Samstag, Oktober 31, 2009

farbenfroh


Der graue Alltag
Eine weiße Weste tragen

Ins Blaue fahren

Sich grün und blau ärgern
Die Welt durch eine rosarote Brille sehen
Grün hinter den Ohren sein

Gold in der Kehle haben

Sich schwarz ärgern
Rot sehen

Vor Neid gelb werden


Im grauen Alltag tragen nur wenige eine weiße Weste. Sie fahren ins Blaue und ärgern sich beim ersten Stau grün und blau.
Könnte ich doch die Welt durch eine rosarote Brille sehen!
Doch manchmal bin ich noch grün hinter den Ohren obwohl ich kein Gold in der Kehle habe.
Manchmal ärgere ich mich schwarz weil ich rot sehe.
Aber selten werde ich vor Neid gelb.

Dienstag, Oktober 27, 2009

da herr dokta


Nun hab ich einen Doktor in der Familie.
Endlich.

Doktor sagen wir in Österreich zum Arzt.
Wir sagen nicht: Heute muss ich zum Arzt. Nein, wir sagen: Heute muss ich zum Doktor.
Wenn ich Doktor hör, dann fällt mir der Winter ein. Der Doktor Winter samt seiner Frau, der Frau Doktor.
Bei uns kommst als Frau ganz leicht zu einem Doktortitel. Du heiratest. Einen Doktor. Und mit ihm den Titel.
Der Doktor Winter war ein stattlicher Mann mit Goldrandbrille. Über zwei Meter hoch mit einem dicken Bauch.
Normalweise fallen bei hohen Menschen Bäuche nicht sehr auf.
Das war beim Doktor Winter anders. Weil wenn du vor ihm standest, dann hattest immer den Bauch vor’m G’sicht mit dem baumelnden Stethoskop.
Ein Stethoskop ist für einen Doktor sowas wie seinerzeit für den Lehrer das Batzensteckerl. Da hast gleich einen ordentlichen Reschpekt bei den Leuten.
Der Doktor Winter war, anders wie sein Name vermuten lässt, immer braun gebrannt. Doktor Sommer wäre passender gewesen. Er war sehr gesprächig und redete niemals in der Mundart, immer hochdeutsch – das Deutsch halt, das wir Österreicher als Hochdeutsch bezeichnen.
Die Hochdeutschen sehen das sicherlich anders.
Trotz seines Hocheutsch redete er alle Patienten mit DU an. Ich weiß nicht, warum, aber ich kenne keinen Doktor, der seine Patienten siezt. Und wenn mich einer duzt, dann duze ich auch. Wo samma denn? Das wär ja noch schöner.

Auch mein derzeitiger Doktor duzt mich. Und ich ihn auch. Als ich wegen einer starken Erkältung das erste Mal bei ihm war, hat er mir seine ganze Lebensgeschichte erzählt, die so traurig ist, dass ich sie hier nicht wiedergeben kann. Sie ist so traurig, dass ich weinen muss. Und ich bin gerade nicht in Weinlaune. Außerdem kann ich nicht gleichzeitig tippen und weinen. Eine ganze Stunde erzählte er und ich wurde wahnsinnig traurig und fing zu weinen an. Am Anfang ging’s noch, aber am Schluss war ich nur noch Rotz und Wasser.
Gott sei Dank merkte er das nicht, weil ich ja so erkältet war.
Nach dem Erzählen machte er mir ein Kompliment: Du schaust aber auch gut aus für dein Alter und ich antwortete unter Tränen: Du auch. Aber weil er verheiratet ist mit Kindern ließ ich es dabei bewenden.
Außerdem genügt ein Doktor in der Familie.

Nun aber zurück zum Herrn Doktor Winter.
Anfang des Winters, und das ist nun Zufall,dass der Doktor auch so heißt, rotzen und husten dir die Schüler ständig ins G‘sicht und es erwischt mich jedes Jahr, dass ich die Sucht bekomme.
Sucht ist in dem Fall nicht Hochdeutsch sondern Pinzgaurisch, wird mit langem U ausgesprochen – Suuuuucht – und heißt übersetzt Erkältung.
Und weil du als Lehrer eh genügend Ferien, Zwickeltage und freie Nachmittage hast, bleibst du wegen so einer kleinen Suuuucht nicht daheim. Du schleppst dich in die Schule und gehst zum Doktor, damit er dir was gibt.
Der jetzige Doktor gibt mir dann immer eine homöopathische Spritze, die zwar nicht hilft, aber weil du daran glaubst, hilft sie doch.
Der Doktor Winter gab dir nichts Homöopathisches, wohl aber eine Spritze. Spritzen waren sein Markenzeichen.
Egal, was du hattest, eine Spritze musste sein.
Zwei Mal am Vormittag gab es Spritzentermin. Einmal für die Frauen und einmal für die Männer. Massenspritzung.
Ich war jeden Winteranfang bei einer dabei. Bei der der Frauenmassenspritzung. Das war ein Erlebnis!
Die Pensionisten und Pensionistinnen des Dorfes, kamen jeden Vormittag auf ein Rheumaspritzerl, ein Herzspritzerl oder ein Bluthochdruckspritzerl .
Ich kam nicht jeden Vormittag, aber jeden Winteranfang. Wegen dem Suuuchtspritzerl. Punkt zehn Uhr war es soweit.
Der Herr Doktor riss die Tür zur Ordination auf, nahm seine goldene Brille von der Nase und rief laut in den Warteraum: Liebe Damen, hereinspaziert zum Spritzen!
Und dann marschierten alle Damen hinein, stellten sich in Reih und Glied auf, hoben ihre Kitteln mit einer Hand hoch, schoben die Strumpfhose und das Unterhoserl - einige auch das Unterhoserlzelt hinunter - und gackerten.
Ich vergaß jedes Mal zu husten und zu niesen und stellte mich immer ganz hinten in die Ecke.
Und dann ging es los. Der Herr Doktor zückte ein Spritzerl nach dem anderen, ging zur ersten in der Reihe, sagte verschmitzt: Raus mit dem Popscherl, das hamma gleich.
Die Frauen piepsten leise aua.
Sodala, schon vorbei, sagte der Herr Doktor und gab jeder zum Abschluss noch einen Klaps auf’s Popscherl. Fertig. Raus. Die nächste.
Ganz zum Schluss kam ich dran. Mir klapste er nicht auf’s Popscherl. Sein Glück. Ich hätt ihm sonst auch wo draufgeklapst. Und die goldene Brille wär dann zwar noch golden gewesen, aber nicht mehr auf seiner Nase, sondern zerquetscht am Boden.
So, Amadeaerl, das war’s. Hast eh nichts gespürt?
Na, passt schon, pfiati. Und weg war ich.
Und nach zwei Stunden die Suuucht auch.

Nun ist der werte Herr Sohn auch Doktor. Und wie es sich gehört, hatten wir Promotion. In Innsbruck. Und er musste schwören, den Eid, den hippokratischen, und er strahlte weil er nun Doktor ist und ich auch, weil ich nicht mehr zahlen muss. Und ich klatschte und knipste und war stolz. Und der Exmann war auch da. Und der klatschte und knipste auch. Und war auch stolz. Nach dem Essen las ich noch ein Gedicht vor. Eins vom Wilhelm Busch.

Nun hab ich einen Doktor in der Familie. Unfallchirurg wird er. Da muss ich noch mal reden mit ihm. Ich bin für Schönheitschirurg. Bin ja in dem Alter…

Montag, Oktober 26, 2009

zitronenhuhn



Nein, die Fliegen kamen nicht von dem Zitronenhendl, das ich zwei Wochen lang im Rohr vergessen hatte. Ja, da war etwas Schimmel, aber nur ein bisschen.
Eigentlich waren es ja keine Fliegen, es waren Motten. Ein paar Maden waren auch dabei. Nein, nicht viele. Außerdem sollen die ja gesund sein, nicht wahr? Eiweiß und so.
Die Motten schwirrten schon einige Tage in der Küche herum. Klar kamen die von den getrockneten, italienischen Tomaten. Ausländisches Zeug.
Sag eh immer, kauf österreichische Qualitätsprodukte. Naja, zwanzig Kilo Mehl, Polenta, Hirse, Couscous und Haferflocken wanderten in den Müll.
Nein, es war nicht schlimm, das Hendl zu entsorgen. Ich warf es einfach mitsamt dem Behälter in die Mülltonne. War ja nur ein bisserl Schimmel drauf. Und außerdem ging das Putzen dann in einem Aufwaschen.
Gleichzeitig räumte ich auch den Kühlschrank aus und entsorgte die angeschimmelten Birnen, Paprika und die seit August abgelaufene Buttermilch. Das ging alles ganz schnell. In drei Stunden hatte ich das.
Der Küchenschrank ist jetzt so schön leer. Und der Kühlschrank auch.
Nein, Schweindl bin ich keines. Aber wenn du das Zitronenhendl nachkochen willst, hier ist das Rezept.
Aber das sag ich dir, italienische Tomaten kommen mir nicht mehr ins Haus. Die sind alle mottenverseucht.

Sonntag, Oktober 25, 2009

er war perfekt


Als ich die Tür öffnete, sah ich ihn. Mein Herz pochte laut, ich zitterte.
Das war er.
Ich ging an den Tisch, an dem er saß und auf mich wartete. Seine Augenbrauen hoben sich, als er mich sah.
Er richtete sich die Krawatte, stand auf, lächelte und sagte: Sehr erfreut, Hugo mein Name.
Er reichte mir die Hand. Sie fühlte sich trocken und etwas rau an.
Unsere erste Begegnung war kurz, aber intensiv. Sein Blick vielversprechend. Ich wusste, es war perfekt. Ich wusste, er war perfekt. Ich wusste, wir würden wunderbar harmonieren.
Die Zeit von unserem ersten Treffen bis zu seinem Anruf schien ewig zu dauern. Obwohl nur ein Tag verging, bis er anrief, konnte ich es kaum erwarten, seine Stimme wieder zu hören.
Er sagte, wie sehr er unser erstes Aufeinandertreffen genossen hatte und dass er wusste, ich wäre eine Bereicherung für ihn. Ihm gefielen meine Art und meine Persönlichkeit. Ich sei eine tolle Frau und wir würden gut zueinander passen. Wir verbrachten den nächsten Tag mitsammen.
Ich war überglücklich, schwebte auf Wolken. Ich würde mehr als gut zu ihm passen und würde alles für ihn tun, nahm ich mir vor. Ich würde ihn anlächeln, seine geheimsten Wünsche ablesen und nur für ihn da sein. Wir würden uns kennenlernen, die nächsten Tage, und die übernächsten, die folgenden Wochen, Monate, Jahre. . .
Von nun an verbrachten wir jeden Tag mitsammen. Nur an den Wochenenden nicht. Er gab mir die Freiheit, meine Wochenenden auf meine Art zu verbringen. Er bezahlte für alles.
Ich war ein anderer Mensch geworden, ich strahlte, jeder Tag war ein Festtag. Meine Freunde bemerkten die Veränderung und waren begeistert.

Eines Tages war alles anders. Ich weiß nicht, wann genau es begann. Er hatte sich verändert. Von einem Tag auf den anderen.
Alles war selbstverständlich geworden, meine Anwesenheit, die täglichen Aufmerksamkeiten, mein Bemühen. Er wirkte abwesend und war schlecht gelaunt. Er kümmerte sich nicht mehr um mich, war unaufmerksam.
Wenn ich ihn sehen wollte, musste ich immer den ersten Schritt tun. Oft war er unauffindbar. So als ob er sich versteckte.
Es gab kein Danke, kein Lächeln, nichts.
Es ermüdete mich. Ich war schlecht gelaunt, auch am Wochenende.
Meine Freunde warnten mich. Schau auf dich, Amadea. Verbring nicht so viel Zeit mit ihm. Lass ihn links liegen.
Ich wollte nichts davon hören. Das konnte doch nicht sein, nach allem, was war.
Nach wie vor bezahlte er für all meine Ausgaben. Aber das bedeutete mir nichts mehr. Mir fehlten seine Aufmerksamkeit, seine Wertschätzung.
Ich wurde krank. Ich musste im Bett bleiben.
Am dritten Tag rief er an. Wir müssten uns treffen und die Situation besprechen.
Was besprechen? Was gab es zu sagen? Ich wollte nicht mehr bei ihm sein. Ich wollte ihn nicht mehr sehen. Ich wollte Schluss machen ohne dieses unnützes Gespräch. Es gab nichts mehr zu sagen. Es war alles klar.

Nachdem ich wieder gesund war, willigte ich doch ein, ihn wiederzusehen. Wir trafen uns am selben Ort, an dem wir uns kennen gelernt hatten. Er saß schon da, als ich kam. Dieses Mal stand er nicht auf. Er lächelte auch nicht. Er war einsilbig, wirkte enttäuscht. Dabei hatte er gar keinen Grund!
Mir wurde übel. Ich wusste, was passieren würde.
Er sagte, er würde mich nach wie vor schätzen, ich sei eine wunderbare Frau, aber wir würden nicht zueinander passen, das wisse er nun. Es täte ihm leid, er wünschte, die Dinge zwischen uns hätten sich anders entwickelt und er würde mich nicht mehr brauchen. Er müsse sich nach jemandem anderen umsehen.

Das war’s. So einfach.
Ich war gefeuert.
Von meinem Boss.
Hugo Boss.

Freitag, Oktober 23, 2009

D'Moiz'n und d'Knepf


Hiaz ho i koa Brod meahr dou.
Hom d'Noracha zschnochts an gonz'n Weck'n gschlengg.

Nun ist kein Brot mehr da.
Die Kinder haben nachts den ganzen Wecken verschlungen.

Moizn = Mädchen
Knepf = Buben (Knöpfe)

Donnerstag, Oktober 22, 2009

crispy duck


Wir betreten die wunderbare Welt des Salzburger Tiergartens.
Wir, das sind Nichte Kati, Neffe Michael und ich.
Siebzehn Euro und wir sind in der Heimat der brüllenden Löwen, der schlauen Leoparden, der unverschämten Affen und der sicheren Absperrungen.
Das stimmt nicht ganz. Der Teich da in der Mitte des Zoos liegt da, ohne Absperrung, ohne Zaun, ganz frei da.
Und da, in dem Teich tummeln sich die wirklich gefährlichen Viecher, allerlei Vogelgetier und Federvieh. Und alle laufen und schwimmen frei herum, auf der Suche nach Essbarem.
Und man bemerkt sofort – sie alle hassen die Menschen. Sie hassen die Zuschauer, die Voyeure, die eindringen in ihre Privatsphäre. Ihr Blick bedrohlich, die Schnäbel hoch erhoben. Bereit zum Angriff.
Hinterhältiges Federvieh, hinterhältiges.
Am schlimmsten sind die Enten.
Ich verspreche dem Neffen und der Nichte: Ja, wir füttern sie, die Enten.
Brot haben wir dabei.
Ich muss zu meinem Wort stehen. Als Tante. Sie werden sich immer erinnern an diesen schönen Sonntagnachmittag.
Weißt du noch? wird Kati zu mir sagen, jahrelang, immer wieder.
Weißt du noch, Tante Amadea, als wir im Zoo . . . ? Ja, Kati, werde ich sagen, und ihr über’s Haar streichen.
Damals . . . werde ich sagen, und der Angstschweiß wird mir auf der Stirn stehen. Auch noch in dreißig Jahren.

Langsam, ganz langsam nähere ich mich dem Federvieh. Und während ich mich anschleiche, beobachte ich die Enten genau, sehe, wie sie auf das Stück Brot in meiner Hand starren. Der Schnabel halb offen, bereit, anzugreifen. Mein Körper ist angespannt, mein Geist hellwach.
Du kriegst mich nicht, niemals kriegst du mich.
Plötzlich – Kati springt nach vor, ahnungslos, sich der Gefahr nicht bewusst, ihre Hand nach vor streckend: Da, Ente. Brot, nimm, da.
Die Ente weicht zurück. Vor Kati.
Dann - blitzschnell fährt der Schnabel nach vor.
Attacke!
Warum mich? Ich hab nichts gemacht.
Aua! Schmerz durchfährt mich. Meine Hand im Entenschnabel. Es zwickt, ich komm nicht los, obwohl ich ziehe und reiße.
Auf einmal! Au, mein Fuß! Ein zweites Untier hat sich festgeschnabelt. Es starrt mich an, zwickt, quakt laut.
Und wieder.
Aua!
Flügel, Federn, Schmerz.
Ich sehe nur Ente. Überall Ente, Federn, Schnäbel.
Flügel schlagen. Lautes Quaken. Aua!
Ich reiße mich mit letzter Kraft los und laufe. Weg, nur weg!

Da stehe ich nun. Ich schwitze. Ich friere. Ich zittere.
Tante, ruft Kati, Tante. Die Ente ist ganz lieb.
Ich beruhige mich. Schaue hinüber zum Ort des Schreckens.
Da stehen sie. Kati und Michael. Von Enten umringt. Ganz friedlich. So als ob nichts geschehen wäre. So, als ob die Enten nie etwas anderes getan hätten, als friedlich und zufrieden quakend Brot aus Katis und Michaels Händen zu fressen.
Ich mag keine Tiergärten. Ich hab sie nie gemocht. Schon als Kind nicht.
Kinder, wir gehen, ich hab Kopfweh. Kommt.
Kati und Michael folgen mir widerwillig.
Wir haben die Enten noch gar nicht gestreichelt, Tante Amadea.
Ein anderes Mal, sage ich. Wir fahren nun einkaufen.
Im Europark bekommt Kati eine Stoffente, Michael einen Lego-Zoo und ich kauf mir crispy duck beim Chinesen.

Magst du keine Enten? fragt mich Kati als wir im Auto sitzen.
Ich liebe Enten, Kati. Am liebsten knusprig und zerkleinert. Ganz fein.

Donnerstag, Oktober 15, 2009

winter wonderland


Alles weiß heute morgen im Garten.
Wie ich doch den Schnee liebe!

Der ausgediente Rasenmäher, das verbeulte Fahrrad, der alte Stuhl, der kaputte Plastiksack, der löchrige Sonnenschirm in der Ecke, die Plastikblumentöpfe – alles weg, alles zugedeckt, alles weiß.
Wie verzaubert.
Von einem Tag auf den anderen alles wunderbar aufgeräumt.

Wie einfach es doch ging. Ohne irgend etwas zu tun, ohne die geringste Anstrengung.
Wie heißt es doch? Geduldig sein, warten und Tee trinken. Es wird schon.

Winterzaubertee im Flannellpyjama und Wollsocken – träumend.

Let is snow, let it snow, let it snow .
I’m dreaming of a white Christmas.
Und dann träume ich noch vom weißen Jänner, und vom weißen Februar und vom weißen März und vielleicht noch vom weißen April.

Mittwoch, Oktober 07, 2009

kabarettistische lesung mit musik


Am 17. Oktober ist es wieder einmal soweit.
Eine Bluesband und ich treten auf.
Ich freu mich sehr darauf.
Wenn jemand kommen mag, bitte mailen - amadeas_world@gmx.at
Ich schick dann eine Einladung.

Montag, Oktober 05, 2009

salzkammergut abschaben


Wie war das, als ihr SANKT, JOHANN?

Also - wir waren fischen, stundenlang. Und weit und breit nichts.
Ich SEEKANAL und kein FISCHHORN. Dabei war ich so hungrig. Ich konnte nur auf den MAISHOFEN; den mir meine Frau mitgegeben hat.
Mir tat schon die LEND weh, vom vielen Warten.
Plötzlich seh ich jemanden. Mein Nachbar! Wie immer, wenn ich den MATTSEE, diese RAMSAU, war ich vollends FLACHGAUdi ist das keine, dachte ich mir.
Gleich zieht’s mir die ZEDERHAUS, ging es mir durch den KOPPL. Ich glaub ich zieh mich zurück ins TENNECK. Gott sei Dank hat er mich nicht entdeckt.

Ja, der TAXENBACH ist an einigen Stellen tief. Und weit und breit keine BRUCK, über die man gehen kann. RAURIS, das Wetter, bei uns.

EBEN, da geschah es dann halt. Ich fiel in den TIEFENBACH. Nicht einmal die Gummistiefel DIENTEN mir. Ich konnte nur ein "Maria HÖF mir" zum Himmel schicken. Aber mir ist ja nichts passiert.

Es ist sowieso gefährlich bei uns. Wenn du INNERGEBIRG gehst, kann es dir passieren, dass du nimmer heil heim kommst.

Ich bin oft den ganzen Tag am SAALBACH unterwegs, OBERTRUM überseh ich so manche Gefahr. Und ich ZELL AM SEE mit dem Herrn LOFER, dem ehemaligen Gemeindebediensteten, jeden Morgen die vielen SCHAFBERG auf und bergab, einige weiß, andere ganz SCHWARZ,ACH, eine Arbeit ist das. Über zweihundert hab ich gezählt.
Gestern war ich MITTERSILLvia und ihren DREI BRÜDERN am Berg, KAPRUN weit und breit, nur EINÖD, und ich so einen Durst. In so einer Umgebung machst bei den Touristen ka GRIES.
Mit dabei waren auch meine KITZ,LOCH nit – die wären fast FUSCH gewesen, so stark hat es geregnet.

TRAUNSEE sich das zu, mit dir unterwegs zu sein?

Na ja, das geht schon. Ich hab ihnen a GROSSOARL zum Essen gegeben, dann eine WEISSSEE, schließlich haben sie sich beruhigt. Einfach war es nicht. Ich war ja ganz HALLEIN mit den Kindern.
Nicht einmal die GOLLING war da, meine Freundin, die Chinesin, die war am ALTENMARKT. Ihr Bruder, der SCHLADMING wohnt da. Seine Vorfahren hatten alle hohe Ämter in der Dynastie.
Sie ist mit dem RADSTADT dem Auto gefahren. VORFUSCH kehrte sie aber um. Sie hatte sich SCHMITTEN im WALD verirrt und wusste weder ein noch HAUS.
THANNBERG ich sie halt noch, dachte ich mir. Ich hatte FIEBER,BRUNNz dich ja nicht an, ging es mir durch den KOPPL.
Ich schnappte sie am HEUTAL – da beim Hals und rief: WATTENS, ich werd Sie auf ELSBETHEN, wo wir doch kein HAUSHAM.
Nach einer Weile brachte ich sie über den BERGHEIM. Ich wollte sie schon fast KÖSSEN, so WILDSCHÖNAU war sie.
Nein, das geht nicht, entschied ich. Ich muss sie FREILASSING.
Wenn ich mich a WENG daHINTERGLEMM, sagte ich mir, bin ich in zwei Stunden wieder daheim, vor allem wenn ich mit der MARIAPFARR. Die hat nämlich ein Pferd samt Wagen und ich muss dann nicht LAUFEN.
Dann fiel mir aber ein, dass sie auf Urlaub war und dachte mir: Ich kann nun nicht auf ihr VIEHHOFEN und herum UNKEN.
Nach drei Stunden kam endlich mein Freund. Wenn ich mit dem LEOGANG, dachte ich bei mir, würde das auch klappen. Der würde mich niemals FERLEITEN. Der bringt mich sicher in seine KUCHL.
Und nun sitz ich da. Ich WAGREIN gar nichts mehr zu essen, mir fällt grad der GASTEIN, der zu viel Salz gegessen hat. War dem übel!
Und das Stangerl, das ich da bekommen hab, ist mir viel zu salzig.
Aber SALZKAMMERGUT abschaben.

dreifürzwei


Wenn Sie drei nehmen, bekommen’S eine gratis, sagt die Verkäuferin, als ich zur Extrawurst greife.
Wie ich das hasse.
Wenn ich eine Wurst brauche, dann brauche ich eine. Und nicht zwei und schon gar nicht drei. Egal, wie viele ich gratis bekomme. Ich will eine Wurst und nicht mehr. Am liebsten würde ich die Verkäuferin mit der einen Extrawurst, die ich gratis bekomme, erwürgen.
Nehmen’S doch drei Dosen, Frau Amadea – dann bekommen Sie eine gratis dazu.
Nein, ich will keine vier Dosen, ich will eine, eine !!
Ich stehe an der Theke der Billa-Filiale, im Einkaufskorb eine Extrawurst und eine Dose Mais.
Vor mir eine alte Frau. Sie hat drei Stück Salami im Wagerl.
Mittlerweile warte ich schon eine halbe Stunde und denke ernsthaft darüber nach, ein Volksbegehren zu initiieren, das alten Leuten das Einkaufen während der Stoßzeiten verbietet.
Haben eh so viel Zeit wie die Ewigkeit lang ist. Aber nein, sie gehen justament vor Ladenschluss einkaufen. Und komischerweise, wann immer ich mich an einer Theke oder an einer Kassa anstelle - vor mir ist immer eine alte Frau.

Als ich endlich dran bin, und ein Baguette verlange, sagt die Verkäuferin: Heute hamma Angebot, Frau Amadea- fünf zum Preis für drei.
Ich will nur eines, danke, sage ich warnend.
Aber Sie würden viel Geld sparen.
Ich will nur eines, danke, wiederhole ich.
Im Geiste hab ich die Verkäuferin schon an der Gurgel geschnappt und bin dabei, sie zu erwürgen. Äußerlich bleibe ich total ruhig und entspannt, lächle und schüttle höflich meinen Kopf.

Als ich zur Kassa gehe, sehe ich, dass niemand wartet. Ich seufze erleichtert auf. Ein Wunder ist geschehen, keine alte Frau, kein alter Mann, niemand !
Ich lege die Extrawurst, das Baguette und die Dose Mais auf’s Band, da schaut mich die Verkäuferin freundlich an und sagt: Heute hätt ma Rosen im Angebot, Frau Amadea. Rote Rosen. Zwei Bund zum Preis von einem.
Und sie hält mir fünf verwelkte Rosen in Plastik vor’s Gesicht.

Und ich sehe nur noch rot.

Salzburger Nachrichten, 2009-10-05
Heute, kurz vor Ladenschluss kam es in einer Billa-Filiale in Salzburg zu eine folgenschweren Auseinandersetzung.
Eine Lehrerin – Name ist der Redaktion bekannt, schlägt die Kassiererin mit einem Bund Rosen krankenhausreif.
Die Lehrerin hat der Kassiererin derart brutal zugesetzt, dass diese – nach Eintreffen der Polizei – im Hospital ambulant behandelt werden musste.
Die Salzburger Polizeibehörde war mit insgesamt vier Streifenwagen am Tatort angerückt. Die Lehrerin wurde daraufhin festgenommen.
Nun wird gegen sie wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Freitag, Oktober 02, 2009

aufgeschnappt


Sprachkurs: Pinzgaurisch

Odatt, da Dee datt.
Opa, der Tee wär fertig.

Soi i's Bleamistöcki dou heastö'n?
Na, dou dadiascht's da.
Dou ummi?
Dou dadiascht's da aa.

Soll ich das Blumenstöckchen da her stellen?
Nein, da verdörrt es dir.
Dort hinüber?
Dort verdörrt es dir auch.