Sonntag, März 29, 2009

es ist zeit


Ich habe gewonnen. Heute. Eine Stunde Tageszeit. Okay, sie wurde der Nacht weggenommen. Aber wer braucht um zwei Uhr in der Früh schon eine Stunde?
Es ging ganz einfach.
Eine kleine Handbewegung und das war’s.
Darum dreht sich doch alles, nicht wahr?
Heutzutage hat doch kein Mensch Zeit.
Jeder sagt: Keine Zeit.
Die Antwort: Dreh die Uhr nach vor.
Ich muss gestehen, dass ich die Hälfte der gewonnenen Zeit mit dem Umstellen sämtlicher Uhren bereits verbraucht habe. Aber immerhin hab ich noch eine halbe Stunde.
Ich verstehe nicht, warum die Leut‘ die ganze Sache mit der Sommerzeit so kompliziert machen. Ist doch ganz einfach: Zeiger nach vor.
Schwierig wird die Sache nur, wenn du darüber redest. Also lass das. Stell einfach deine Uhr um und schweig.
Ich mach mir natürlich so meine Gedanken. So für mich.
Was wäre, wenn ich mich am Montag verschlafen würde, genau eine Stunde. Hätte ich die Stunde dann wieder verloren?
Was wäre, wenn ich vergessen hätte, den Wecker umzustellen? Hätte ich dann zwei Stunden verloren oder noch eine dazu gewonnen?
Habe ich die Stunde gewonnen oder nur das Tageslicht?
Und was ist dann im Herbst mit der Stunde? Hab ich die verloren? Oder hab ich nur das Tageslicht verloren?
Und was mach ich dann mit der Stunde? Kann ich die aufsparen, verschwenden, einfrieren, konservieren?
Die Zeit heilt alle Wunden, sagt man. Kann ich die Stunde als Heilmittel verwenden? Statt einer Kopfwehtablette?
Woher kommt die Zeit? Hat die der Liebe Gott gemeinsam mit der Erde erschaffen oder haben wir sie erfunden?
Warum haben wir auf der Welt Zeitzonen? Warum können wir nicht eine gemeinsame Zeit haben? Ist doch wurscht, wenn es in Australien nun auch zwölf ist. Zwölf ist ja nur ein Wort. Dann sitzen die Australier halt um zwölf Uhr abends auf der Couch und schauen sich die Nachrichten an.
Und wir hätten alle auf der Welt zur selben Zeit Silvester. Sowieso eine halbe Sache, die ganze Neujahrsfeierei. Alles ein komplettes Durcheinander.
Gibt es Menschen, die ihre eigene Zeit haben? Die die Uhren niemals verstellen? Die sich einfach weigern, die Uhren zweimal im Jahr zu verstellen?
Leben diese Menschen in der Vergangenheit oder in der Zukunft?
Fragen über Fragen und keine Zeit, darüber nachzudenken und sie zu beantworten.
Wenn du also morgen jemanden um einen Gefallen fragst und er dir sagt: Tut mir leid, ich habe keine Zeit, dann halt ihm eine Uhr unter die Nase und sag: Lügner, du hast Zeit gewonnen. Gestern. Eine Stunde. Eine ganze. Und nun hilf mir gefälligst.

Samstag, März 21, 2009

mein gott !



In der Bibel steht, dass Gott schon immer da war.
Ich frage mich, wo er vor dem Immer war.
Was hat er zuvor gemacht? Wo ist er hergekommen?
Fragen über Fragen. Plötzlich war er da, einfach so da aus dem Nichts.
Eines Tages wurde dem Gott langweilig. Es war ja nur er da und sonst nichts und niemand.
Und er setzte sich hin auf das Nichts und ins Nirgendwo und dachte nach.
Auf einmal hatte er DIE Idee: Ich mache eine Welt, ich mache eine Erde.
Eine Superidee, eine göttliche war das.
Gott fing mit dem Gebirge an. Simsalabim, ein Berg. Simsalabim, noch ein Berg. Und so weiter. Schön braun und grau.
Das ist noch etwas langweilig, dachte Gott. Simsalabim, das Firmament. Simsalabim, die Wolken. Schön blau und weiß.
Es fehlt noch was, dachte Gott, es fehlt ein Farbtupfer, ich brauch noch was Kräftiges. Simsalabim, die Sonne.
Noch immer etwas fad, murmelte Gott. Ich brauch was Grünes. Simsalabim, der Wald. Simsalabim, der Garten. Simsalabim, Bäume.
Mittlerweile waren fünf Tage vergangen. Es war Freitag und Gott war müde. Er freute sich auf den Sonntag.
Er legte sich auf eine Wolke und betrachtete sein Werk. Alles perfekt. Nur der Garten nicht. Das Gras war viel zu hoch, das Unkraut wucherte. Und Gott hasste Gartenarbeit. Gott grübelte. Es fehlt noch was, irgendwas fehlt noch.
Als er am Samstag erwachte, wusste er es. Ich brauche einen Gärtner! rief er aus. Gesagt, getan. Simsalabim, schon war der Adam da. Aus dem Nichts.
Niemand hat ihn gefragt, ob er das eigentlich will. Er war da und musste loslegen. Mit der Gartenarbeit.
Ein komischer Kauz war er schon, der Adam. Der hat sich nicht einmal gefragt: Woher komme ich eigentlich? Warum bin ich eigentlich hier?
Ich mein, der war ja schon erwachsen, als er erschaffen wurde.
Der Adam ging nur im Garten herum, jätete, mähte das Gras und schnitt die Bäume zurecht. Und er war glücklich. Er war unbeschwert und mit sich und dem Garten zufrieden. Alles passte.
Und Gott beobachtete den Adam und dachte: Mein Ich, ist der Adam glücklich! Das muss sich ändern. Das muss ich ändern.
In der Nacht, als Adam tief schlief, stieg Gott von der Wolke hinunter in den Garten, ganz heimlich, ging zum Adam und nahm ihm still und leise eine Rippe heraus. Er nahm die Rippe heraus, ohne den Adam zu fragen. Das war schon ganz schön unverschämt.
Aus der Rippe machte Gott die Eva.
Als Adam in der Früh aufwachte, sah er jemanden neben sich liegen.
Wenn uns das passiert, dass wir in der Früh erwachen und neben uns jemanden liegen sehen, und wir nicht wissen, woher die Person kommt, fangen wir an, nachzudenken. Und wir denken nach und kommen drauf, dass wir die Nacht zuvor besoffen waren und nicht mehr wussten, was wir taten. Und wir nehmen uns vor, nie mehr so viel zu trinken. Wir schämen uns weil wir uns nicht erinnern, was wir so alles mit dieser Person gemacht haben.
Nicht so der Adam. Für den war das gar nicht überraschend, dass da auf einmal die Eva neben ihm liegt. Er stellte sich keine Fragen wie: Woher ist die? Wie kam die hier her? Wer ist das überhaupt? Und warum hat die Höcker auf der Brust und da, da unten, da fehlt ihr auch was. Da hat sie ein Loch.
Nein, Adam hat sich keine Fragen gestellt. Adam hat das alles akzeptiert. Er stand auf und ging in den Garten. So wie jeden Tag.
Nach einigen Tagen kam Gott vorbei. Er ging zu Eva.
Er sagte: Eva, hör zu. Du bist hier in einem wunderbaren Garten. Du kannst hier alles tun, was dir gefällt, du kannst herumspazieren, dich ins Gras legen, Blumen pflücken. Du darfst sogar auf einen Baum klettern. Du darfst alle Früchte und Beeren essen, die du willst. Aber Eva, eines darfst du nicht.
Und Gott zeigt auf einen Apfelbaum in der Ecke.
Von diesem Baum darfst du nichts essen. Keinen einzigen Apfel! Nicht mal ein kleines Stück. Verstanden?
Eva nickte. Klar, doch, Gott, sagte sie. Niemals werde ich. Niemals!
Das war Gottes beste Idee, die er je gehabt hatte.
Wenn mir jemand sagt, dass ich alles essen darf außer Cremeschnitten, na, worauf hab ich einen Gusto? Auf so eine Idee kann nur ein Gott kommen. Eine Göttin hätte sowas niemals gemacht.
Kaum war Gott weg, ging Eva zum Baum, schnappte sich einen Apfel, versteckte sich hinter dem Feigenbaum und aß den Apfel. Schnell und heimlich. So wie Ehemänner und Ehefrauen ihre Partner betrügen.
Eben, Gott, das hast du nun davon. Wir wollen immer das Verbotene tun, immer! Merk dir das.
Kaum hatte Eva den letzten Bissen des Apfels geschluckt, war es da. Das Gefühl. Das Gefühl der Scham. Eva schämte sich. Und wie sie sich schämte.
Nein, sie schämte sich nicht wegen ihrer verbotenen Handlung, nein. Sie schämte sich für den kleinen Teil ihres Körpers, den man eh nicht sieht.
Komisch schon. Warum schämte sich Eva nicht ihrer Nase oder ihrer Ohren? Sie schämte sich wegen eines kleinen, verborgenen Körperteils!
Ach Everl, dumm ist das schon a bissl, entschuldige.
Und weißt du was? Genau deshalb schämen wir Frauen uns heutzutage auch noch immer und kaufen Höschen um es zu verstecken.
Nehmen wir an, Eva hätte sich ihrer Ohren geschämt. Dann hätten wir Frauen ständig Ohrenschützer auf. Sogar im Sommer. Wir würden splitterfasernackt mit Ohrenschützern herum spazieren.
Und wenn die Ohrenschützer a bissl verrutschten, würden die Männer ausflippen. Wir würden erröten und sie verlegen zurecht rücken.
Statt Bauchtanzkursen würde es Ohrwackelkurse geben.
Die Unterwäschegeschäfte würden Ohrenschützergeschäfte oder Earboutiques heißen. Schmuckgeschäfte würden Ohrringe und –stecker als Intim-Piercings verkaufen.
In Stripteasebars würden sich die Girls langsam ihrer Ohrenschützer entledigen und sexy mit den Ohrläppchen wackeln.
Die Männer würden mit Joe Cocker “Baby, take off your earmuffs“ singen, ekstatisch "Ich hab ein Ohr gesehen" brüllen und einen Ohrgasmus bekommen.
Mein Gott !!!

Donnerstag, März 19, 2009

ich will mir ein wildschweinbraten


Halt endlich die MAULTASCHE! Sonst hau ich dir eine in die PFLAUME.
JO, GHURT, ich bin schon still. Ich bin FEIGE. Außerdem hab ich keine WAFFEL dabei. Ich FRÜCHTE mich vor dir, so ohne KORNSPITZ. Aber ich wenn ich wollte, könnte ich den BAUERNWECKEN, der würd dir eine drüber hauen mit seinem SALZSTANGERL.
Seine Schwester, die POLNISCHE, ist nicht zu Hause.
Sie fuhr grad mit dem SELCHROLLER zu ihrem
Freund, ein FRANKFURTER, der wohnt im TOASTBLOCK am Ende der Stadt.
Sie ist wirklich eine KROKETTE Person, ein richtiges SPÄTZLE.
Ihre ENTENBRUST, vom Feinsten. Vor allem, wenn sie das durchsichtige FLEISCHLAIBERL anhat, dann wird jeder Mann zum ERDBEER.
Ich sag dir, der ihr Freund ist ein richtiger WINDBEUTEL, ein gelernter LANDJÄGER, ungebildet. Dem ist der sogar der KANTWURST, der liest gar nichts, nicht mal die PRALINE.
Der interessiert sich nur für andere Frauen, für DÜRRE. Da gab’s mal eine RAMA, eine richtige KARDINALSCHNITTE. Aber die war mit dem EDELTALER zusammen, ein BERGBARON vom Geschlecht der TILSITER, da hätt der nie eine Chance gehabt.
Ihr war der wurscht, obwohl er sie sogar in der BASILIKUM von Rom heiraten wollte. Er war körperlich ziemlich schwach vom vielen ZITRONENGRAS rauchen obwohl er um die Mitte ziemlich viel BAUCHSPECK hatte.
Als er merkte, dass sie nicht interessiert war, hatte er an nichts mehr eine GOUDA. Außerdem wurde er AUFSTRICH und Faden von der POLNISCHEN ausgenutzt.
LACHS nicht, sonst pack ich dich am SCHOPF. Ich bin dir eh noch was schuldig, wir sind noch lange nicht BISQUIT.
Auch wenn ich ein SALZBURGER NOCKERL bin, kann ich dir trotzdem eine über BRATEN. Ich werd dir’s zeigen, du MANDEL, geh mir ja nicht auf den KEKS.
WERMUT hat, der zeigt ihn auch!
Und nun lass mich, geh mir nicht auf den DORSCH. Ich hab’s eilig. Ich muss noch meine KIRSCHTASCHE packen. INGWER morgen in den OBSTGARTEN zu den RIESENFRUCHTZWERGEN fahren. Ich muss mich erholen vom BIENENSTICH von letzter Woche.
Ich will ausspannen im CHRISTSTOLLEN und mir vielleicht ein WILDSCHWEINBRATEN.

Mittwoch, März 18, 2009

rock me, amadea


Nun hab ich unlängst gelesen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Länge eines Rockes und der Wirtschaftskrise gibt.
Je kürzer die Röcke der Frauen, desto besser geht es den Leuten.
Dafür gibt es mehrere Gründe:
Eine Frau, die kein oder wenig Geld hat, kann sich keine Nylons leisten.
Die Frau, deren Mann kein oder wenig Geld hat, kann sich auch keine Nylons leisten. Jedenfalls nicht ständig. Höchstens ein Paar pro Monat. Das ist einleuchtend.
Wenn ich Nylons anziehe, und der Rock eher kurz ist, so weiß ich genau, dass ich spätestens um acht Uhr, wenn ich mich an den Katheder setze, die Sache gelaufen ist. Nicht, dass ich gleich eine Laufmasche habe, aber fast.
Wir haben nämlich, so wie es sich für eine Schule im Gebirg gehört, urige Holzsessel, und da bleib ich hängen mit der nylonbestrumpften Kniekehle. Und schon sind sie da, diesen unschönen Streifen. Und falls sie nicht da sind, so sind sie spätestens beim ersten Waschen da. Da kann ich die Nylons noch so sorgfältig in den Wäschesack stecken und sie dem Schonwaschgang anvertrauen. Wenn ich sie rausnehme, sind die ein Nylonknäuel und ich kann nichts anderes mehr tun, als sie wegzuwerfen. Das heißt, wenn ich jeden Tag einen neue Nylons anzieh, dann macht das im Monat so an die dreihundert Euro aus. Viel zu teuer!
Da hilft nur ein langer Rock der bis weit über die Kniekehlen reicht, am besten bis zum Knöchel, weil dann kann ich die Streifennylons auch noch anziehen.
Problem - In einem Rock, der bis zum Knöchel geht, schau ich aus wie ein Waschweibl. Da würd ich dann doch lieber bei den Jeans bleiben.
Die zweite These ist folgende:
In einer Wirtschaftskrise ziehen die Damen lange Röcke an, weil jedermann sehen soll, dass sie sich Gewand mit viel Stoff leisten kann. Wenn die Frau einen kurzen Fetzen anhat, der ihr nur knapp über den Hintern hängt, dann könnten die Leut ja meinen, sie kann sich nicht mehr Stoff leisten.
Nicht mal im Sommer kann eine Frau in der Wirtschaftskrise einen kurzen Rock anziehen.
Auch wenn die Beine braun sind, musst du deine Beine pflegen. Du musst sie wachsen oder enthaaren, eincremen, damit sie schön glänzen, du musst zur Pediküre, damit deine Füße gepflegt und die Zehennägel schön bemalt sind. Und wer kann sich das leisten? Das kostet schließlich einiges.
Außerdem ziehen die Frauen kurze Röcke an, um die Blicke der Männer auf sich zu ziehen. Das wär ja an und für sich nichts Schlechtes, weil Mann hat ja in der Wirtschaftskrise eh keine Arbeit und daher viel Zeit, sich einiges anzuschauen, auch Frauenbeine.
Aber Frau will ja mehr. Vor allem wenn Frau auf Männersuche ist. Die will keinen, der arbeitslos ist, die will einen erfolgreichen mit einem guten Beruf, der ihm Geld bringt, und ihr auch.
Also wird sie einen langen Rock tragen, weil nur so einfach die Blicke arbeitsloser, armer Männer anzulocken, bringt nichts. Es ist sogar lästig. Die muss sie dann ja alle wieder los werden.
Außerdem wären die Männer noch mehr abgelenkt und würden sich auch gar nicht mehr anstrengen, eine Arbeit zu suchen.
Also tragen die Frauen lange Röcke, damit Mann sich denkt: Ich muss unbedingt zu Geld kommen, vielleicht kann ich sie, wenn ich einen Job habe, und mir eine Wohnung und ein Auto kaufen kann, mir aufreißen.
Es kann halt passieren, dass das zu lang dauert, und die Angebetete mit dem kurzen Rock wegen ihres fortgeschrittenen Alters und der Orangenhaut keine kurzen Röcke mehr tragen kann.
Ich mein, was tun wir in Zeiten, wenn es uns schlecht geht? Wir essen, nicht wahr? Wenn wir sonst schon nix haben können, dann müssen wir essen. Und vom vielen Essen werden die Beine auch nicht schöner, vor allem dann nicht, wenn ich mir kein Fitnessstudio und keinen Wellness-Urlaub leisten kann um das Fett wieder weg zu trainieren.
Bin ich froh, dass ich Lehrerin bin und unkündbar.
Vermutlich werden im Sommer, die einzigen Frauen, die kurze Röcke tragen, die Beamtinnen sein und sich vor den Blicken der Männer nimmer retten können.

Freitag, März 13, 2009

ich bin so arm


Ich bin so arm.
Ich bin so arm dran in meinem Job.

Ich muss am Montag schon um neun Uhr anfangen zu unterrichten und geh erst um eins heim. Ich muss dann mindestens eine Stunde schlafen, damit ich mich erhol von dem Stress, weil schließlich hab ich am Dienstag von acht bis zehn Unterricht.
Schlafen muss ich eh jeden Nachmittag, sonst steh ich das gar nicht durch. Und die vielen Heftln, die ich zum Anschauen hab. Da brauch ich jeden Tag mindestens eine Stunde.
Und die Vorbereitung ! Dabei bin ich schon so lang Lehrerin. Trotzdem sitz ich jeden Tag eine volle Stunde!
Kommen wir zu den Gangaufsichten. Die Gangaufsichten sind das Schlimmste. Da muss ich meine Wurschtsemmel im Gang essen! Gemeinsam mit den Schülern.
Der Donnerstag. Mein Gott, der Donnerstag. Da hab ich acht Stunden Unterricht.
Stell dir das vor: Acht Stunden und keine g’scheite Mittagspause!
In der Mittagspause muss ich Essen austeilen und dann gemeinsam mit den Schülern essen! Und was bekomm ich da bezahlt? Nicht der Rede wert!
Danach wieder vier Stunden! Erst um vier Uhr geh ich heim. Um vier Uhr!
Der Freitag ist ganz schlimm. Am Freitag durchgehend von acht bis eins Schule mit nur einer Stunde dazwischen frei.
Weißt du, was das für ein Stress ist? Da muss ich in meiner Freistunde ins Kaffeehaus gehen, sonst halt ich das nicht aus.
Du sagst, jammer nicht, du hast ja das Wochenende. Ha, Wochenende!
Am Wochenende sitz ich und schau Hefltn an. Und bereite mich vor. Sicher zwei Stunden wenn nicht eineinhalb.
Gell, das schaust? Und die Weiterbildung erst. Mindestens einmal im Semester musst dich weiterbilden. Ja, du musst! Als Lehrer musst du.
Da muss ich dann nach Salzburg fahren und mich mit anderen Lehrern zusammensetzen und dann müssen wir spielen und singen und sonst noch alles Unmögliche tun.
Und was bekomm ich bezahlt? Nichts! Nur die Fahrt und ein Taggeld. Davon wirst nicht fett, das sag ich dir.
Und komm mir ja nicht mit den Ferien.
Die Weihnachts- Oster- und Semesterferien erwähn ich gar nicht. Die sind nicht der Rede wert. Die Sommerferien kannst vergessen, so schnell sind die vorbei.
Die neun Wochen -ein Klacks ist das.
Dann hast ein Sauwetter und musst in der Bude hocken die ganze Zeit.
Und weißt du, was ich Geld ausgeb? Du hast keine Ahnung.
Den Tixo muss ich selber kaufen und die Druckerpatronen und die Fleißpickerl für die Schüler und die Rotstifte und die Kugelschreiber.
Ich bin so arm!
Die Frau Schmied, dieses Schafl. Was bildet die sich eigentlich ein?
Die hat sich ein Airbrush-Make-up für 1000 Euro machen lassen. Und dann spielt’s Schifferl versenken mit dem Riegler, dem Kaschperl.
Wennst mich fragst, hat es eh nicht viel g’nutzt.
Was glaubt die eigentlich, die Schmiedin?
Ich kann nicht zwei Stunden pro Woche mehr unterrichten!? Wann geh ich dann ins Kaffeehaus entspannen?
Ich brauch meine Freistunden am Vormittag und ein zusätzlicher Nachmittag geht gar nicht. Da krieg ich dann ein Burnout, aber was für eins.
Aber ich hab mir eh was überlegt. Wenn das nix wird, wenn wir die Ministerin nicht umstimmen können, dann kündige ich.
Dann geh ich putzen. Ja, putzen geh ich. In die Bank. Oder in die Schule.
Bin ja nicht deppert.
Aber nun streiken wir mal. Ich hab eh noch nie g‘scheit gestreikt. Ich bin mir sicher, wir streiken kurz vor den Ferien. so ab Mitte Juni.
Hoffentlich passt das Wetter.