nur ein "Maria HÖF mir" zum Himmel schicken. Aber mir ist ja nichts passiert.

Es ist sowieso gefährlich bei uns. Wenn du INNERGEBIRG gehst, kann es dir passieren, dass du nimmer heil heim kommst.

Ich bin oft den ganzen Tag am SAALBACH unterwegs, OBERTRUM überseh ich so manche Gefahr. Und ich ZELL AM SEE mit dem Herrn LOFER, dem ehemaligen Gemeindebediensteten, jeden Morgen die vielen SCHAFBERG auf und bergab, einige weiß, andere ganz SCHWARZ,ACH, eine Arbeit ist das. Über zweihundert hab ich gezählt.
Gestern war ich MITTERSILLvia und ihren DREI BRÜDERN am Berg, KAPRUN weit und breit, nur EINÖD, und ich so einen Durst. In so einer Umgebung machst bei den Touristen ka GRIES.
Mit dabei waren auch meine KITZ,LOCH nit – die wären fast FUSCH gewesen, so stark hat es geregnet.

TRAUNSEE sich das zu, mit dir unterwegs zu sein?

Na ja, das geht schon. Ich hab ihnen a GROSSOARL zum Essen gegeben, dann eine WEISSSEE, schließlich haben sie sich beruhigt. Einfach war es nicht. Ich war ja ganz HALLEIN mit den Kindern.
Nicht einmal die GOLLING war da, meine Freundin, die Chinesin, die war am ALTENMARKT. Ihr Bruder, der SCHLADMING wohnt da. Seine Vorfahren hatten alle hohe Ämter in der Dynastie.
Sie ist mit dem RADSTADT dem Auto gefahren. VORFUSCH kehrte sie aber um. Sie hatte sich SCHMITTEN im WALD verirrt und wusste weder ein noch HAUS.
THANNBERG ich sie halt noch, dachte ich mir. Ich hatte FIEBER,BRUNNz dich ja nicht an, ging es mir durch den KOPPL.
Ich schnappte sie am HEUTAL – da beim Hals und rief: WATTENS, ich werd Sie auf ELSBETHEN, wo wir doch kein HAUSHAM.
Nach einer Weile brachte ich sie über den BERGHEIM. Ich wollte sie schon fast KÖSSEN, so WILDSCHÖNAU war sie.
Nein, das geht nicht, entschied ich. Ich muss sie FREILASSING.
Wenn ich mich a WENG daHINTERGLEMM, sagte ich mir, bin ich in zwei Stunden wieder daheim, vor allem wenn ich mit der MARIAPFARR. Die hat nämlich ein Pferd samt Wagen und ich muss dann nicht LAUFEN.
Dann fiel mir aber ein, dass sie auf Urlaub war und dachte mir: Ich kann nun nicht auf ihr VIEHHOFEN und herum UNKEN.
Nach drei Stunden kam endlich mein Freund. Wenn ich mit dem LEOGANG, dachte ich bei mir, würde das auch klappen. Der würde mich niemals FERLEITEN. Der bringt mich sicher in seine KUCHL.
Und nun sitz ich da. Ich WAGREIN gar nichts mehr zu essen, mir fällt grad der GASTEIN, der zu viel Salz gegessen hat. War dem übel!
Und das Stangerl, das ich da bekommen hab, ist mir viel zu salzig.
Aber SALZKAMMERGUT abschaben.

Dienstag, September 29, 2009

weiber !


Männer wollen Frauen beeindrucken. Ständig.
Doch es ist alles andere als einfach.

Das war schon in der Urzeit so.
Der Höhlenmensch Hobhart glaubte, er könne die Höhlenfrau beeindrucken, indem er auf Mammut- und Bärenjagd ging und ihr das ein- oder andere Mal eine Trophäe präsentierte. Nach der Jagd kam er völlig erschöpft und außer Atem nach Hause. Er hatte sich unzählige Schrammen und Verletzungen zugezogen, vor allem am Allerwertesten.
Stolz präsentierte er diesen allen Frauen: Schaut euch meine Wunden an, ich bin ein richtiger Mann, ich bin mutig und tapfer.
Die Höhlenfrauen kicherten, schauten aber sogleich einem anderen Höhlenmann namens Frodrhek verstohlen hinterher, als er vor die Höhle ging und etwas machte, das damals der Inbegriff der Männlichkeit war: Er urinierte.
Er machte das mehrmals am Tag und jedes Mal an einer anderen Stelle. Immer wieder.
Was niemand bemerkte, wenn Frodrhek hinaus ging, um sich zu erleichtern, entfernte er sich immer ein Stückerl weiter von der Höhle und erweiterte so nach und nach sein Revier.
Es wurde immer größer und bald war er ein wohlhabender Mann.
Er besaß mehrere Höhlen, eine schöner als die andere, mächtige Bäume und hohe Felsen.
Nach kurzer Zeit besaß er ein riesiges Gebiet und zeigte es stolz allen Höhlenbewohnerinnen: Seht her, ich bin ein richtiger Mann, ein toller Geschäftsmann.
Anfangs waren die Höhlenfrauen ziemlich beeindruckt von Frodrhek. Aber bald bemerkten sie, dass sie von seinem Reichtum nichts hatten. Alles gehörte nur ihm und nicht ihnen.
Sie konnten nichts anfangen mit dem Besitz. Es gab damals nämlich keine Kreditkarten.
Und so wandten sie sich einem anderen Höhlenmann zu. Sein Name war Keevhen.
Keevhen war ein genialer Erfinder. Er war einfallsreich, kreativ und klug.
Eines Tages erfand Keevhen das Feuer und von dem Tag an waren Hobhart und Frodhrek seine Feinde.
Er hatte sie besiegt mit seiner wunderbaren Erfindung, und er wusste, dass ihn nun alle schönen Frauen bewundern und ihm zu Füßen liegen würden.
Zu seinem Unglück waren die Frauen aber alles andere als begeistert. Vorbei die Zeit des abendlichen Entspannens.
Nun, da es Feuer gab, mussten sie kochen. Und das freute sie gar nicht.
Sie begannen, Keevhen zu hassen.
Also setzte sich dieser eines Tages hin, um etwas Neues zu erfinden.
Nach vielen Tagen und Nächten war es soweit. Keevhen präsentierte den Frauen sein Meisterwerk, eine Handtasche.
Als er der Höhlenschönsten sein bestes Stück, eine Handtasche, gefertigt aus feinstem Fuchsfell, überreichte, passierte es.
Die Höhlenschönste riss ihm die Tasche zornig aus der Hand, schlug sie ihm mehrmals über den Kopf, schleuderte sie dann wütend in die Ecke der Höhle und schrie wie eine Furie: Hör auf, mich zu bestechen. Koch dir deinen Fraß selbst!
Das war der Beginn der Emanzipation.

Alle drei – Hobhart, Frodhrek und Keevhen - haben eines gemeinsam: Sie wollen Frauen beeindrucken.
Hobhart hat Schrammen, Frodhrek hat Land, Keevhen hat Kreativität.
Alle drei – Hobhart, Frodhrek und Keevhen -haben ein gemeinsames Problem: Die Frauen bleiben nie lang.
Weiber!

Wir sind nun im 21. Jahrhundert. Es hat sich nichts geändert. Nur die Namen sind andere.

Hobhart heißt heute Hubert.
Er trainiert jeden Tag im Fitness-Studio seine Muskeln und gibt grunzende Geräusche von sich, so wie damals Hobhart. Sein Brustkorb ist so breit wie ein Kleiderschrank.
Er trägt Ruderleiberl, nimmt jedes Jahr am Wiener Marathon teil, fährt jeden Sonntag mit dem Mountainbike auf den Alpen herum und redet ständig über den neuesten Schi, seinen Meniskus und seinen Bi- und Trizeps.

Frodhek heißt heute Friedrich.
Er ist Unternehmer, besitzt eine eigene Hotelkette, zwei Casinos, ein Bordell und er markiert sein Revier mehrmals am Tag durch das Zücken seines goldenen Kugelschreibers.
Manchmal ganz heimlich markiert er spätabends beim Verlassen seines Büros die österreichische Eiche in der Ecke seines Betriebsgeländes.
Er ist ständig umgeben von schönen Frauen, die er bei Laune hält indem er ihnen seine Kreditkarten zur Verfügung stellt.

Keevhen heißt heute Kevin.
Er besitzt die neuesten Erfindungen der modernen Technologie. Alles ist hitech, schnurlos und multifunktional. Er hat das neueste Handy, die neueste Kamera, den neuesten Laptop.
Mit dem Handy fotografiert er, mit dem Laptop telefoniert er und mit der Kamera schreibt er Emails.
Wann immer eine schöne Frau in seiner Nähe ist, präsentiert er ihr seine neuesten Gadgets, stolzer als so mancher Vater sein Neugeborenes.

Alle drei – Hubert, Friedrich und Kevin - haben eines gemeinsam: Sie wollen schöne Frauen beindrucken.
Hubert hat Muskeln, Friedrich hat Häuser, Kevin hat Gigabytes.
Alle drei – Huber, Friedrich und Kevin – haben ein Problem: Die schönen Frauen bleiben nie lang.
Bitches!

Dienstag, August 11, 2009

methusalem


Methusalem wurde neunhundertneunundsechzig Jahre alt.
Demnach kam er mit einhundertvierzig in die Pubertät, die bis zu seinem einhundertsiebzigsten Geburtstag andauerte.
In den folgenden Jahren hatte er einige kurze Beziehungen, die aber nie länger als zehn Jahre dauerten. Aus einer dieser Beziehungen ging ein Sohn hervor. Sein Name war Lemach. Methusalem hatte ihn einhundertsiebenundachtzig Jahren gezeugt.
Anschließend war er dreißig Jahre lang Single.
Seine erste längere Beziehung hatte er im Alter von zweihundertfünfzig. Die Beziehung endete aber bereits nach fünfundvierzig Jahren.
Methusalem heiratete mit dreihundert Jahren, baute ein Haus, pflanzte einen Baum und zeugte Söhne und Töchter.
Mit vierhundert wurde ihm ziemlich langweilig. Er und seine Frau hatten sich auseinandergelebt und fast wäre die Ehe in die Brüche gegangen.
Nach einer Ehetherapie von hundert Jahren entschied er sich, bei seiner Frau zu bleiben, kaufte sich aber mit vierhundertachtzig Jahren ein superschnelles Kamel. Von nun an verbrachte er seinen Urlaub allein als Easy Rider.
Mit fünfhundert schlitterte er in eine schwere Midlife-Crisis und nahm sich eine dreihundertjährige Geliebte. Diese außereheliche Beziehung dauerte aber nur zweihundert Jahre.
Mit siebenhundertfünfzig wurde Methusalem ruhiger. Er widmete sich von nun an seiner Markensammlung.
Methusalem starb unter tragischen Umständen während der Sintflut.
Das superschnelle Kamel erbte sein unehelicher Sohn Lemach während seine ehelichen Söhne und Töchter die Markensammlung erhielten.

Mittwoch, Mai 20, 2009

meine meinung


Und dann sagte der Engländer in der hitzigen Diskussion:
Ich habe meine Meinung. Du hast deine Deinung. Und er hat seine Seinung.

Mittwoch, April 29, 2009

herkunft und verbreitung der schweinerippe


Bis vor kurzem waren sich Wissenschaftler einig, dass die Schweinerippe nur beim Schwein vorkommt.
Aber in den letzten Jahren entdeckte man, dass dies so nicht behauptet werden kann. Das Schwein gilt nämlich als Mischkörper und gibt deshalb die Rippe auch an andere Lebewesen weiter.
Die Schweinerippe besteht aus zwei Stämmen – einem Stamm der Vogelrippe und einem Stamm der menschlichen Rippe. Die Vogelrippe kann nach bisherigen Untersuchungen nicht an den Menschen weitergegeben werden. Deshalb ist sie auch nicht so verbreitet wie die Schweinerippe.
Erstmals gab es die Schweinerippe in den fünfziger Jahren in den USA. Ihren weltweiten Siegeszug hat sie aber erst vorige Woche angetreten. Sie kam von Mexiko über die USA zu uns nach Europa.
Die erste europäische Schweinerippe wurde vor einigen Tagen in Spanien entdeckt, und zwar bei einem aus Mexiko eingereisten Mann. Man nennt diese Schweinerippe chili sparerib.
Gleich darauf fand man in Großbritannnien die sogenannte pork rib, und zwar gleichzeitig bei zwei Personen. Die erste Deutsche Schweinsrippe tauchte gestern, nicht wie erwartet, in der Bundeshauptstadt, sondern in Bielefeld auf.
Seit heute gibt es auch bei uns in Österreich die Schweinerippe. Sie wurde bei einer Frau in Wien entdeckt. Experten sind sich sicher, dass es sich hierbei um ein g’selchtes Ripperl handelt.
Mahlzeit!

Freitag, April 17, 2009

down !


Heute erzählte mir eine Bekannte folgende Geschichte:
Meine Tochter spart schon seit Jahren, um einmal in ihrem Leben im Dorchester ein Wochenende verbringen zu können. Und vor zwei Wochen war es so weit. Sie war begeistert. Luxus pur!
Natürlich ging sie auch einkaufen. Als sie am späten Nachmittag zurück ins Hotel kam, bepackt mit Taschen und Tüten, stieg sie in den Lift, um nach oben in den dritten Stock zu fahren. Im ersten Stock betrat ein Schwarzer mit Brille und Hut den Lift und sagte nur kurz: Down.
Geschockt ließ meine Tochter alles fallen und legte sich blitzschnell hin. Ein Überfall!
Der Lift fuhr hinauf in den dritten Stock, meine Tochter lag noch immer am Boden, völlig durcheinander und voll Angst. Der Lift fuhr hinunter ins Erdgeschoß, der Schwarze stieg über sie und ihre Taschen drüber und verließ den Lift. Erst nun bemerkte meine Tochter, dass sie alles falsch verstanden hatte. Es war ihr sehr peinlich und sie wollte den Vorfall eigentlich gar niemandem erzählen.
Am nächsten Morgen, als sie ihre Hotelrechnung bezahlen wollte, Überraschung. Alles war schon bezahlt. Der Rezeptionist überreichte ihr einen Zettel, auf dem folgendes zu lesen war: Thank you very much for the great fun. You made my day. Will Smith.

Samstag, März 21, 2009

mein gott !



In der Bibel steht, dass Gott schon immer da war.
Ich frage mich, wo er vor dem Immer war.
Was hat er zuvor gemacht? Wo ist er hergekommen?
Fragen über Fragen. Plötzlich war er da, einfach so da aus dem Nichts.
Eines Tages wurde dem Gott langweilig. Es war ja nur er da und sonst nichts und niemand.
Und er setzte sich hin auf das Nichts und ins Nirgendwo und dachte nach.
Auf einmal hatte er DIE Idee: Ich mache eine Welt, ich mache eine Erde.
Eine Superidee, eine göttliche war das.
Gott fing mit dem Gebirge an. Simsalabim, ein Berg. Simsalabim, noch ein Berg. Und so weiter. Schön braun und grau.
Das ist noch etwas langweilig, dachte Gott. Simsalabim, das Firmament. Simsalabim, die Wolken. Schön blau und weiß.
Es fehlt noch was, dachte Gott, es fehlt ein Farbtupfer, ich brauch noch was Kräftiges. Simsalabim, die Sonne.
Noch immer etwas fad, murmelte Gott. Ich brauch was Grünes. Simsalabim, der Wald. Simsalabim, der Garten. Simsalabim, Bäume.
Mittlerweile waren fünf Tage vergangen. Es war Freitag und Gott war müde. Er freute sich auf den Sonntag.
Er legte sich auf eine Wolke und betrachtete sein Werk. Alles perfekt. Nur der Garten nicht. Das Gras war viel zu hoch, das Unkraut wucherte. Und Gott hasste Gartenarbeit. Gott grübelte. Es fehlt noch was, irgendwas fehlt noch.
Als er am Samstag erwachte, wusste er es. Ich brauche einen Gärtner! rief er aus. Gesagt, getan. Simsalabim, schon war der Adam da. Aus dem Nichts.
Niemand hat ihn gefragt, ob er das eigentlich will. Er war da und musste loslegen. Mit der Gartenarbeit.
Ein komischer Kauz war er schon, der Adam. Der hat sich nicht einmal gefragt: Woher komme ich eigentlich? Warum bin ich eigentlich hier?
Ich mein, der war ja schon erwachsen, als er erschaffen wurde.
Der Adam ging nur im Garten herum, jätete, mähte das Gras und schnitt die Bäume zurecht. Und er war glücklich. Er war unbeschwert und mit sich und dem Garten zufrieden. Alles passte.
Und Gott beobachtete den Adam und dachte: Mein Ich, ist der Adam glücklich! Das muss sich ändern. Das muss ich ändern.
In der Nacht, als Adam tief schlief, stieg Gott von der Wolke hinunter in den Garten, ganz heimlich, ging zum Adam und nahm ihm still und leise eine Rippe heraus. Er nahm die Rippe heraus, ohne den Adam zu fragen. Das war schon ganz schön unverschämt.
Aus der Rippe machte Gott die Eva.
Als Adam in der Früh aufwachte, sah er jemanden neben sich liegen.
Wenn uns das passiert, dass wir in der Früh erwachen und neben uns jemanden liegen sehen, und wir nicht wissen, woher die Person kommt, fangen wir an, nachzudenken. Und wir denken nach und kommen drauf, dass wir die Nacht zuvor besoffen waren und nicht mehr wussten, was wir taten. Und wir nehmen uns vor, nie mehr so viel zu trinken. Wir schämen uns weil wir uns nicht erinnern, was wir so alles mit dieser Person gemacht haben.
Nicht so der Adam. Für den war das gar nicht überraschend, dass da auf einmal die Eva neben ihm liegt. Er stellte sich keine Fragen wie: Woher ist die? Wie kam die hier her? Wer ist das überhaupt? Und warum hat die Höcker auf der Brust und da, da unten, da fehlt ihr auch was. Da hat sie ein Loch.
Nein, Adam hat sich keine Fragen gestellt. Adam hat das alles akzeptiert. Er stand auf und ging in den Garten. So wie jeden Tag.
Nach einigen Tagen kam Gott vorbei. Er ging zu Eva.
Er sagte: Eva, hör zu. Du bist hier in einem wunderbaren Garten. Du kannst hier alles tun, was dir gefällt, du kannst herumspazieren, dich ins Gras legen, Blumen pflücken. Du darfst sogar auf einen Baum klettern. Du darfst alle Früchte und Beeren essen, die du willst. Aber Eva, eines darfst du nicht.
Und Gott zeigt auf einen Apfelbaum in der Ecke.
Von diesem Baum darfst du nichts essen. Keinen einzigen Apfel! Nicht mal ein kleines Stück. Verstanden?
Eva nickte. Klar, doch, Gott, sagte sie. Niemals werde ich. Niemals!
Das war Gottes beste Idee, die er je gehabt hatte.
Wenn mir jemand sagt, dass ich alles essen darf außer Cremeschnitten, na, worauf hab ich einen Gusto? Auf so eine Idee kann nur ein Gott kommen. Eine Göttin hätte sowas niemals gemacht.
Kaum war Gott weg, ging Eva zum Baum, schnappte sich einen Apfel, versteckte sich hinter dem Feigenbaum und aß den Apfel. Schnell und heimlich. So wie Ehemänner und Ehefrauen ihre Partner betrügen.
Eben, Gott, das hast du nun davon. Wir wollen immer das Verbotene tun, immer! Merk dir das.
Kaum hatte Eva den letzten Bissen des Apfels geschluckt, war es da. Das Gefühl. Das Gefühl der Scham. Eva schämte sich. Und wie sie sich schämte.
Nein, sie schämte sich nicht wegen ihrer verbotenen Handlung, nein. Sie schämte sich für den kleinen Teil ihres Körpers, den man eh nicht sieht.
Komisch schon. Warum schämte sich Eva nicht ihrer Nase oder ihrer Ohren? Sie schämte sich wegen eines kleinen, verborgenen Körperteils!
Ach Everl, dumm ist das schon a bissl, entschuldige.
Und weißt du was? Genau deshalb schämen wir Frauen uns heutzutage auch noch immer und kaufen Höschen um es zu verstecken.
Nehmen wir an, Eva hätte sich ihrer Ohren geschämt. Dann hätten wir Frauen ständig Ohrenschützer auf. Sogar im Sommer. Wir würden splitterfasernackt mit Ohrenschützern herum spazieren.
Und wenn die Ohrenschützer a bissl verrutschten, würden die Männer ausflippen. Wir würden erröten und sie verlegen zurecht rücken.
Statt Bauchtanzkursen würde es Ohrwackelkurse geben.
Die Unterwäschegeschäfte würden Ohrenschützergeschäfte oder Earboutiques heißen. Schmuckgeschäfte würden Ohrringe und –stecker als Intim-Piercings verkaufen.
In Stripteasebars würden sich die Girls langsam ihrer Ohrenschützer entledigen und sexy mit den Ohrläppchen wackeln.
Die Männer würden mit Joe Cocker “Baby, take off your earmuffs“ singen, ekstatisch "Ich hab ein Ohr gesehen" brüllen und einen Ohrgasmus bekommen.
Mein Gott !!!

Donnerstag, März 19, 2009

ich will mir ein wildschweinbraten


Halt endlich die MAULTASCHE! Sonst hau ich dir eine in die PFLAUME.
JO, GHURT, ich bin schon still. Ich bin FEIGE. Außerdem hab ich keine WAFFEL dabei. Ich FRÜCHTE mich vor dir, so ohne KORNSPITZ. Aber ich wenn ich wollte, könnte ich den BAUERNWECKEN, der würd dir eine drüber hauen mit seinem SALZSTANGERL.
Seine Schwester, die POLNISCHE, ist nicht zu Hause.
Sie fuhr grad mit dem SELCHROLLER zu ihrem
Freund, ein FRANKFURTER, der wohnt im TOASTBLOCK am Ende der Stadt.
Sie ist wirklich eine KROKETTE Person, ein richtiges SPÄTZLE.
Ihre ENTENBRUST, vom Feinsten. Vor allem, wenn sie das durchsichtige FLEISCHLAIBERL anhat, dann wird jeder Mann zum ERDBEER.
Ich sag dir, der ihr Freund ist ein richtiger WINDBEUTEL, ein gelernter LANDJÄGER, ungebildet. Dem ist der sogar der KANTWURST, der liest gar nichts, nicht mal die PRALINE.
Der interessiert sich nur für andere Frauen, für DÜRRE. Da gab’s mal eine RAMA, eine richtige KARDINALSCHNITTE. Aber die war mit dem EDELTALER zusammen, ein BERGBARON vom Geschlecht der TILSITER, da hätt der nie eine Chance gehabt.
Ihr war der wurscht, obwohl er sie sogar in der BASILIKUM von Rom heiraten wollte. Er war körperlich ziemlich schwach vom vielen ZITRONENGRAS rauchen obwohl er um die Mitte ziemlich viel BAUCHSPECK hatte.
Als er merkte, dass sie nicht interessiert war, hatte er an nichts mehr eine GOUDA. Außerdem wurde er AUFSTRICH und Faden von der POLNISCHEN ausgenutzt.
LACHS nicht, sonst pack ich dich am SCHOPF. Ich bin dir eh noch was schuldig, wir sind noch lange nicht BISQUIT.
Auch wenn ich ein SALZBURGER NOCKERL bin, kann ich dir trotzdem eine über BRATEN. Ich werd dir’s zeigen, du MANDEL, geh mir ja nicht auf den KEKS.
WERMUT hat, der zeigt ihn auch!
Und nun lass mich, geh mir nicht auf den DORSCH. Ich hab’s eilig. Ich muss noch meine KIRSCHTASCHE packen. INGWER morgen in den OBSTGARTEN zu den RIESENFRUCHTZWERGEN fahren. Ich muss mich erholen vom BIENENSTICH von letzter Woche.
Ich will ausspannen im CHRISTSTOLLEN und mir vielleicht ein WILDSCHWEINBRATEN.

Mittwoch, März 18, 2009

rock me, amadea


Nun hab ich unlängst gelesen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Länge eines Rockes und der Wirtschaftskrise gibt.
Je kürzer die Röcke der Frauen, desto besser geht es den Leuten.
Dafür gibt es mehrere Gründe:
Eine Frau, die kein oder wenig Geld hat, kann sich keine Nylons leisten.
Die Frau, deren Mann kein oder wenig Geld hat, kann sich auch keine Nylons leisten. Jedenfalls nicht ständig. Höchstens ein Paar pro Monat. Das ist einleuchtend.
Wenn ich Nylons anziehe, und der Rock eher kurz ist, so weiß ich genau, dass ich spätestens um acht Uhr, wenn ich mich an den Katheder setze, die Sache gelaufen ist. Nicht, dass ich gleich eine Laufmasche habe, aber fast.
Wir haben nämlich, so wie es sich für eine Schule im Gebirg gehört, urige Holzsessel, und da bleib ich hängen mit der nylonbestrumpften Kniekehle. Und schon sind sie da, diesen unschönen Streifen. Und falls sie nicht da sind, so sind sie spätestens beim ersten Waschen da. Da kann ich die Nylons noch so sorgfältig in den Wäschesack stecken und sie dem Schonwaschgang anvertrauen. Wenn ich sie rausnehme, sind die ein Nylonknäuel und ich kann nichts anderes mehr tun, als sie wegzuwerfen. Das heißt, wenn ich jeden Tag einen neue Nylons anzieh, dann macht das im Monat so an die dreihundert Euro aus. Viel zu teuer!
Da hilft nur ein langer Rock der bis weit über die Kniekehlen reicht, am besten bis zum Knöchel, weil dann kann ich die Streifennylons auch noch anziehen.
Problem - In einem Rock, der bis zum Knöchel geht, schau ich aus wie ein Waschweibl. Da würd ich dann doch lieber bei den Jeans bleiben.
Die zweite These ist folgende:
In einer Wirtschaftskrise ziehen die Damen lange Röcke an, weil jedermann sehen soll, dass sie sich Gewand mit viel Stoff leisten kann. Wenn die Frau einen kurzen Fetzen anhat, der ihr nur knapp über den Hintern hängt, dann könnten die Leut ja meinen, sie kann sich nicht mehr Stoff leisten.
Nicht mal im Sommer kann eine Frau in der Wirtschaftskrise einen kurzen Rock anziehen.
Auch wenn die Beine braun sind, musst du deine Beine pflegen. Du musst sie wachsen oder enthaaren, eincremen, damit sie schön glänzen, du musst zur Pediküre, damit deine Füße gepflegt und die Zehennägel schön bemalt sind. Und wer kann sich das leisten? Das kostet schließlich einiges.
Außerdem ziehen die Frauen kurze Röcke an, um die Blicke der Männer auf sich zu ziehen. Das wär ja an und für sich nichts Schlechtes, weil Mann hat ja in der Wirtschaftskrise eh keine Arbeit und daher viel Zeit, sich einiges anzuschauen, auch Frauenbeine.
Aber Frau will ja mehr. Vor allem wenn Frau auf Männersuche ist. Die will keinen, der arbeitslos ist, die will einen erfolgreichen mit einem guten Beruf, der ihm Geld bringt, und ihr auch.
Also wird sie einen langen Rock tragen, weil nur so einfach die Blicke arbeitsloser, armer Männer anzulocken, bringt nichts. Es ist sogar lästig. Die muss sie dann ja alle wieder los werden.
Außerdem wären die Männer noch mehr abgelenkt und würden sich auch gar nicht mehr anstrengen, eine Arbeit zu suchen.
Also tragen die Frauen lange Röcke, damit Mann sich denkt: Ich muss unbedingt zu Geld kommen, vielleicht kann ich sie, wenn ich einen Job habe, und mir eine Wohnung und ein Auto kaufen kann, mir aufreißen.
Es kann halt passieren, dass das zu lang dauert, und die Angebetete mit dem kurzen Rock wegen ihres fortgeschrittenen Alters und der Orangenhaut keine kurzen Röcke mehr tragen kann.
Ich mein, was tun wir in Zeiten, wenn es uns schlecht geht? Wir essen, nicht wahr? Wenn wir sonst schon nix haben können, dann müssen wir essen. Und vom vielen Essen werden die Beine auch nicht schöner, vor allem dann nicht, wenn ich mir kein Fitnessstudio und keinen Wellness-Urlaub leisten kann um das Fett wieder weg zu trainieren.
Bin ich froh, dass ich Lehrerin bin und unkündbar.
Vermutlich werden im Sommer, die einzigen Frauen, die kurze Röcke tragen, die Beamtinnen sein und sich vor den Blicken der Männer nimmer retten können.

Montag, Februar 02, 2009

winterschlaf - der frühling kommt !


Sollzustand verbessert werden oder nicht?
Weißbrot, dass Schwarzbrot gesünder ist?
Mannschaft doch nicht mehr als Frau.
Darmstadt Magenausgang.
Wirtschaft seine Frau aus dem Haus.
Schnurrbart Simpson!
Kabine weit und breit, nur Wespen.
Gorilla, go west!
Grabschänder, oder stirb!
Magnet arbeiten, mag schlafen.
Magenschleimhaut den stärksten Mann um.
Ödem, der lügt.
Raubkopie und lauf!
Annalog im tiefen Digital.
Trompete statt Trombose.
Einzelhaft statt triebhaft.
Nur mehr Elfmeter bis zum Tor.
Mauerblümchen nicht ein !
Schürzenjäger auch ihre Lippen?
Besser lautmalen als leisetreten.

Sonntag, November 23, 2008

kussverbot


Nun hat letzte Woche in einer Hauptschule der Direktor nach Beschwerden von einigen Eltern in seiner Schule ein Kussverbot eingeführt.
Das auch noch. Wo es die Jugendlichen eh so schwer haben.
Und nun entfällt auch noch das gegenseitige Abschlecken in jeder Pause.
Küssen erhöht das Denkvermögen. Das ist wissenschaftlich erwiesen.
Vermutlich haben die Lehrer Angst, dass die Schüler zu g’scheit werden.
Aber er hat schon recht, der Direx.
Ich mein, es weiß ja jeder, dass Küssen zu schweren Krankheiten führen kann, wie z.B. dem Pfeifferschen Drüsenfieber.
Da kann dann sogar die Milz reißen! Milzriss!
Das stelle sich mal einer vor, wenn da in einer Schule der Reihe nach die Milzen reißen.
Mit Milzrissen haben die Lehrer eher wenig Erfahrung. Sowas haben wir nie. Wir haben höchstens Nasenbluten und Bauchweh.
Außerdem führt die sogenannte Küsserkrankheit zu Leberschäden. Wo die Leber der Kids durch das Saufen eh schon so belastet ist.
Ich bin auf jeden Fall dafür, dass die Kinder sich so oft küssen dürfen wie sie wollen. Ohne Einschränkungen. Zu jeder Zeit und jeder mit jedem.
Die sollen schmusen, was das Zeug hält.
Das machen schließlich Britney Spears und Madonna auch. Und das vor Millionen von Zuschauern. Ich schau einfach weg, wenn’s mich reckt.
Ich bin überhaupt für mehr Lockerheit in der Schule. Jetzt haben wir eh schon so viel Gewalt.
Gibt es was Schöneres, als sich nach einer Massenschlägerei gegenseitig niederzuschmusen? Und wenn wir das erlauben gibt es vielleicht dann irgendwann gar keine Gewalt mehr wenn’s schmusen dürfen.
Vielleicht kommen’s drauf, dass ein Quickie in der Fünf-Minuten-Pause im Klo besser ist als sich zu prügeln.
Und die meisten sind ohnehin in drei Minuten fertig, weil das geht ganz schnell bei den Buben. Die brauchen ihre Jeans gar nicht auszuziehen. Sie hängen eh schon auf den Oberschenkeln.
Ich mein, nun tun‘s auf einmal so streng, die Verantwortlichen.
Da war man seinerzeit viel fortschrittlicher, damals als der Sinowatz das Raucherzimmer in Schulen eingeführt hat, damit nicht heimlich geraucht wird und das natürliche Lustbedürfnis der Kids nicht unterdrückt wird. Und nun sowas! Kuschelecken haben wir eh schon. Ich würd sagen, ein Vorhang und ein paar Kondome dazu und schon ist die Sache geritzt.
Da können sie sich dann alle treffen, herumschlecken, dabei Kaugummis austauschen und a bissl Petting machen. Und natürlich auch schnackseln, wenn‘ s wollen. Das geht sich schon aus in der kleinen Pause, die Lehrer kommen eh nie pünktlich in die Klasse.
Man muss einfühlsam vorgehen bei unseren frühreifen Kids. Wenn man die natürlichen Triebe unterdrückt, führt das zu schweren psychischen Schäden.
Man könnt' ja auch im Deutschunterricht einen Erlebnisaufsatz schreiben und gleichzeitig die Fremdwörter wie Koitus, Fellatio und Cunninlingus üben.
Man könnte das Ganze auch fächerübergreifend behandeln als Projekt. Eine Woche lang oder zwei.
Im Zeichenunterricht malen sie ein Graffiti mit riesigen Geschlechtsteilen, in Englisch machen’s ein Rollenspiel – Dick Whittington in Fuckingham Palace, in Geschichte könnte man die Sexualpraktiken der alten Römer durchnehmen und die Bücher vom Marquis de Sade lesen, in Mathematik könnte man den Kalorienverbrauch eines Orgasmus ausrechnen und nach dem Turnunterricht könnten alle gemeinsam duschen und sich gegenseitig einseifen.
Am Ende des Projekts steht dann eine Lernzielkontrolle.
Und diejenigen, die da einen Fünfer schreiben, kommen zur Förderstunde mit dem Biologie- und Religionslehrer. Teamteaching. Ist eh in.

Samstag, Oktober 25, 2008

leckermäulchen


Was hatten Essen, Sex und Briefumschläge jahrelang gemeinsam?
Richtig, das Lecken.
Irgendwann wurden selbstklebende Briefumschläge erfunden. Das war schon etwas Besonders, einen Brief zu schreiben, ihn in einen Umschlag zu stecken, diesen abzulecken und ihn dann zu verschließen.
Vor allem zu Weihnachten.
Nach dem Lecken von achtzig Umschlägen war ich komplett fertig. Mein Mund war ausgetrocknet, ich hatte Kopfschmerzen und brauchte danach zwei Liter Wasser weil ich total dehydriert war. Ich hatte ja keinen Hund, der das für mich erledigte und auch keinen französischen Liebhaber.
Außerdem lecken Liebhaber, nicht nur französische, lieber anderes als Briefumschläge.
Was, fragst du? Eis natürlich.
Eis lecken ist eines der schönsten Dinge überhaupt. Es gibt Menschen, die Eis beißen. Und kauen. Denen entgeht Grundlegendes.
Richtiges Lecken kann man übrigens trainieren. Am besten an einem Faschingskrapfen. Aber nur an einem, der mit dieser ganz fein passierten Marillenmarmelade gefüllt ist. Nein, du darfst nicht zuerst den Staubzucker ablecken, du Schweindl. Dann ist der Faschingskrapfen feucht wie ein Putzfetzen. Du beißt einmal ab, nur soviel, dass die Marmelade ein klein wenig zu sehen ist. Dann machst du deine Zunge ganz spitz und leckst die Marillenmarmelade heraus.
Du kannst das nicht, sagst du? Klar, kannst du das nicht. Das gehört geübt, jahrelang.
Es ist ja so eine Sache mit dem Lecken. Obwohl wir alle gern lecken und auch alles Mögliche, ist es unschicklich, es in der Öffentlichkeit zu tun. Nicht mal seinen eigenen Daumen darf man lecken geschweige denn den eines anderen.
Du darfst nicht einmal die Schokolade von einem Keks herunter lecken, außer du bist ein Hund. Dabei ist das doch ein solcher Genuss!
Lecken üben musst du ganz heimlich, zu Hause in deinen vier Wänden. Öffentlich an anderen Leuten zu lecken geht gar nicht.
Für das Lecken an anderen Personen gilt folgende Lecktion: Lecke niemals an einer Person, die du vorher nicht geküsst hast. Auch nicht im Büro und auch nicht wenn du die Person schon irgendeinmal heimlich geküsst hast.
Wenn du dann doch einmal an einer Person leckst, dann schließe deine Augen und konzentriere dich. Du wirst dich wundern, was du alles schmeckst – von süß bis salzig, alles wirst du schmecken. Du wirst schmecken, ob die Person am Abend zuvor einen Schweinsbraten gegessen hat oder Knoblauchbrot. Oder ob sie gerade zuvor mit dem Apfel- oder Orangen-Badesalz gebadet hat. In dem Fall ersetzt das Lecken eine Portion Obst.
Die Zunge ist in der heutigen Zeit eine Gefangene des Mundes. Sie muss drinnen bleiben. Immer. Außer du hast eine Halsentzündung und bist beim Arzt.
Das war nicht immer so. Früher haben die Leute ihre Teller abgeleckt. Das ersparte das Abwaschen.
Lecken ist nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Erotik. Aber übertreib es nicht, das kann gefährlich sein.
Leck nicht den ganzen Rücken deines Geliebten ab, vor allem nicht, wenn er einen breiten hat. Du streichst ja keine Wand und außerdem verlierst du zu viel Flüssigkeit und bekommst Kopfweh.
Übrigens – Wissenschaftler haben kürzlich die Ursache von Migräneanfällen bei Ehefrauen herausgefunden. Sie haben zu viel geleckt. An ihren Ehemännern.
Der krankhafte Drang, überall zu lecken ist gar nicht so selten verbreitet. Man nennt diese Krankheit Lecksikon. Menschen, die daran leiden, sind geistig etwas zurückgeblieben. Man nennt sie Lecktoren.
Vor einigen Jahren wurde die Lebensgeschichte eines solchen Menschen verfilmt, und zwar mit großem Erfolg: Hannibal Lecktor.

Sonntag, Oktober 05, 2008

wusch!



Es tut mir leid, ja wirklich.
Sie waren doch gestern am Billa-Parkplatz, nicht wahr? Gestern, kurz vor Ladenschluss.
Ich fühle mich wirklich schuldig.
Aber eigentlich ist der Herbstwind schuld, nicht wahr? Eigentlich kann ich gar nichts dafür. Trotzdem will ich mich entschuldigen.
Ich konnte nicht anders. Es war einfach so witzig. Sie waren selbst auch überrascht, nicht wahr? Sie ließen vor Schreck Ihren Autoschlüssel fallen als es passierte. Und der Einkaufswagen rollte weg.
Genau in dem Moment, als sie den Kofferraum öffnen wollten, war es nicht so?
Wusch! Ein Windstoß und weg war es.
Das Toupée.
Das Ihrige, das dunkelbraune, leicht gewellte.
Wie ein Fisch, der runter fliegt von der Angel.
Es tut mir leid, dass ich Sie anstarrte. Minutenlang mit offenem Mund.
Wissen Sie, was das Witzigste war? Diese Handbewegung. Diese Handbewegung, diese ungelenke. Viel zu langsam, viel zu spät. Keine Chance mehr, das Pelzviecherl auf Ihrem Kopf zu halten.
Ich musste einfach lachen. Ich konnte nicht anders. Es war einfach so witzig. Sie verstehen das doch, oder?
Ich weiß, es war unangenehm für Sie, weil alle schauten und lachten. Lauthals. Und da waren nicht wenige auf dem Parkplatz. Sie alle lachten sich fast zu Tode.
Als es dann noch unter Ihr Auto rollte, das Pelzviecherl und Sie sich bückten, haha. Mein Gott, das war Slapstick vom Feinsten.Ich machte mir fast in die Hose, so witzig war das. Es tut mir leid, dass Sie sich den Kopf anstießen, ja wirklich.
Aber wenn das nicht passiert wäre, hätte ich nicht Ihre Unterhose gesehen, die hinten über der Hose zum Vorschein kam. Das war das Beste! Genial war das.
Hat Ihnen die Ihre Frau gekauft? Dieses rosarot mit hellblau!
Sie haben mir den Tag versüßt, ja wirklich! Ich lachte danach noch eine halbe Stunde.
Sie sollten auf die Bühne, ja! Unbedingt. Ein zweiter Mister Bean. So einen haben wir eh noch nicht in Österreich.
Sorry, ich höre nun auf zu lachen. Ich beruhige mich. Tut mir leid. Ich bin selber überrascht, wie gemein ich bin. Wie böse.
Aber – ich will das gutmachen. Okay?
Schreiben sie mir, ja?
Ich werde Ihre Adresse an den örtlichen Kulturverein weiterleiten. Vielleicht könnten wir ja was zusammen machen. Ich wär eine gute Managerin.

Samstag, September 20, 2008

gangaufsicht


Die Einteilung der Gangaufsichten an unserer Schule ist eine besondere Sache. Gangaufsichten müssen in jeder Pause gehalten werden.
Gangaufsichten gibt es im ersten Stock, im zweiten Stock, im dritten Stock, in der Garderobe, in der Bücherei und im Buffet.
Gangaufsichten müssen um dreiviertel acht, in den beiden großen Pausen und in den kleinen Pausen gehalten werden.
Es gibt fünfzig Lehrer und jeder Lehrer muss sich für vierzig Minuten Gangaufsicht in die Liste eintragen.
Um die Sache einfacher zu gestalten, sind auf dem Plan für die Gangaufsichten die ersten zwei Buchstaben der Lehrer zu sehen. Für Vorname und Nachname ist kein Platz auf dem Plan.
Alles wunderbar, wären die Lehrer in der Lage, ihre Gangaufsichten so einzutragen, dass es auch passt.
Aber es gibt immer wieder welche, zu denen ich mich auch zähle, die Gangaufsichten falsch eintragen, bzw. dann eintragen, wenn sie nicht in der Schule sind.
Was nützt es, wenn du dich um dreiviertel acht morgens einträgst, wenn du erst um zehn Unterricht hast?
Ob du es glaubst oder nicht, es haben ziemlich viele Lehrer an manchen Tagen erst um zehn Unterricht.
Die Chefin steht da mit der Liste, weil nichts passt. Weit und breit zu wenige Lehrer, die Gangaufsicht halten.
Es ist Montag fünf vor acht, die Chefin liest vor. Die Lehrer, die da sind und nicht um zehn Unterricht haben, hören zu oder tun so.
Die Chefin ist genervt.
Sie liest vor:
Am Montag früh wäre Scharsi dran im ersten Stock, die hat aber erst um neun Unterricht, also übernimmt Haha die Gangaufsicht. Die Gangaufsicht von Haha um dreiviertel acht im dritten Stock übernimmt dafür Mokla. Die war am Montag um 9.45 im zweiten Stock. Ihre Gangaufsicht übernimmt Fiwa, der am Dienstag um 7.45 in der Garderobe war. In der Früh brauchen wir zwei Gangaufsichten. Zusätzlich zu Fiwa nehmen wir noch Zebi dazu. Behu muss dafür am Dienstag für Fiwa in der Garderobe die Aufsicht halten gemeinsam mit Pfbr. Nun haben wir aber keinen am Dienstag in der großen Pause im dritten Stock. Ladi, gehst du da bitte hinauf gemeinsam mit Grüge. Grüge kann nämlich am Dienstag nur in der großen Pause, weil er vorher schon in der Bücherei mit Rere war. Außerdem fehlt noch jemand im Buffet für die Mittagsaufsicht. Machst du das, Amwo? Amwo bin ich.
Nein, das geht nicht, sage ich. Am Mittwoch habe ich schon zwei Gangaufsichten, eine mit Brolo im dritten Stock und die zweite große Pause mit Pfiga im ersten Stock.
Okay, dann macht die Mittagsaufsicht im Buffet die Aschma mit dem Schaka.
Aschma und Schaka, sage ich zu Brolo. Ob das gut geht? Die streiten doch immer.
Die streiten doch immer, ruft Beba.
Genau, sagt Stano. Das funktioniert nicht, Chefin.
Die Chefin sieht das ein.

Ok, dann machen das halt Pöma und Pika.

So ein Unsinn, ruft Fika, die beiden Jungspunde im Buffet. Das geht nicht.

Ok, dann mach du das, Fika, sagt die Chefin, gemeinsam mit der Pibri.

Fika schnauft, sagt aber nichts. Fika würde lieber mit Urda der jungen Lehrerin die Gangaufsicht halten.

Fika schaut in seinen Plan. Das geht nicht, sagt er. Da hab ich nicht Zeit. Da geh ich schon um zehn heim. Das soll der Etschbe halten.
Du Aff, sagt Husi, der Etschbe ist nicht mehr an unserer Schule.
Wurscht, sagt Fika. Ich kann nicht.
Ok, sagt die Chefin, dann machen die Mittagsaufsicht die Obgu und die Urda. Aber dabei bleibt es nun.
Amwo, du hättest heut um dreiviertelacht Gangaufsicht gehabt, sagt die Chefin zu mir, gemeinsam mit dem Wigo. Du hast wieder einmal vergessen, wie so oft.
In der Früh Gangaufsicht, das geht gar nicht. Du weißt, dass ich in der Früh nicht kann, sage ich. Warum machen das nicht Brgr und Klaru? Die sind eh schon immer um sieben da.
Es ist zwanzig nach acht.
Fiwa, Scharsi, Mokla, Zebi, Behu, Pfbr, Ladi, Grüge,Rere, Stano, Schaka, Aschma, Pfiga, Pöma, Pika, Pibri, Fika, Urda, Etschbe, Husi, Wigo Obgu, Brgr, Klru gehen in ihre Klassen.
Als ich in gehen will, komm ich drauf, dass heute Montag ist und ich erst um neun Unterricht habe.
Also gehe ich mit Brolo Kaffee trinken. Die ist auch zu früh da.