Samstag, Februar 21, 2009

anleitung zum kranksein


Nun ist die beste Zeit dafür, einige Tage zu Hause zu bleiben und dich zu erholen. Also, krank werden ohne wirklich krank zu sein.
Merke dir: Die Art deiner Krankheit ist der Schlüssel zu deinem Wohlbefinden.

Wie krank bist du?
Du bist nicht schwer krank. Aber krank genug, nicht zur Arbeit zu gehen und guten Gewissens einige Tage fernsehend auf dem Sofa zu verbringen. Wichtig ist, dass dich deine Kollegen bedauern.

Welche Krankheit hast du?
Übelkeit ist ganz gut. Erkältung auch. Es sollte aber schon eine ordentliche Erkältung sein. Ein bisschen Husten und Schnupfen sind zu wenig. Die Erkältung sollte so stark sein, dass alle wissen, dass du liegen musst. Den einzigen Weg, den du zurück legen kannst, ist der Weg von der Couch ins Bad oder aufs Klo und wieder zurück.
Im Verlauf der Erkältung kann es sein, dass der eine oder andere Kollege dich besucht. Dann ist es wichtig, zu stöhnen und krank auszusehen. Übe das also vorher.
Schwangerschaft ist auch ganz gut. Deine Kollegen nehmen Rücksicht auf dich, du brauchst an keinen langen Konferenzen teilzunehmen, weil dir dein Kreuz so weh tut und die ersten drei Monate kannst du mindestens einmal pro Woche zu Hause bleiben oder erst um zehn in die Schule kommen – wegen Übelkeit. Bedenke, dass die Schwangerschaft neun Monate dauert. Also nicht in den Sommerferien schwanger sein. Du wirst am besten in der letzten Ferienwoche schwanger, dann geht sich das aus. Am Ende der Schwangerschaft musst du dir aber überlegen, woher du ein Baby bekommst.
Die Königsdisziplin aller Krankheiten ist die schwere Infektion. Schwer, aber nicht schmerzhaft. Da brauchst du halt jemanden, der total immun gegen Infektionskrankheiten ist, der dir dein Bettzeug überzieht, Tee kocht und Schokolade kauft. Sonst nimmt dir das keiner ab. Wenn du allein lebst, wird das schwierig. Dann glaubt dir kein Kollege, dass du zwei Wochen lang ohne Schokolade auskommst. Und niemand deiner Kollegenschaft wird dir Schokolade bringen, weil du ja so ansteckend bist.

Wann bist du krank?
Der beste Tag, eine Krankheit zu beginnen, ist Mittwoch. Dann hast du mindestens drei Tage und das Wochenende dazu.
Gut geeignet sind auch Tage, an denen eine Konferenz ansteht. Wenn du vor einer Notenkonferenz krank bist, dann musst du schon alle Noten eingetragen haben. Oder willst du, dass jeden Tag der Direktor anruft oder irgendein Kollege an deiner Tür läutet, weil er die Geographie-Note vom Bauer Michael noch braucht?
Regentage sind gut geeignet. Du willst doch nicht bei strahlendem Sonnenschein im Haus bleiben. Vermeide also Schönwettertage.
Die Winterzeit ist immer ideal. Auch ideal die Tage vor den Weihnachtsferien.

Krankheitsverlauf
Am Anfang, wenn du noch in der Schule bist, musst du Geräusche machen. Niesen, husten, räuspern. Verbinde sie mit Handbewegungen. Ein kurzer Griff an die Stirn, auf den Bauch. Achte auf deine Mimik. Verzerre ein wenig das Gesicht, bewege dich langsam, eventuell etwas gebückt. Aber übertreibe nicht.
In dieser Phase musst du schon wissen, welche Krankheit du bekommen willst. Du kannst dir nicht auf den Kopf greifen, wenn du vor hast, eine Bauchgrippe zu haben. Etwas schauspielerisches Talent ist schon wichtig. Achte auf deine Accessoires. Wenn du eine Erkältung geplant hast, brauchst du Taschentuch und Nasenspray. Ein dicker Schal wäre auch gut. Vermeide tiefe Dekoltees.
Achte auf dein Aussehen. Schminke dich nicht und wasch dir einige Tage lang nicht dein Haar. Trage beige und graue Kleidung.
Übe folgende Sätze ein und sage sie dann, wenn dich möglichst viele Kollegen hören: Ich hab so ein eigenartiges Kratzen im Hals. Mein Gott, ich hab so Bauchweh. Mir ist nicht gut. Ich habe einen komischen Geschmack im Mund. Ich konnte heute Morgen nichts essen. Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen.
Denk daran, du willst Mitleid. Mehr nicht. Also niese nicht in das Müsli deiner Kollegin und huste nicht deinem Direktor ins Gesicht. Dadurch machst du dich nur unbeliebt. Wenn du dann endlich krank bist, ist auch einiges zu beachten.
Einige Kollegen werden dich eventuell anrufen.
Sage Dinge wie: Danke für’s Anrufen. Schön, dass du an mich denkst. Mein Gott, ist mir langweilig, hoffentlich bin ich bald wieder gesund. Entschuldige, ich muss aufhören. Ich muss schon wieder auf’s Klo.
Was du auch noch erwähnen solltest: Langeweile, Schlaflosigkeit, Gliederschmerzen, Namen aller Medikamente, die du nimmst und dass du nicht zum Arzt gehen kannst, weil du zu schwach bist. Und denk daran, immer wieder etwas husten und schnäuzen.

Erholungsphase/Gesundung
Irgendwann wird das Kranksein langweilig. Nun musst du wieder gesund werden. Ruf deinen Direktor an und sag ihm, dass du am Montag wieder in die Schule kommst. Erzähl ihm, dass du alle Medikamente, die du besitzt, genommen hast.
Sag ihm, dass du keine ärztliche Bestätigung gebracht hast, weil du nicht fähig warst, aufzustehen. Biete ihm aber ein Entschuldigungsschreiben deiner Mutter an.
Falls du keine Mutter mehr hast, dann eines deiner Schwester, Cousine, Nichte.
Sag ihm, dass du zwar noch ein wenig müde bist, es dir aber wieder gut geht.

Montag - Der erste Tag nach der Krankheit
Wenn du am Morgen ein Kratzen im Hals verspürst, ständig niest und Bauchweh hast, dann kannst du nicht in die Schule gehen. Dann bist du krank. Wirklich krank.
Für diesen Fall hab ich kein Rezept.
Da musst du selber durch.

Samstag, Februar 14, 2009

Ich mein ja nur...


Es ist allgemein bekannt, dass wir Frauen oft Dinge sagen, die wir nicht meinen oder sie anders sagen, als wir sie meinen.

Ich bin gleich fertig. Ich brauch noch ungefähr eine Stunde.

Ich bin noch nicht fertig. Ich bin grad beim Fönen. Warum sitzt du bei laufendem Motor im Auto? Davon wird mein Haar nicht trocken.

Schau bitte, ob das Schlafzimmerfenster geschlossen ist. Sitz nicht herum sondern tu was und warte nicht, bis ich wieder alles mache.

Ich geh schnell in die Boutique. Ich will für deine Mutter einen Schal zum Geburtstag kaufen. Ich geh schnell in die Boutique. Ich will für deine Mutter einen Schal zum Geburtstag kaufen. Und zwei für mich. Und die grüne Bluse.

Nein, kauf mir das nicht zum Geburtstag. Das ist viel zu teuer. Ja, kauf mir das zum Geburtstag. Egal wenn es zu teuer ist. Ich würde mich wahnsinnig freuen.

Mir gefallen beide Paar Schuhe. Ich kann mich nicht entscheiden. Welche soll ich nehmen? Könnten wir eine Woche fasten, sodass ich mir beide Paar Schuhe kaufen kann?

Kannst du bitte die Kartoffeln schälen? Steh nicht herum während ich mir den Arsch aufreiße und drei Dinge gleichzeitig mache.

Könntest du bitte den Kompost runtertragen? Der Müll ist deine Aufgabe, das weißt du genau. Du siehst, dass der Kübel voll ist und riechst es auch. Also mach das, bevor ich durchdreh.

Danke, ich kann den Staubsauger selber anstecken. Staub saugen ist deine Aufgabe, wir haben das ausgemacht. Du hast eine Woche nicht gesaugt, und das nervt mich. Also lass mich. Wenn du noch einmal den Staubsauger ansteckst, dann knall ich dir eine.

Schenkst du mir ein Glas Wein ein, bitte? Als ich vor einer halben Stunde sagte, dass ich keinen Wein mag, heißt das nicht, dass du die ganze Flasche in einem austrinken kannst.

Es ist alles okay. Nichts ist okay. Ich will das nun nicht mit dir diskutieren. Ich diskutiere das erst mit dir, kurz bevor ich explodiere.

Es tut mir leid, ich habe das nicht so gemeint. Es tut mir leid, dass ich es laut gesagt habe.

Ich verzeihe dir. Das verzeihe ich dir nie und ich werde es immer wieder erwähnen.

Warum kommst du so spät von der Arbeit? Hast du eine Affäre?

Es macht mir nichts aus, dass du jeden Samstag zum Fußballspiel gehst und jeden Sonntag Tennis spielst. Ich habe eine Affäre.

Ich will am Valentinstag keine Blumen. Ist nur ein gutes Geschäft für die Blumenhändler. Ich freu mich immer über Blumen, egal ob Valentinstag oder nicht. Es ist egal, wie teuer sie sind.

Liebe männliche Leser: Kennt ihr das? Wenn ja, erzählt.

Freitag, Februar 06, 2009

diese turnlehrer


Diese Turnlehrer. Sie sind ein besonderes Volk.
Hängen ständig im Schlappertrainingsanzug herum, dabei brauchen sie gar keine Fettröllchen zu verstecken.
Sie sind durchtrainiert, fit, immer in Eile und reden wie ein Bundesheergeneral. Um den Hals ein Trillerpfeiferl, im Hosensack eine Stoppuhr. Immer aktiv, niemals müde wuseln sie durch’s Schulgebäude.
Auch wenn sie nur eine Stunde pro Woche Turnen unterrichten, siehst du sie nur in Turnschuhen und Sportbekleidung. Polyamid pur.
Sie gehen mit dem Trainingsanzug überall hin, zur Bank, in den Supermarkt. Nicht ins Kaffeehaus. Turnlehrer gehen nicht ins Kaffeehaus.
Wie die daheim herumlaufen, will ich mir gar nicht vorstellen. Und was sich da unterhalb der Polyamidbekleidung für Dämpfe entwickeln, will ich mir auch nicht vorstellen.
Sie gehen erhobenen Hauptes mit nach vorne gestrecktem Kinn. Eigentlich gehen sie nicht, sie stolzieren. Sie lächeln auch nicht, sie grinsen. Lächeln geht nicht, weil die Gesichsmuskeln durch die ständigen körperlichen Anstrengungen eingefroren sind. Ganz schlimm ist es jetzt, im Winter.
Da geht der junge Mr Y mit seiner Klasse nachmittag schifahren und spaziert den ganzen Vormittag in der Schiunterhose herum. Wohl gemerkt, nur in der Schiunterhose, nicht im Schiunterleiberl. Statt des Unterleiberls trägt er einen Pullover mit einem riesigen Rücken-Protector. Der macht jeder Riesenschildkröte Konkurrenz. Wie ein ninja turtle schaut er aus.
Und dann war gestern Langlaufbewerb. Die ganze Schule auf den Beinen.
Ich stehe mit einigen Kollegen gemütlich herum.
Der alte Mr Y, der Organisator, kommt daher. In Turnpatschen.
Er faucht.
Meine Langlaufschuhe sind nicht da. Wer hat die?

Ich habe der Hatice ein Paar gegeben, die wollte sich drücken. Aber das waren sicher nicht deine, sagt die Kollegin.
Woher hast du sie?
Na, aus dem Kammerl. Da standen zehn Paare herum. Das waren gelbe Schuhe. Du hast doch keine gelben.
Ich habe gelbe. Das waren meine. Wie kannst du meine Rennlanglaufschuhe einfach einer Schülerin geben? Ein Skandal ist das!
Entschuldigung. Ich wusste das nicht, stottert die Kollegin.
Der alte Mr Y kocht.
Das sind spezielle Rennschuhe. Ganz spezielle! Die passen nur mir. Nur mir! Ich hab mir die anpassen lassen. Ich hab nämlich ganz besondere Füße. Eine Mischung aus Senk- und Spreizfuß.
Das hätte er nicht sagen sollen, der Mr Y. Das mit dem Senkspreizfuß.
Nun weiß ich, warum er die Schlapperturnhose trägt. Damit man seine verdrehten Haxen nicht sieht.
Schlawiner.

Donnerstag, Februar 05, 2009

I proudly present...


Mit diesen Worten schickt mir der Älteste heute seine Diplomarbeit mit dem Titel:

Ergebnisse und Komplikationen
von Korrekturosteotomien am Kniegelenk

zur Erlangung des akademischen Grades
Doktor der gesamten Heilkunde
(Dr. med. univ.)
an der
Medizinischen Universität Innsbruck


Und dann schreibt er noch:
Liebe Mum, Ich danke dir für deine emotionale und finanzielle Unterstützung in den letzten Jahren (und vielleicht auch noch in den kommenden Monaten). Ich hoffe, wir sehen uns mal in Köln.
Und morgen fährt er. Nach Köln. Für ein halbes Jahr an dier Uniklinik.
Er ist schon ein Schatzerl. Und ich bin sehr stolz auf ihn.

Montag, Februar 02, 2009

winterschlaf - der frühling kommt !


Sollzustand verbessert werden oder nicht?
Weißbrot, dass Schwarzbrot gesünder ist?
Mannschaft doch nicht mehr als Frau.
Darmstadt Magenausgang.
Wirtschaft seine Frau aus dem Haus.
Schnurrbart Simpson!
Kabine weit und breit, nur Wespen.
Gorilla, go west!
Grabschänder, oder stirb!
Magnet arbeiten, mag schlafen.
Magenschleimhaut den stärksten Mann um.
Ödem, der lügt.
Raubkopie und lauf!
Annalog im tiefen Digital.
Trompete statt Trombose.
Einzelhaft statt triebhaft.
Nur mehr Elfmeter bis zum Tor.
Mauerblümchen nicht ein !
Schürzenjäger auch ihre Lippen?
Besser lautmalen als leisetreten.