Montag, März 31, 2008

feedback


Nun geh ich ja seit geraumer Zeit mehr oder weniger – eher weniger – ins Fitnessstudio.
Und gestern seh ich am Tisch einen Zettel liegen mit der Aufschrift: Wir wollen Ihr Feedback!
Früher hat das ja nicht Feedback geheißen, sondern Meinung. Und wenn dich jemand nach deiner Meinung gefragt hat, dann hast du sie einfach gesagt.
Aber heutzutage ist das ja nicht mehr so einfach. Weil wenn das so einfach wäre, dann würde ich zur Mitzi hingehen und ihr sagen was alles nicht passt. Der Mitzi gehört das Fitnessstudio.
Ich würde sagen: Mitzi, die Geräte sind staubig. Der Blumenstock ist verwelkt und hat braune Blätter. Schmeiß ihn auf dem Kompost und nimm gleich die Acrylbilder der
Hobbymalerin mit den konzentrischen Kreisen mit. Und das Gerät, dessen Namen ich mir nicht merken kann – irgendwas mit abdominal – quietscht so laut, dass ich den DJ Ötzi, dessen Stern aus dem Lautsprecher dröhnt, fast nicht höre, sondern nur mehr die Bässe.
Nicht, dass mich das stören würde, aber die Bässe gemeinsam mit dem Quietschen vom abdominal Wasweißich sind schlimmer als ohne.
Und dann würde ich auch noch sagen, dass ich da mutterseelenallein herumturne, ohne dass mir irgendjemand sagt, ob die Sitzhöhe die richtige ist oder ob mein Arm beim Trainieren meines nicht vorhandenen Trizeps oder Bizeps im rechten Winkel aufliegen muss oder nicht, ob er ausgestreckt sein soll oder abgewinkelt.
Das mit dem Feedback ist schwierig.
Ich habe ja schon einmal einen Versuch gestartet. Dem Muskelmann aus Düsseldorf, der bei der Mitzi arbeitet, habe ich ja mal vorsichtig und beiläufig im Vorbeigehen gesagt: Johnny, die Geräte sind ein bissserl staubig. Da hinten beim abdominal Wasweißich hab ich es gesehen. Aber nimmst das eh nicht persönlich und bist eh nicht bös, hab ich noch vorsichtig angehängt.
Johnny versicherte mir, dass sie – er und Mitzi - froh seien über ein konstruktives Feedback.
Gleich darauf marschierte er mit dem Wettex und wischte drüber.
Der abdominal Wasweißich ist immer noch staubig und ich sitze da und schwitze und sehe Staub und braune Blätter und konzentrische Kreise und ich schwitze noch mehr.
Also hab ich mir so einen Zettel genommen. Wenn sie schon mein Feedback wollen, dann sollen sie.
Nicht so einfach, das Ausfüllen. Was die alles wissen wollen. Das ist ja eine mittlere Klausurarbeit. Da sitz ich ja Stunden.
Da steht sehr zufrieden, zufrieden, weniger zufrieden, unzufrieden.
Ich kann doch nicht überall unzufrieden ankreuzen.
Vielleicht gibt es ja Leute, die den Staub gar nicht sehen weil die weitsichtig sind. Die sehen den Staub vielleicht erst dann, wenn er drei Zentimeter hoch ist. Die würden dann sehr zufrieden ankreuzen.
Meine Mutter würde sagen wenn ich sie fragen würde was ich ankreuzen soll – was Unsinn ist, weil meine Mutter noch nie in einem Fitnessstudio war und ich sie deshalb auch nicht fragen werde - dass es auf meinem Bücherregal hundertmal staubiger ist. Und ich würde dann sagen: Ja, Mama, das sehe ich aber nicht, weil das Bücherregal ist aus Fichtenholz und da sieht man den Staub nicht so. Und ich sitz ja auch nicht auf dem Regal so wie hier im Fitnessstudio auf dem abdominal Wasweißich. Und den Büchern ist es wurscht, wenn das Regal staubig ist, weil die sind noch staubiger.
Ich könnte ja auch sehr zufrieden ankreuzen und dann ganz unten bei dem Teil, wo Was ich sonst noch sagen will steht, hinschreiben, dass ich bei allen Fragen gelogen habe.
Ich könnte auch hinschreiben, sie sollen Fitnessgeräte aus Fichtenholz aufstellen.

Nein, ich mache das nicht. Ich werde gar nichts ausfüllen. Ich werde das nächste mal einen Wettex mitnehmen und heimlich alles abstauben.
Die sehen das eh nicht. Die sind eh nie da.
Den welken Blumenstock mit den braunen Blättern werde ich düngen.
Ja, das tu ich.
Ein Messer nehm ich auch mit. Nein, nicht für die Mitzi. Das Messer ist für die Bilder.
Die mit den Kreisen.
Den kotzentrischen.

Montag, März 24, 2008

irren ist menschlich

Wenn du tippst und dich verschreibst, dann heißt das Tippfehler.
Wenn du das Wort Tippfehler liest, weißt du genau, worum es sich handelt. Du musst dann nicht stundenlang erklären, dass du eine Email geschrieben hast, und statt des großen S ein kleines getippt hast, oder statt des Dreiers ein E. Du sagst Tippfehler und alles ist klar.
Wenn du einen Aufsatz schreibst, und du ein Wort falsch schreibst, dann ist das ein Rechtschreibfehler.
Wenn es doch nur für alle anderen Fehler und Missgeschicke, die einem immer wieder passieren, auch nur ein Wort geben würde, wäre das hilfreich.
Dann müsstest du nicht ewig lang erklären, was passiert ist, wie es passiert ist, was du getan oder nicht getan hast, dass es passiert ist. Du sagst dieses eine Wort und jeder kennt sich aus.
Hier einige Ideen.
Du nimmst aus Versehen Salz statt Zucker für deinen Kaffee. Unterzucker.
Du vergisst den Toast im Toaster und er ist verbrannt. Schwarzbrot.
Du vergisst deinen Schlüssel in der Wohnung und die Tür fällt hinter dir zu. Deine Tür hat einen Knauf. Schlüsselerlebnis.
Du hast deine Zigaretten verlegt und findest sie nicht. Nikotinsucht.
Du verschüttest den Kaffee. Kaffeeklatsch.
Dein Klo ist verstopft weil du zuviel Klopapier rein gestopft hast. Papierstau.
Du hast vergessen, den Deckel des Gefrierschranks zu schließen. Auftauphase.
Du kommst zu spät in die Arbeit weil der Wecker stehen geblieben ist. Uhrlaub.
Du hast das Frühstücksei zu hart gekocht. Eierstock.
Du hast das Osterei zu weich gekocht. Weichei.

Sonntag, März 23, 2008

die ederoma


Der Spruch, den ich als Kind in der Karwoche immer hörte – Nun fliegen die Glocken nach Rom - war mir ein Mysterium.
Ich hatte keine Ahnung, wo Rom war.
Wenn die Ederoma dann sagte - Rom ist die Hauptstadt von Italien - konnte ich mir auch nichts darunter vorstellen. Das einzige, was ich von Italien wusste, war, dass dort die Zitronen wachsen.
Die Ederoma war die Mutter meines Vaters. Sie war schwerhörig. Ich hatte Angst vor ihr. Die Ederoma lebte in der Südtirolersiedlung. Die hat der Hitler bauen lassen, erzählte sie immer. Ihre Wohnung hatte Kuchl, Schlafzimmer, Kabinett und Speis und Bad mit Klo. Das war was Besonderes.
Wir hatten damals nur Küche und Schlafzimmer.
In der Wohnung roch es eigenartig. Die Ederoma hatte ganz ungewöhnliche Lebensmittel. Pumpernickel hatte sie und Ingwer. Und Joghurt mit Marmelade in Plastikbechern.
Und einen Saustall hatte sie.
Wenn ich ihr helfen wollte, aufzuräumen, wurde sie fuchsteufelswild. Du brauchst mir gar nicht zu helfen, ich mach das schon allein.
Einmal, als sie mich zum Bäcker schickte, und ich beim Nachhauselaufen fast vom Postbus überfahren wurde lief sie zornig auf das Feld hinter ihrem Garten, holte eine Handvoll Brennnesseln und versohlte mir den Hintern. Den nackten natürlich.
Zu Ostern kam immer ihre Tochter aus München zu Besuch. Die Tante Resi.
Die Tante Resi war eine Schönheit in jungen Jahren. Sie sah aus wie Gina Lollobrigida und hatte eine Wespentaille. Das fiel mir damals schon auf. Und wie sie gekleidet war. Die höchsten und spitzesten Stöckelschuhe, die ich jemals gesehen hatte.
Sie nahm mich dann immer an der Hand und wir gingen durch’s Dorf. Wo wir hingingen, weiß ich nicht mehr. Aber das spielte keine Rolle. Wichtig war, dass wir durch’s Dorf gingen. Ich mit meiner wunderschönen Tante.
Die Ederoma erzählte oft, dass die Tante Resi in der Stadt Salzburg auf der Straße angeredet wurde. Von Regisseuren und Werbeleuten. Wegen ihrer Schönheit. Ob sie nicht im Film arbeiten wolle oder in der Reklame.
Oma sagte immer Reklame.
Aber Tante Resi wollte weder zum Film noch in die Reklame. Sie wollte nach München. Und da ging sie auch hin. Mit zwanzig. Und da hat sie dann reich geheiratet. Meinen Onkel. Der mit fünfzig gestorben ist. Herzinfarkt. Weil er so viel gearbeitet hat. Darum war er auch so reich geworden.
Einmal hat mich die Tante Resi überredet, bei der Ederoma zu übernachten. Das war an einem Karsamstag.
Amadea, wenn du morgen aufstehst, gemma in den Garten hinaus Osternesterl suchen und da finden wir bestimmt einen großen Schokoladeosterhasen und viele kleine Gelee-Osterhasen. Und du darfst bei mir im Kabinett schlafen.
Ich glaube, ich habe mich wegen der Gelee-Osterhasen überreden lassen. Am nächsten Tag lag Schnee und es gab kein Osternesterlsuchen im Garten. Und es gab nur einen kleinen Gelee-Osterhasen.
Das war das erste und letzte Mal, dass ich bei der Ederoma übernachtete.
Jeden Sonntag nach der Messe mussten wir zur Ederoma. Meine Eltern und ich. Sie hatte dann immer Malzkaffee gekocht, weil sie war ja schon bei der Frühmesse gewesen.
Immer wenn wir da waren und vor unserem Malzkaffee saßen, suchte sie ihre Strümpfe.
Wo san meine Stimpf? Sie sagte Stimpf zu den Strümpfen.
Jahre später kam ich drauf, dass das Mundart war. Ich hatte immer gemeint, sie kenne den Unterschied zwischen Strümpfen und Stümpfen nicht.
Und während sie dasaß und ihre Strümpfe anzog, dampfte der Malzkaffee vor mir, der die gleiche Farbe wie ihre Strümpfe hatte. Ich trank nur einen Schluck, der Höflichkeit wegen. Dann war es aus.
Und die Ederoma wurde böse und sagte zu meiner Mutter: Was ist das Kind heikel. Keine Erziehung! Zu meinem Vater sagte sie nichts. Mama schaute dann immer schuldbewusst. Das nervte mich. Ich kam mir ziemlich erzogen vor.
Geredet wurde nicht viel weil die Ederoma eh immer falsch verstand und meistens so tat, als hätte sie alles kapiert und nur nickte und ja sagte. Und das ja passte oft nicht. Sie redete immer irgendwas und wir nickten nur.

Als die Ederoma sehr alt war und gehbehindert, wohnte sie im Altersheim, das gleich neben meinem Elternhaus war. Ich besuchte sie manchmal mit meinen Kindern. Und sie redete dann fast nie. Sie lächelte, wenn sie meine Buben anschaute und nickte immer wieder mit dem Kopf.
Einmal sagte sie: Weißt du noch, Amadea, als du bei mir übernachtet hast? Da hatte sie Tränen in den Augen.
Eines Morgens lag die Ederoma tot im Bett.
Die Tante Resi lebt noch in München. Ich sehe sie alle paar Jahre zu Allerheiligen am Grab der Ederoma. Sie hat noch immer eine Wespentaille. Die Stöckelschuhe sind nicht mehr so hoch wie früher. Aber schön ist sie immer noch.

Donnerstag, März 20, 2008

der entzündungsherd


Sehr geehrter Herr Herd !

Es war nicht in Ordnung, dass ich Sie gestern Abend in die Lade getreten habe. Dafür will ich mich entschuldigen. Ich wusste nicht, dass sie so empfindlich sind. Ich wusste auch nicht, dass das Metall an ihrem unteren Ende so dünn ist. Ich werde versuchen, die Delle, die ich Ihnen verpasst habe, vorsichtig auszuklopfen.
Aber derzeit bin ich nicht imstande, das zu tun.
Ich bin nach wir vor zu aufgeregt und nervös. Und auch verärgert.
In dieser Wohnung bin ich die Chefin. Und die Chefköchin. Und Sie haben das zu tun, was ich Ihnen sage. Kapieren sie das doch endlich. Ich habe Sie immer mit Respekt behandelt, ich habe Sie geputzt und dafür gesorgt, dass Sie strahlen und glänzen.
Und Sie? Sie sind ganz und gar respektlos und aufmüpfig. Sie führen sich auf wie es Ihnen gerade passt.
Nicht umsonst haben Sie auf den Knöpfen da an Ihrer Brust die Zahlen von eins bis zwölf. Und wenn ich ihren Knopf auf Stufe sechs drehe, dann erwarte ich auch, dass er auf Stufe sechs bleibt.
Aber nein, was tun Sie? Sie erhitzen sich auf Stufe zwölf. Ohne mich zu fragen oder wenigstens davon in Kenntnis zu setzen. Kein Wörtchen sagen Sie.
Wenn Sie mir mitteilen würden, dass Sie sich auf Stufe zwölf erhitzen, dann könnte ich reagieren und den Knopf zurückdrehen oder ganz ausdrehen. Oder ich könnte die Pfanne von Ihnen herunter nehmen.
Kapieren Sie nicht, dass die menschliche Haut empfindlich ist? Meine ist sogar überempfindlich.
Ist es notwendig, dass Ihre Platte so heiß ist wie Vulkanlava? Es ist nicht notwendig, die Platte auf zweitausend Grad zu erhitzen, wenn in der Pfanne die Zwiebel glasig werden soll. Sechzig Grad würden reichen. Oder achtzig. Die Zwiebel muss nicht schwarz werden wie Basalt. Glasig soll sie werden, glaaaaaaasig!
Da gehe ich zehn Minuten aus der Küche um zu telefonieren und wenn ich zurück komme, ist die Zwiebel kohlrabenschwarz und die Pfanne auch und die Küche raucht wie der Ätna in seinen heißesten Zeiten.
Und Sie sitzen da, mit glühender Platte ohne die Miene zu verziehen.
Sie haben den Knopf selbstständig hinauf gedreht! Und behaupten Sie nun ja nicht, ich wäre das gewesen. Niemals und auf keinen Fall drehe ich den Knopf auf zwölf, wenn ich glasige Zwiebel brauche.
Und es ist Ihnen auch vollkommen egal, dass ich diese teure Pfanne nun wegschmeißen muss. Ja, ich muss sie entsorgen. Tun Sie doch nicht so, als ob Sie das nicht wüssten. Wie soll ich diese schwarze, klebrige Masse je wieder wegkriegen? Das schafft nicht mal Ihr Freund, der Geschirrspüler.
Und weil wir grad dabei sind. Ich kann nichts dafür, dass Sie schief stehen. Beschweren Sie sich beim Tischler oder beim Maurer. Keine Ahnung, warum der Boden schief ist.
Wie Sie wissen, koche ich vornehmlich mit Olivenöl. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie sich ein wenig nach hinten neigen könnten, damit sich das Öl nicht immer im vorderen Drittel der Pfanne ansammelt. Ist das zuviel verlangt? Sich ein wenig nach hinten zu lehnen dürfte nicht so schwierig sein, oder?
Noch etwas. Morgen kaufe ich den Braten für Ostern. Es gibt Lamm. Ich warne Sie. Wenn Sie Ihr Backrohr wieder so erhitzen wie im vorigen Jahr, als ich mir die Finger beider Hände verbrannte, dann back ich ihr Rohr und reiß es Ihnen raus. Jawohl! Dann ist es aus mit lustig. Dann fliegen Sie raus. Endgültig.
Was sagen Sie? Lauter, ich verstehe Sie nicht. Eigener Herd ist Goldes Wert, sagen Sie? Dass ich nicht lache. Ich verbitte mir diese Frechheiten.
Es reicht! Morgen werden Sie entsorgt. Sie haben ausgeheizt.
Ab morgen bleibt die Küche kalt. Und Sie auch.

Montag, März 03, 2008

doggy style


Entschuldigung, Frau Lehra. Ich kann das Referat heut' nicht machen. Unser Hund hat das Poster gefressen.
Ihr habt doch gar keinen Hund.
Aja. Es war die Katze.

Sonntag, März 02, 2008

emma


Liebe Emma!
Es freut mich wahnsinnig, dass du endlich da bist. So kann ich dieses Wochenende wirklich faulenzen.
Faulenzen will gelernt sein.
Du kannst nicht einfach von einer Sekunde auf die andere faulenzen. Das richtige Faulenzen musst du genau planen.
Eine Stunde zuvor richtest du einiges her.
Zuerst ziehst du dich bequem an. Nimm den ältesten Pullover, den du hast, der, den du in der Schwangerschaft so gern getragen hast. Dann nimm die alte Trainingshose mit dem ausgelatschten Gummizug. Einen alten Pyjama kannst du auch anziehen. Und hol die dicken Wollsocken aus dem Schrank.
Sperr die Wohnungstür zu, schalte dein Handy aus, nimm die Pizza aus dem Tiefkühlfach und schieb sie in den Ofen.
Öffne die beste Flasche Rotwein, die du hast oder kühl Bier ein, falls du das lieber magst.
Sämtliches Obst und Frischgemüse räumst du weg. Es ist nicht geeignet zum Faulenzen. Schokolade und Knabbergebäck stellst du bereit.
Alles Essbare kommt auf den Couchtisch. Schieb den Couchtisch so nah an dein Sofa, dass du alles bequem erreichen kannst, ohne dich bewegen zu müssen.
Wenn du gerne fern schaust, schalt ihn ein, den Kasten.
Richte dir was zu lesen her. Nein, keine Bücher. Der Marcel Proust, den du schon seit deiner Studienzeit lesen willst, räumst du ins hinterste Eck. Du brauchst Zeitschriften. Solche, die beim Zahnarzt oder Friseur aufliegen. Solche, die viele bunte Seiten mit den berühmten und weniger berühmten Leuten haben.
Achte darauf, dass du allein bist. Du brauchst keine Gesellschaft. Andere Personen würden mit ihrem Herumgewusel und Gequatsche nur stören.
Zum richtigen Faulenzen musst du auf jeden Fall allein sein. Du kannst dich sonst nicht konzentrieren.
Richtig faulenzen heißt, nicht zu reden. Nicht mit einer anderen Person. Mit dir selber darfst schon.
Du kannst auch nichts tun. Nur träumen. Oder deine Zehennägel betrachten und dir vorstellen, wie es wäre, sie kosmetisch verlängern zu lassen. Du kannst dir auch vorstellen, wie es wäre, wenn du deine Finger so wie Fingerlinge hineinstecken könntest.
Du kannst dir alles Mögliche vorstellen.
Aber steigere dich nicht zu sehr hinein und versteif dich nicht auf eine Idee. Sie könnte dich nicht mehr loslassen und dem Faulenzen entgegen wirken.
Einmal entfaulenzt, immer entfaulenzt.
Du kannst auch vor dem Computer faulenzen, Emails lesen, im Internet surfen und drei Stunden lang die ägyptischen Hieroglyphen studieren und dann darüber nachzudenken, wie es wohl wäre, den nächsten Urlaub in Ägypten zu verbringen. Aber dann schaltest du den Fernseher ein. Und das Nachmittagsfernsehen macht dich aber innerhalb kürzester Zeit zu einer Person, die nachmittags fernsieht und sich für sonst gar nichts mehr interessiert.
Du kannst auch davon träumen, wie du faulenzen wirst, wenn du einmal pensioniert bist. Es gibt zwar Leute, die in der Pension mehr arbeiten, als sie je in ihrem Job gearbeitet haben, Beamte, sagt man.
Aber es gibt auch welche, die nur faulenzen.
Für die ist die Pensionierung ein tägliches Supergaufaulenzen.
Das kann dann so entspannend und schön sein, dass die gar nicht bemerken, dass sie ganz, ganz langsam sterben. So gemütlich kann das sein. Die sind dann hinübergefaulenzt in den ewigen Faulenzerhimmel. Falls es einen gibt.
Liebe Emma, es war schön mit dir. Doch nun hau ab. Ich komm heut auf so saublöde Gedanken.
Und – morgen ist Montag.

Samstag, März 01, 2008

tod eines burgers

Ich stelle normalerweise keine Videos da rein. Aber dieses hat mein Sohn Mike vor einem Jahr gemacht. Ich finde es einfach super!