Mittwoch, April 29, 2009

a flying pig


. . . and the swine flu across the borders and all over the world.

herkunft und verbreitung der schweinerippe


Bis vor kurzem waren sich Wissenschaftler einig, dass die Schweinerippe nur beim Schwein vorkommt.
Aber in den letzten Jahren entdeckte man, dass dies so nicht behauptet werden kann. Das Schwein gilt nämlich als Mischkörper und gibt deshalb die Rippe auch an andere Lebewesen weiter.
Die Schweinerippe besteht aus zwei Stämmen – einem Stamm der Vogelrippe und einem Stamm der menschlichen Rippe. Die Vogelrippe kann nach bisherigen Untersuchungen nicht an den Menschen weitergegeben werden. Deshalb ist sie auch nicht so verbreitet wie die Schweinerippe.
Erstmals gab es die Schweinerippe in den fünfziger Jahren in den USA. Ihren weltweiten Siegeszug hat sie aber erst vorige Woche angetreten. Sie kam von Mexiko über die USA zu uns nach Europa.
Die erste europäische Schweinerippe wurde vor einigen Tagen in Spanien entdeckt, und zwar bei einem aus Mexiko eingereisten Mann. Man nennt diese Schweinerippe chili sparerib.
Gleich darauf fand man in Großbritannnien die sogenannte pork rib, und zwar gleichzeitig bei zwei Personen. Die erste Deutsche Schweinsrippe tauchte gestern, nicht wie erwartet, in der Bundeshauptstadt, sondern in Bielefeld auf.
Seit heute gibt es auch bei uns in Österreich die Schweinerippe. Sie wurde bei einer Frau in Wien entdeckt. Experten sind sich sicher, dass es sich hierbei um ein g’selchtes Ripperl handelt.
Mahlzeit!

Sonntag, April 26, 2009

monolog


Du sitzt in der Straßenbahn und der Sitznachbar neben dir führt eine anregende Diskussion mit sich selbst.
Du denkst dir: Mein Gott, dieser einsame Mensch. Er hat keine Familie, ist ständig allein und muss sich selbst unterhalten.
Das ist nicht bedenklich, sagen Psychologen.
Das ist sogar gesund. Selbstgespräche sind verbale Ausbrüche unserer ständigen gedanklichen Reflexion, die eigentlich über die sogenannte innere Stimme ablaufen sollte, aber bei zerstreuten Menschen eben laut ablaufen. Und diese zerstreuten Menschen müssen ihre Gedanken ständig neu ordnen.
Dieses Phänomen hat in den letzten Jahren massiv zugenommen. Die Anzahl der zerstreuten Menschen hat sich verhundertfacht.
Ich rede nicht vom Kollegen, der neben mir im Konferenzzimmer lautstark sagt: So, das räum ich nun hier her. Und das gehört da hinein. Wo sind denn die Mathe-Hefte? Ich muss die ja heute noch anschauen.
Nein, von dem rede ich nicht. Den bin ich schon gewohnt.
Ich rede von den hunderten Menschen, die durch die Gegend laufen und Selbstgespräche führen, dabei wild gestikulieren, lachen und sogar manchmal schreien.
Ein Heer von Zerstreuten und Einsamen!
Das Erstaunliche daran ist: Niemand reagiert darauf, niemand nimmt Anstoß, niemand ist peinlich berührt.
Und warum?
Weil jeder Selbstgespräche führt! Jeder!
Für jeden ist es normal. Sogar für mich.
Sogar ich rede manchmal laut auf der Straße. Ja, auch ich.
Mit meinem Handy. Und – komischerweise – manchmal bin ich auch zerstreut.

Samstag, April 25, 2009

yes, I can


Man sagt doch, dass Eltern ihre Kinder ohne Vorbehalt lieben.
Was für ein Unsinn!
Sie lieben dich nicht, du Versager/Idiot/dumme Gans.
Alles, was du je getan und gemacht hast, ist unsinnig/dumm/katastrophal. Du hast deine Eltern ständig enttäuscht und enttäuschst sie immer noch.
Die Tochter/der Sohn der Nachbarn ist viel besser als du im Beruf/Studium/in der Schule.
Erinnerst du dich an die Zeit als du im Fußballverein/in der Musikschule/ warst? Das Geld hätten sich deine Eltern sparen können. Du hast nichts beendet. Du hast alles abgebrochen/versaut/hingeschmissen. Deine Eltern haben Geld ausgegeben für nichts und wieder nichts.
Erinnerst du dich, als du ihnen deine erste Zeichnung gezeigt hast? Sie haben sie zerrissen. Ich kann nicht glauben, dass mein Sohn/meine Tochter so einen Unsinn zeichnet. Was soll das sein? Sind Elefanten vielleicht grün?
Erinnere dich, als du in der Volksschule in die Hose gepinkelt hast weil du Angst vor der Lehrerin hattest? Unnötig zu sagen, wie sich deine Eltern damals fühlten. Du Angsthase/Mimose/Weh.
Erinnerst du dich, als du in der Volksschule/im Gymnasium/in der HAK/in der Siebten nur Fünfer heimgebracht hast weil die Schule zu schwierig/langweilig/uninteressant und die Lehrer unfähig/ungerecht/gemein waren? Du hast deine Eltern nur enttäuscht. Als du geboren wurdest, warst du perfekt. So klein, so niedlich/voller Hoffnungen/hübsch. Du warst für die Eltern das Wichtigste/ihr Goldschatz/die Vollendung des Glücks.
Unglücklicherweise änderte sich das. Du wurdest schnell dumm/unmotiviert/ungezogen/widerspenstig/aufmüpfig.
Sorge dich nicht. Wenn deine Eltern noch leben, hast du Zeit, ihre Liebe zurück zu gewinnen.
Wenn nicht, bereite dich auf das Schmoren im Fegefeuer/in der Hölle vor.
Hör auf, ein Versager/Idiot/eine dumme Gans zu sein. Such dir einen ordentlichen Job/ein interessantes Hobby/eine reiche Frau/einen reichen Mann.
Geh zur Schule/Universität/in die Volkshochschule.
Kauf dir eine Wohnung/ein Haus/ein Auto.
Hör auf in deiner Freizeit herumzulungern/fern zu sehen/Musik zu hören/Blog zu schreiben.
Gehe wandern/schwimmen/Schi fahren.
Lies mehr/jeden Tag /Zeitung/die Klassiker.
Iss gesünder/weniger/Vollkorn/Bio.
Trage ordentliche Kleidung/einen Kurzhaarschnitt/den Müll regelmäßig hinunter.
Wenn du das nicht schaffst, zieh ins Ausland.
Ruf deine Eltern jede Woche an und erzähle ihnen, dass du dein Leben/deine Beziehung/deine Finanzen im Griff hast.
Erwähne auf keinen Fall, dass du jeden abend fernsehend auf der Couch liegst und Chips isst.

Dienstag, April 21, 2009

nach dem regen



ostergeschenk


Nun hab ich einige Verlage und Zeitungen angeschrieben, ob sie interessiert wären an meinen Geschichten; gefragt, wie ich es anstellen soll, ein Buch zu schreiben. Keine Antwort, nicht einmal ein Nein, stecken Sie sich Ihre Geschichten an den Hut.
Diese Ignoranten.
Unter anderem hab ich auch den Alfred Dorfer angeschrieben. Und er antwortete! Der hat schon einen Charakter, der Dorfer - ein anständiger Kampi - wie wir hier im Gebirg' sagen.

Alfred Dorfer [post@dorfer.at]

liebe frau amadea,
meine verlagskontakte beschränken sich auf einen verlag in deutschland, mit dem ich mittlerweile auch zerstritten bin.
bin daher keine große hilfe für Sie fürchte ich, das ganze ist ziemlich mühsam. wünsche Ihnen aber dennoch viel erfolg und ein besseres fortkommen mit den verlagen, als es mir beschieden war.
die leseprobe gefiel mir sehr gut, wenn Ihnen das was hilft.
schöne ostern!
alfred dorfer

birds and bees


Der BU-Lehrer hat auf dem Gang - schön beschriftet - ausgestopfte, heimische Vögel ausgestellt.

BE-Stunde, fünfzehn Minuten vor dem Läuten. J. ist fertig mit seiner Zeichnung.
Er fragt: Frau Lehra, derf i aussi geh'n, Vögeln lernen?

Montag, April 20, 2009

monday, monday


Ich liebe den Montag. Der Montag ist der beste Tag! Am Montag beginnt eine neue Woche! Aufbruchsstimmung!
Vorbei die Zeit des Herumlungerns.
Endlich weiß ich wieder, warum ich lebe. Ich kann für andere arbeiten, jedem und jeder einen Gefallen tun, pünktlich sein. Ich bin beschäftigt mit sinnvoller Arbeit.
Ich habe entdeckt, dass es Menschen gibt, deren Lieblingstag der Freitag ist. Unvorstellbar! Wie kann man sich auf zwei Tage Nichtstun freuen?
Es beginnt schon mit dem Freitag. Der Freitag ist ein unnützer Tag. Ein Urlaubstag, den keiner braucht. Jeder latscht lässig herum mit glasigem Blick, ist schlampig gekleidet – casual, wie die Amis sagen. Den Pullover vom Vortag, das schlapprige T-Shirt.
Da lob ich mir den Montag! Der Montag beginnt mit dem Läuten des Weckers. Schrill und laut. Wunderbar! Da komm ich gleich richtig in Schwung.
Voller Elan hüpfe ich aus dem Bett, ein Lied auf den Lippen, sause fröhlich in die Küche, mach mir einen Kaffee, schalte Ö3 ein, singe mit Katy Perry und hüpfe in die Dusche. Danach frühstücke ich gut gelaunt, kleide mich sorgfältig an und stürme aus der Wohnung, erwartungsvoll, freudig erregt.
Kaum in der Schule, beginnt der Spaß erst so richtig. Welche Freude! All die lächelnden Kollegen und Kolleginnen sind schon da. Man sieht ihnen an, wie sie sich über den Wochenbeginn freuen. Genau so wie ich!
Und die Schüler erst! Erwartungsvoll sitzen sie in der Klasse, begrüßen mich mit einem freundlichen Good morning Miss, und können es kaum erwarten, mir ihre sauber geschriebenen Hausübungen zu überreichen und mir zu erzählen, wie viel Spaß sie beim Lernen der Irregular Verbs hatten.
Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, mit den Wochenenden, den Zwickeltagen und den Ferien richtig umzugehen. Es passiert mir zwar manchmal noch, dass ich am Samstagmorgen wirklich deprimiert bin weil der Wecker nicht läutet. Manchmal dauert es dann bis zum Abend, dass ich meine gute Laune wieder bekomme.
Dann der Sonntag.
Diese Entscheidung, was ich tun soll und mit wem. Soll ich Schi fahren gehen oder ins Kaffeehaus, soll ich eine Galerie besuchen oder eine Freundin besuchen? Soll ich abends tanzen gehen oder in eine Bar?
Meistens verbringe ich den ganzen Tag damit, Listen mit Für und Wider zu schreiben und mich dann doch dafür zu entscheiden, mich auf die kommende Woche vorzubereiten. Und wenn ich am Sonntag nicht wüsste, dass der kommende Tag ein Montag ist, ein Tag auf den ich mich freuen kann, dann würde ich die Sonntage gar nicht überstehen.
Und die Ferien erst!
Keiner, der Lehrer ist, kann verstehen, wie langwierig und langweilig die Ferien sind. Dieses in den Tag-hinein-leben. Ich kann es nicht ausstehen! Diese unstrukturierten Tage, an denen du nicht einmal weißt, welches Datum ist. Ich verfalle jedes Mal in eine tiefe Depression.
Der einzige Rettungsanker, den ich in den Ferien habe, ist die Vorbereitung auf das kommende Schuljahr. Ich gehe dann alle Mappen mit den Unterlagen durch, bringe sie auf den neuesten Stand und sortiere alles neu. Ich kaufe mir auch neue Mappen und Folien, überlege mir, welchen Stoff ich in den einzelnen Fächern durchmachen werde, durchforste das Internet nach Themen, Arbeitsaufgaben und Interessantem.
Für mich ist das alles nicht selbstverständlich. Nein, ich bin jeden Tag dem lieben Gott dankbar für meine Arbeit.
Mir tun die vielen Menschen, die selbstständig sind, unendlich leid. Vor allem die, die unsagbar reich sind und nicht die Möglichkeit haben, jeden Montagmorgen um halb sieben aufstehen zu dürfen. Die, die nur in den Tag hineinleben müssen und sich jeden Tag fragen müssen, wofür sie ihr Geld ausgeben sollen.
Ich frage mich, wie die das alles durchstehen! Sie haben ein schweres Los zu tragen. Wie bin ich glücklich, dass ich noch so viele Montage vor mir habe. Schade, dass der heutige schon fast vorbei ist.
Und bald kommt er wieder, der Freitag, der dämliche. Aber ich hab mir schon was überlegt. Ich werde mir ausrechnen, wie oft ich bis zur Pensionierung am Montagmorgen noch aufstehen darf um in die Schule zu gehen.
Und für Samstag und Sonntag hab ich mir auch einiges vorgenommen. Ich rechne mir die Montage aus, die ich schon erleben durfte. Das wird ein Spaß.

Freitag, April 17, 2009

down !


Heute erzählte mir eine Bekannte folgende Geschichte:
Meine Tochter spart schon seit Jahren, um einmal in ihrem Leben im Dorchester ein Wochenende verbringen zu können. Und vor zwei Wochen war es so weit. Sie war begeistert. Luxus pur!
Natürlich ging sie auch einkaufen. Als sie am späten Nachmittag zurück ins Hotel kam, bepackt mit Taschen und Tüten, stieg sie in den Lift, um nach oben in den dritten Stock zu fahren. Im ersten Stock betrat ein Schwarzer mit Brille und Hut den Lift und sagte nur kurz: Down.
Geschockt ließ meine Tochter alles fallen und legte sich blitzschnell hin. Ein Überfall!
Der Lift fuhr hinauf in den dritten Stock, meine Tochter lag noch immer am Boden, völlig durcheinander und voll Angst. Der Lift fuhr hinunter ins Erdgeschoß, der Schwarze stieg über sie und ihre Taschen drüber und verließ den Lift. Erst nun bemerkte meine Tochter, dass sie alles falsch verstanden hatte. Es war ihr sehr peinlich und sie wollte den Vorfall eigentlich gar niemandem erzählen.
Am nächsten Morgen, als sie ihre Hotelrechnung bezahlen wollte, Überraschung. Alles war schon bezahlt. Der Rezeptionist überreichte ihr einen Zettel, auf dem folgendes zu lesen war: Thank you very much for the great fun. You made my day. Will Smith.

Donnerstag, April 16, 2009

zwei stunden mehr


Also, ich bin auf jeden Fall dafür, dass wir zwei Stunden mehr unterrichten. Von mir aus auch fünf. Aber sinnvoll, bitt' schön.
Und die Kinder sollen dann gefälligst auch länger in der Schule sein. Wo kommen wir denn hin, wenn die Lehrer mehr hackeln müssen als die Schüler? Wenn schon ein Burn-out, dann für alle.
Dabei ließe es sich so gut vermeiden, dieses Burn-out. Es kommt ja nur von den depperten Fächern, die wir haben.
Wir brauchen was Neues.
Was Technologisch-fortschrittliches.
Spezialfächer brauchen wir. Gameboy spielen, Computer spielen, Handy spielen, Playstation spielen.
Natürlich geht das nicht von heut auf morgen. Wir Lehrer sind ja zum Großteil Techtards. Da müssten wir schon ordentliche Fortbildungsveranstaltungen haben.
Im November wär das nett. Zwei Wochen new technology and web-based intense courses auf den Kanaren.
Nur gut ausgebildete Lehrer sind gute Lehrer.
Ich mein, wie will ein Lehrer, der in der Minute zehn Buchstaben tippen kann, dem Tafelklassler das Alphabet beibringen? Der Rekord liegt bei einhundertsechzig Buchstaben in vierzig Sekunden. Und ein Chinese hat 1200 SMS in zwei Wochen geschickt. Das ist doch was! Aber das ist Oberstufe.
In der Volksschule beginnen wir mit dem Alphabet. Selbstverständlich lernen wir das mittels Handy. Aber schön langsam beginnen, sonst werden die Kleinen entmutigt. Ich würd beginnen mit SMS-schreiben. Und die short codes müssen’s auch lernen. Geschwindigkeit ist wichtig.
Alles auf Englisch natürlich. Wer braucht denn noch Deutsch heutzutag? Redet eh keiner mehr. Und der, der es redet, kann es eh nicht.
Aber nicht überfordern die Kleinen. Sonst kriegen die schon in der ersten Klasse ein Burn-out. Vor allem wenn sie dann noch Hausaufgabe bekommen.
Darum bin ich für die Ganztagsschule.
Die Kinder sind von zehn Uhr vormittags bis zehn Uhr abends in der Schule. Ein wenig lang, ich weiß, aber abends machen wir eh nur mehr Förderkurse: DVDs brennen, Computerspiele downloaden, chatten, skypen und Burger und Pizza online bestellen. Wenn die Kinder dann heimkommen, ist alles erledigt, es ist ruhig im Haus weil die Eltern schon schlafen. Das Kind kann dann noch in Ruhe fernsehen.
Um spätestens zwei Uhr muss es dann aber schon im Bett sein. Schlaf ist wichtig. Der Lehrer kann ihm eventuell noch einen Gutenachtgruß smessen.
Und am nächsten Tag um zehn ist das Kind wieder in der Schule. Frisch und munter, gut gelaunt und begierig, Neues zu lernen.
Der Lehrer kommt schon um halb zehn. Damit er sich noch ein bisserl vorbereiten kann.

Mittwoch, April 08, 2009

fünf nach


Marie ist zu Besuch. Marie ist meine Nichte.
Marie, nun hör mal zu. Was ist das?
Eine Uhr.
Richtig, eine Uhr. Genauer gesagt, eine Armbanduhr. Weil ich sie am Arm trage und sie ein Band hat, siehst du? Ein Lederband. Darum heißt sie Armbanduhr. Heute lernen wir die Uhrzeit, gell?
Warum?
Na, das ist wichtig. Jeder Mensch muss die Uhr kennen. Auch du.
Warum?
Na, wenn du die Uhr nicht kennst, dann weißt du nicht, wann du aufstehen musst.
Mama weckt mich immer.
Es kann sein, dass die Mama mal nicht da ist.
Dann weckt mich der Papa.
Es kann sein, dass der Papa auch mal nicht da ist.
Einer ist immer da!
Stell dir vor, dich fragt ein Erwachsener nach der Zeit.
Warum?
Na, weil er vielleicht keine Uhr hat.
Ich habe auch keine.
Marie, Schluss nun. Jeder muss die Uhrzeit wissen, basta. Auch kleine Mädchen.
Also. Schau her. Die Uhrzeit teilt man ein in Stunden und Minuten.
David hat auch Stunden. In der Schule.
Ich meine nicht die Schulstunden. Ich meine die Stunden eines Tages, klar? Also – jeder Tag hat vierundzwanzig Stunden. Zwölf am Tag und zwölf in der Nacht.
Was?
Moment, vergiss das. Ich hab das falsch gesagt. Ein Tag hat zwölf Stunden am Tag und zwölf Stunden in der Nacht.
Was?
Ich sage zum Beispiel Montag und meine den Tag und die Nacht obwohl ich Montag sage.
Und Mittwoch?
Sei nun ruhig und hör mal zu. Schau auf meine Armbanduhr. Jede Uhr hat zwei Zeiger. Siehst du?
Deine hat drei.
Okay, diese hat drei, aber den ganz kleinen vergessen wir nun mal, ja?
Warum?
Egal, warum, wir achten einfach nicht darauf. Also, die meisten Uhren haben zwei Zeiger. Ja, diese hat drei. Aber den ganz kleinen vergessen wir, Marie!
Also - das hier ist der Stundenzeiger. Er zeigt die Stunden an. Der zweite Zeiger ist der Minutenzeiger.
Welcher?
Der dicke Zeiger, Marie, das ist der Stundenzeiger. Und der dünne Zeiger ist der Minutenzeiger. Klar?
Ja.
Dick für Stunden, dünn für Minuten, merkst du dir das?
Ja.
Super. Schau, hier oben siehst du zwei Zahlen. Eins und zwei. Eins und zwei ist zwölf.
Eins uns zwei ist drei.
Nein, nicht drei. Wir zählen das nicht zusammen, Marie! Eins und zwei wären drei wenn wir die Zahlen zusammen zählen würden, aber wir tun das nicht bei der Uhrzeit. Schau, wir haben ja hier herüben schon einen Dreier, siehst? Und eine Uhr kann keine zwei Dreier haben. Verstehst du?
Ja.
Also, auf der Uhr ist eins und zwei zwölf. Merk dir das. Wenn also der dicke und dünne Zeiger da auf den Einser und Zweier zeigen, ist es zwölf. Zwölf Uhr. Klar?
Geisterstunde!
Nein, Marie! Zwölf Uhr mittags. Es ist nun zwölf Uhr mittags. Wenn nun Geisterstunde wäre, das heißt Mitternacht, dann würden wir das gar nicht sehen. Klar?

Ja.
Also. Jetzt wandert der dünne Zeiger weg vom dicken Zeiger.
Mag er ihn nicht so gern?
Er mag ihn schon, aber er muss die Zeit anzeigen, das ist wichtiger, verstehst du?
Ja?
Ja, trotzdem mag er ihn. Bestimmt. Du gehst auch manchmal weg von der Mama und trotzdem magst du sie.

Ja, aber nicht ganz weg.
Marie, der dünne Zeiger geht auch nicht ganz weg, nur ein wenig. Aber das ist nun wurscht. Also, der dünne Zeiger wandert nun weg vom dicken Zeiger und lässt ihn hinten beim Einser und beim Zweier. Und er kommt hier her zum Einser. Siehst du den Einser hier neben dem Einser und dem Zweier? Nun ist es fünf nach.
Warum?
Ich weiß nicht, es ist halt fünf nach. Zwei ist zehn nach, drei ist viertel nach, fünf ist zwanzig nach, sechs ist halb.
Halb?
Ja, halb! Wenn zwölf die ganze Stunde ist, dann ist sechs die halbe, klar? Sieben ist fünf nach halb oder fünfundzwanzig vor. Kennst dich aus?
Ja.
Sehr gut. Es passiert also folgendes: Der dünne Zeiger wandert also vom Einser und Zweier weiter zum Einser. Und da sagt man dann fünf nach. Und dann wandert er weiter zum Zweier und das heißt dann zehn nach, ok Marie?
Ok.
Und während der dünne Zeiger sich weiter bewegt, bewegt sich der dicke Zeiger ganz, ganz langsam vom Einser zum Zweier.
Warum langsam?
Ich weiß nicht, er ist halt langsam.
Weil er dick ist?
Ja, genau. Der dicke Zeiger bewegt sich also nun zum Einser, was vorher beim dünnen Zeiger fünf nach war. Und der dünne Zeiger ist nun ganz oben auf dem Einser und dem Zweier. Siehst du, Marie?
Also - wie spät ist es jetzt? Denk mal nach.
Fünf nach?
Nein, nicht fünf nach! Es ist genau ein Uhr. Nur wenn der dünne Zeiger drauf zeigt, haben wir Minuten. Es zeigt ja nun der dicke Zeiger drauf. Wenn der drauf zeigt, ist es immer die Stunde, Marie. Kennst dich aus?
Ja.
Okay, Marie. Du musst das üben. Üb das mit der Mama.
Geht der Papa auch?
Ja. Der geht auch.