Sonntag, April 30, 2006

max


Ich saß im Zug nach Wien. Der Waggon war fast leer. Ich machte es mir gemütlich, schaltete mein Handy aus und nahm das Buch heraus, das ich schon lange lesen wollte. Ich freute mich auf die ruhige lange, gemütliche Zugfahrt.
In Salzburg stieg eine Familie ein. Papa, Mama und drei Buben, alle nicht älter als fünf. Sie nahmen neben mir Platz. Das hatte mir gerade noch gefehlt.
Nach zwei Minuten wusste ich, dass die drei Kevin, Leon und Max hießen. Die beiden ältesten, Kevin und Leon saßen ruhig da und spielten mit ihren Computern. Max, der jüngste, war eine Katastrophe.
Er blieb keine Sekunde ruhig sitzen, gab grunzende Geräusche von sich, schrie, kreischte, kicherte, kletterte den Sitz hinauf, hinunter, zog am Pullover seiner Mutter, klopfte auf die Schenkel seines Vaters, schmiss sich gleich darauf auf den Boden, wimmerte, wollte den Schnuller, bekam ihn, spuckte ihn aus.
Man sah auf den ersten Blick, dass dieses Wahnsinnskind eine Überdosis an Zucker in sich hatte und zusätzlich oder deshalb hyperaktiv war.
Seine Mutter begann, ihm Schokoladekekse in den Mund zu stopfen. Er kaute, schluckte, redete, kaute, schluckte, redete, dazwischen bekam er seine Trinkflasche, in dem ein giftig-gelbes Gesöff war, dann wieder Schokoladekekse. Und er kaute, schluckte, redete, trank, redete, kaute, schluckte. Und war ständig in Bewegung. In unkontrollierter.
Das einzige, was der Vater sagte, war: "Bitte, Max. Max, bitte.“ Die Mutter sagte gar nichts. Sie schwitzte, ihr Rock war verrutscht, ihr Pullover braun gefleckt, ihre Hand stopfte und stopfte die Kekse in Max hinein.
Mir fiel in diesem Moment eine Begegnung mit einem ähnlichen Wahnsinnskind wie Max ein. Ich ging damals noch ins Gymnasium und war auf der Heimfahrt von der Schule.
Dieses Wahnsinnskind lief die ganze Zeit herum, belästigte die Fahrgäste, hüpfte auf die Sitze, schrie und kreischte.
Irgendwann war es dann erschöpft und setzte sich zu seiner Mutter, die vor mir saß.
Und mit einem Mal drehte sich dieses Kind zu mir um und schaute mich an.
Ich konnte mich nicht beherrschen. Ich streckte ihm die Zunge heraus. Ganz weit.
Das Kind starrte mich an und fing an, laut zu schreien. Die Mutter hatte keine Ahnung weshalb. Ich eigentlich auch nicht, weil getan hatte ich ihm ja nichts. Jedenfalls schaute sie kurz zu mir zurück, weil ich aber ruhig dasaß und keinerlei Reaktion zeigte, wandte sie den Blick wieder ab.
Nun aber zurück zu Max.
Max hatte inzwischen die ganze Packung Schokoladekekse gefüttert bekommen
und sein giftgelbes Kohlensäurezuckergesöff ausgetrunken, als ich sah, dass ihm schlecht war. Das Keks im Mund, die Augen verdreht, der Mund verzerrt, fing er an zu würgen und zu würgen. Er schrie: „Mama, i muaß speibn!“ Schon war es so weit. Der halbverdaute dunkelbraune Inhalt seines Magens landete auf seinen Händen, seinem T-Shirt, auf Mamas Rock, auf dem Sitz. Und er schrie. Aus Leibeskräften.
Es war unbeschreiblich.
Es war wie in einem Film.
Im verzweifelten Versuch, den Max zu besänftigen, schob ihm die Mutter den Schnuller in den Mund: „Hiaz nimm schon den Zutzl, dumma Bua!“ Papa röchelte nur: „Bitte, Max. Max, bitte.“
Mama beruhigte ihn schön langsam. Dann wischte das Erbrochene mehr oder weniger erfolgreich auf.
Sie hatte es endlich geschafft, dass der Schnuller im Mund von Max blieb.
Nun war es so, dass Max wunderbar gelernt hatte, mit dem Schnuller im Mund zu reden. Und da er ja die stete Aufmerksamkeit seiner Mutter beanspruchte, redete er ständig.
Er saß inzwischen auf dem Schoß der Mama, die sich endlich ihrer Zeitschrift widmen konnte. Und Max fragte.
„Wof if gef?“ – „Des is die Paris Hilton.“
„Wof if gef?“ – „Des is die Freindin von da Paris Hilton.“
„Wof if gef?“ – „Des san die Schuach von da Paris Hilton.“
So ging das nun dahin. Eine halbe Stunde lang.
Wann immer die Mutter ihr Goldenes Blatt umblätterte, fragte Max. Immer dasselbe.
Papa murmelte, bevor er einschlief: "Bitte, Max. Max, bitte.“
In Linz stiegen Mama, Papa, Kevin, Leon und Max aus.
Der Waggon füllte sich mit Reisenden. Mir gegenüber ein altes Ehepaar. Nachdem sie ihr Gepäck verstaut und sich umständlich hingesetzt hatten, musterten sie mich unentwegt. Ich machte mich klein, zog die Beine an, lächelte sie an. Sie verzogen keine Miene. Es war offensichtlich, dass sie schlecht gelaunt waren. Also nahm ich meinen CD-Player heraus und widmete mich meinem Buch. Gleich darauf klopfte mir die Dame auf’s Knie. Ich nahm den Kopfhörer ab.
„Mochn’s bittschäää eana Musi leiser. I wü schloffn.“
Ich packte meine Tasche und verließ den Waggon.
Das nächste Mal setze ich mich in ein Erste-Klasse-Abteil. Sollte mich der Schaffner nach dem Erste-Klasse-Ticket fragen, werde ich sagen: „Wof if gef?“

Samstag, April 29, 2006

neighbourhood-watch

Als ich in London lebte, zog ich in eine Wohnung, von der du gut in die Wohnung im Wohnblock gegenüber schauen konntest. Du konntest am Morgen, während du frühstücktest, einfach den Kopf heben, auf die Küchenuhr in der Wohnung gegenüber schauen und wusstest, „So, nun ist es aber Zeit.“
Klar, dass ich nur ordentlich bekleidet mein Frühstück zu mir nahm.
Und dass ich die Vorhänge abends immer zugezogen hatte, und manchmal sogar am Tag.
Die Wohnung gegenüber mir besaß weder Rollläden noch Vorhänge. Und man schaut automatisch hinüber, auch wenn man gar nicht will. Es passiert einfach.
Das Problem war, dass man da drüben nicht nur die Küchenuhr sah, sondern auch den HAN.
So nannten wir ihn. Meine Nachbarin und ich. Mit Emine, die eine Türkin war, hatte ich mich gleich am ersten Tag angefreundet.
Der HAN. Der hässliche alte Nackte.
Den Namen hatte ich erfunden, nachdem ihn mir Emine beschrieben hatte. Hässlich, nackt und alt waren die ersten deutschen Wörter, die Emine von mir gelernt hatte.
Die deutschen Wörter, die sie schon kannte, waren Bratwurst, Sauerkraut, Blitzkrieg und Zeitgeist. HAN kam nun dazu.
Ich sah ihn eigentlich ziemlich lange nicht, den HAN.
Ich kannte ihn nur durch Emines Erzählungen, und das ziemlich gut. Aber es dauerte fast drei Monate, bevor ich ihn endlich sah.
Das klingt nun so, als ob ich darauf gewartet hätte, ihn zu sehen. Das nicht gerade, aber ich war enttäuscht, ich wollte ihn endlich sehen!
Ich kam mir wie eine Außenseiterin vor, die nicht mitreden konnte, wenn ich bei Emine zur Dinnerparty eingeladen war.
Das Hauptthema war immer HAN.
HAN und seine Vorliebe für Goldketterl. HAN und sein Brusthaar. HAN und sein behaarter Hintern. HAN und seine Vorliebe für baked beans.
Und dann passierte es.
Ich hatte Spinat-Ricotta-Canneloni gekocht, saß am Tisch und hatte gerade begonnen, zu essen, als ich den Kopf hob und nicht die Küchenuhr gegenüber sah.
Nein! Ich sah HAN!
Im weißen, gerippten Unterleiberl. Und untenherum nix. Gar nix.
Mir blieb der Cannelone im Mund stecken bzw. zwischen den Lippen hängen.
Mein Appetit war wie weggeblasen.
Ich hatte keinen Hunger mehr. Mir war fast schlecht, so als ob ich zu viel gegessen hätte.
Dieses Völlegefühl und diese Appetitlosigkeit dauerten den ganzen Tag an.

Also, all ihr lieben Frauen, die Ihr abnehmen wollt!
Schafft euch einen HAN an. Ein HAN ist wirksamer als ein personal trainer.
Zieht in einen Wohnblock. Vergesst die schöne Aussicht auf Berge, Kirchturmspitzen und Parks.
Sucht euch eine Wohnung gegenüber eines Wohnblocks, der vom Keller bis zum Dach verglast ist. Erkundigt euch, in welcher Wohnung ein HAN lebt und zieht gegenüber ein.
Stellt den Esstisch so hin, dass ihr die Wohnung gegenüber gut einsehen könnt.
In drei Monaten habt ihr 10 Kilo abgenommen. Garantiert!
Und das ganz einfach! Keine langwierigen, komplizierten Diäten!
Ganz einfach abnehmen ohne einen Groschen zu bezahlen!

HAN beschäftigte mich noch lange.
Und ich kam drauf, dass HAN kein Exhibitionist war. Nein, ganz im Gegenteil!
Er war ein wacher, aufmerksamer Londoner resident.
Das wurde mir bewusst, als ich die Wohnung verkaufte und mich der Makler fragte, „Is this a neighbourhood-area?“
Und ich konnte mit Stolz und Überzeugung sagen, „Yes, it is, sir!“

these are the days

These are the days of the endless summer
These are the days, the time is now
There is no past, there’s only future
There’s only here, there’s only now
Oh your smiling face, your gracious presence
The fires of spring are kindling bright
Oh the radiant heart and the song of glory
Crying freedom in the night
These are the days by the sparkling river
His timely grace and our treasured find
This is the love of the one magician
Turned the water into wine
These are days of the endless dancing and the
Long walks on the summer night
These are the days of the true romancing
When I’m holding you oh, so tight
These are the days by the sparkling river
His timely grace and our treasured find
This is the love of the one great magician
Turned water into wine
These are the days now that we must savour
And we must enjoy as we can
These are the days that will last forever
You’ve got to hold them in your heart.

Van Morrison

rainer maria rilke

Du hast so eine leise Art zu sein.
Und jene, die dir laute Namen weih'n.
Sind schon vergessen deiner Nachbarschaft.
Das Stunden-Buch
Das Buch vom mönchischen Leben

Freitag, April 28, 2006

how embarrassing


Jeder hatte schon seine peinlichen Momente.
Ich hatte einige ziemlich peinliche.
Das Peinlichste war für mich, als ich – ich lebte damals in London – zum Frisör round the corner sagte, „I’d like to have a haircut and a blowjob“ - anstatt „blowdry“.
Wirklich peinlich war mir, dass ich danach, als der Friseur den blowing job ausführte, nur daran dachte: „Der glaubt nun ich denke den ganzen Tag an nix anderes als an blowjobs."
Es war auch peinlich, dass er jeder Kundschaft, die ins Geschäft kam, meinen Fauxpas erzählte, zur Heiterkeit aller Anwesenden außer mir.
Warum ist es einem eigentlich peinlich, wenn uns vor fremden Leuten ein Missgeschick passiert? Es kennt einen doch keiner, und es sollte einem eigentlich wurscht sein.
Ich meine, es ist klar, dass es es peinlich ist, wenn man von der Toilette kommt und der Rock ist eingeklemmt in der Strumpfhose, wie es einer ehemaligen Kollegin, deren Hinterteil der Venus von Willendorf ähnelte, passierte. Ich konnte es mir damals nicht verkneifen, und das war kein Mitleid, sie lautstark darauf hinzuweisen, hatte sie mir doch einige Wochen zuvor den Lockenwickler, der zwischen meinen Schulterblättern am Mohair-Pullover kleben geblieben war entfernt und lautstark gerufen: „Hattest du es eilig heute morgen?“
Ich beobachtete ganz genau ihre Mimik und sah, wie blankes Entsetzen ihren Lippenstiftmund verzerrte, ihre Bewegungen fahrig wurden und sie blitzschnell ihr Hinterteil an die Wand drückte und den Rock aus Strumpfhose herauszog. Und während dies alles wie in Zeitlupe ablief, herrschte Grabesstille im Raum.
Meine Mutter erzählte mir von einer Begebenheit, die mich betraf, aber nur für sie peinlich war.
Es war meine Erstkommunion. Wir hatten wenig Geld und mein Erstkommunionkleid samt Schleier und Schuhen hatte ich von der Cousine aus Frankfurt übernommen.
Den Abend zuvor waren Mama, beide Omas und Tanten zur Generalanprobe versammelt. Das Kleid passte wunderbar. Ich fühlte mich wie eine Prinzessin. Nur mit dem Schleier kamen sie nicht gut zurecht. Er wollte einfach nicht richtig passen. Ich war ungeduldig und genervt, weil alle an meinem Kopf herumzupften, mir Haare ausrissen, mich mit Spangerln und Haarnadeln stachen und durcheinander redeten. Zufrieden waren sie nicht mit dem Schleier.
Am nächsten Tag saß ich in der Kirche. Andächtig, mit Kerze und Schleier. Reinhold, mein Verehrer schaute mich immer wieder an. Ich war so stolz auf meine langen Locken und den schönen Schleier. Hatte er mich doch zuvor immer wieder gefragt, ob ich wohl einen Schleier hätte, was ich stolz bejahte.
Jedenfalls litt meine Mutter während der ganzen Zeremonie. Weil ihr, als sie die anderen Mädchen mit ihren schönen, langen Schleiern vor ihr sitzen sah, es wie Schuppen vor die Augen fiel. Mein Schleier war zwar ein Schleier, Aber keiner, den man auf den Kopf setzt, sondern auf die Kerze steckt. Ich trug also einen Schleier, der nicht einmal meine Ohren bedeckte.
So weit so gut.
Für mich war das kein peinlicher Moment. Ich fühlte mich trotz Kerzenschleiers auf dem Kopf fromm und heilig.
Eine weitere Peinlichkeit passierte einer Freundin.
Es war vor einigen Jahren. Bei uns gibt es einen Kunsthandwerk-Markt der immer am letzten Samstag im Oktober stattfindet.
So lang ich denken kann, ist es an diesem Tag immer kalt und regnerisch oder es schneit überhaupt schon.
Jedenfalls hatte die Freundin am Tag zuvor das erste mal eine Strumpfhose unter den Jeans getragen. Am Tag des Marktes hatte sie es eilig, zog schnell Strumpfhose und Jeans drüber und machte sich auf den Weg zum Markt. Nun ist es so, dass auf diesem Markt einfach jeder da ist. Nicht nur Leute vom Ort, sondern auch die Einwohner der Nachbargemeinden.
Und die Freundin zog ihre Runden. Von einem Stand zum anderen. Blieb stehen, redete mit Leuten, die sie kannte, trank da und dort was, und war guter Dinge. Es war ihr nicht kalt, sie trug ja Strumpfhose und Jeans, einen warmen Pullover und eine Winterjacke. Sie kaufte auch einiges. Glaskugeln in verschiedenen Rottönen, eine Glasschale und ein Windspiel.
Sie war schon unterwegs zu ihrem Auto nach einem Nachmittag kurzweiliger Unterhaltung, als ihr eine Bekannte zurief, sie solle kurz warten.
Und sie wartete. Was sie dann erfuhr, ließ ihr das Blut in den Adern gefrieren.
„Dir hängt da hinten eine Strumpfhose raus“, sagte die Bekannte.
Da hinten hing eine Strumpfhose nicht nur ein klein wenig raus. Da hinten hing ein brauner Strumpfhosenschlauch lang wie eine Königspython wie eine Schleppe aus ihrem Hosenbein. Mittlerweile durchfeuchtet und dreckig von all dem Regen.
Es war die Strumpfhose, die sie am Vortag unter den Jeans getragen hatte.
Die Freundin schnappte blitzschnell den Nylonschleier, verstaute das Ende in ihrer Winterjacke und lief wortlos und geschockt zu zum Auto.
Zu Hause dann der Anruf.
„Hallo, ich bin’s. Ich hab gesehen, wie du aus dem Auto gestiegen bist und hab dir zugerufen. Du hast mich aber nicht gehört. Wollte dir nur sagen, dass dir hinten die Strumpfhose raushängt!"
Das Peinlichstes, das ich je gesehen habe, passierte in einem italienischen Lokal in St.Albans.
Ich war mit Cedric, einem Kollegen dort. Neben uns saß die Belegschaft, vermutlich eines Büros, mit einer schicken, blonden, toll gestylten Lady um die vierzig.
Sie stand auf, ging zur Toilette, ihre high heels rhythmisch klappernd, Kopf hoch, selbstbewusst, die Tasche lässig am Arm, die Blicke der Männer hinter sich herziehend.
So kam sie auch wieder zurück. Ever so cool.
Nur dass sie nun statt der Blicke der Männer ein weißes Band hinter sich herzog. Das Ende einer Klopapierrolle hatte sich in ihrem Höschen oder sonst wo verfangen.
Ich saß da wie gelähmt. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich lachte oder nicht. Ich sehe noch immer dieses weiße Band. Ein weißes Band quer durch das ganze Lokal,
Die ganze Belegschaft sprachlos. Erst als der Kellner herbei eilte und ihr etwas ins Ohr flüsterte, schrie sie, „How embarrassing!“ Sie verlor fast das Gleichgewicht, als sie sich das Klopapier herunter riss.
Nach einigen Minuten merkte man, dass alle Anwesenden nur über das eine Thema redeten. Die Lady war nicht mehr da. Sie hatte sofort das Restaurant verlassen. DenKopf etwas weniger hoch, die Tasche etwas weniger lässig, ihr high heels hektisch klappernd, die Blicke der Männer hinter sich lassend. Nur das weiße Band erinnerte an ihre Anwesenheit.

Leitet sich das Wort embarrassing eigentlich von bare ass ab?

Donnerstag, April 27, 2006

mad cacophony of flavours



Vergiss das Zählen von Kalorien wenn du abnehmen willst.
Das bringt gar nichts. Die neueste Erkenntnis, so las ich im Wartezimmer des Zahnarztes unlängst in einem dieser Magazine, stammt von Dr. David Katz, Professor an der Yale university. Man hört zu essen auf, so sagt er, wenn das Appetitzentrum unseres Gehirns bemerkt, dass man „voll“ ist.
Wenn man also Dinge isst, die sehr unterschiedlich schmecken, dann kennt sich dieses Zentrum anscheinend nicht mehr aus, es werden zu viele Sensoren stimuliert und das Gehirn ist überfordert durch all diese Meldungen, die es bekommt. Eine Art „Missklang“ oder „Supergau“ im Appetitzentrum.
Und dadurch werden wir alle übergewichtig.
Ist das nicht wunderbar?
Und wissenschaftlich bewiesen. Dank Professor Katz.
Bis jetzt glaubte ich immer, wir werden dick, weil wir zuviel essen. Wie konnte ich nur? Der Herr Professor ist der Meinung, wenn wir an einem Tag nur Fisch essen, oder Schokolade, können wir soviel davon essen wie wir wollen. Weil unser Körper weiß ganz genau, wann genug ist und falls er es doch nicht bemerkt, dann sofort meldet sich das Appetitzentrum und befiehlt ihm, aufzuhören. Und dann hörst du auf. Vielleicht schon nach der fünften Forelle oder der zehnten Tafel Sahne-Nougat.
Im Gegensatz dazu, kannst du, wenn du alles mögliche an einem Tag isst, nicht mehr aufhören, weil das Zentrum da oben sich nimmer auskennt und restlos überfordert ist mit all den Gewürzen und Geschmäckern, und du isst und isst und isst bis du platzt.
Ich werde das ausprobieren.
Wenn ich das nächste Mal essen gehe, werde ich mir kein Filetsteak mit Kartoffeln, Gemüse und gemischtem Salat bestellen, sondern nur vier Filets. Die Beilagen lasse ich weg, dafür esse ich vielleicht ein Dessert.
Aber keinen Eisbecher mit fünf verschiedenen Eissorten, Himbeeren, Schokosauce, Schlagobers und Waffeln. Nur Vanilleeis oder – noch besser - nur Schlagobers.
Nein, ich will abnehmen schon während des Essens.
Ich nehme ein Glas mit Eiswürfeln, Herr Ober. Ohne Cola, bitte.

Mittwoch, April 26, 2006

rainer maria rilke


Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
An der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,
greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigen's.
Unvermutet siehst du seinen Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

Montag, April 24, 2006

non je ne regrette rien

Da ist dieser große Mercedes und dahinter der Chrysler, zwischen drinnen ich, der kleine Clio. Ich bekomm schon klaustrophobische Zustände.
Wie wird das nun enden, wenn sie mich da hinausmanövrieren muss?
Wie oft schon habe ich ihr zu verstehen gegeben, beim Rückwärts fahren in die Außenspiegel zu schauen.
Nein, sie schaut entweder in den Rückspiegel oder dreht sich halb um, Richtung Beifahrersitz, halb verrenkt, hat niemals meine linke Seite im Auge.
Bis jezt hab fast immer ausweichen können. Einmal nahm ich, eigentlich sie, an der Waschanlage den Schlauch mit. Er war in meinem linken Spiegel eingeklemmt, Ich hatte keine Chance, drehte und wand mich, quietschte, so laut ich konnte, als sie bremste. Das ging damals gerade noch gut.
Ich spüre es in meinen Felgen, dass heute was passiert. Ich sehe das schon kommen. Diese zwei Ungetüme an meiner rechten Seite. Sie starren mich an. Diese Straßenlaterne an meiner linken.
Eine Straßenlaterne ist ja größer als ein Randstein, oder? Eine Straßenlaterne ist groß. Die sieht doch jeder. Nur sie nicht.
Sie hat nur Augen für den Ami und den Deutschen da.
Und sie glaubt, ich werde das schon wieder hinkriegen. Mich gerade noch mal vorbeidrängeln am Laternenpfahl.
Sie startet, haut mir den Rückwärtsgang rein. So geht das nicht, Madame! So klein bin ich nun wieder auch nicht!
Siehst du denn nicht, dass sich das nicht ausgeht? Niemals!
Sie hat schon wieder ganz was anderes im Kopf. Wie immer! Nie bei der Sache, immer unkonzentriert. Kann sie nicht einmal etwas umsichtig sein?
Gott sei Dank, sie bremst mich ab.
Das wurde aber Zeit!
So, nun nach vor, schlag mich ein wenig nach links ein. Ich sagte, nach links, und vor!
Merde!
Was soll denn das?
Warum tut sie nie was ich sage?
Störrisches Weibsbild, störrisches.
Nach vor! Was machst du denn nun? Runter vom Gas und den ersten Gang rein!
Wieso machst du das Radio lauter? Du brauchst jetzt keine Musik! Pass lieber auf mich auf. Und auf die Laterne. Ich finde diese Laterne ja ganz nett. Aber ich will nicht mit ihr auf Tuchfühlung gehen!
Nein, das ist der falsche Gang. Der faaaaaaaalsche!
Quiiiiiiiiiiieuxiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiquiiiiiiiiiiiiizzzzzzzzzzchhhhhhhhhh!
Mon dieu!
Auaaaaaaaaaaaaahhhhh!
Fahr bitte nach vor, langsam. Ich bin zerkratzt, ordentlich. Ich habe eine Schramme. Ich spüre es genau. Sie ist groß, die Abschürfung. Sie tut weh!
Was tust du denn? Du kannst nicht noch weiter zurück fahren!
Nein!
Auaaaaahhhh!
Mein linke Seite ist hin. Ich spüre es. Alles eingedrückt.
Merde, tut das weh!
Ich muss zum Mechaniker. Auf der Stelle.
Fahr nun ja zum Mechaniker.
Auaaaaaaaaaaaaa!
Kannst du meine Tür nicht behutsam aufmachen?
Langsamer! Ich bin verletzt, zerschrammt, eingedrückt, aufgeschlagen.
Nun schau mich nicht so an. Tut dir irgendwas weh? Dir tut gar nichts weh.
Ich bin nicht schuld! Du hast nicht aufgepasst.
Und was sagte ich heute morgen?
Lass mich in der Garage, sagte ich.
Aber nein, du musstest ja unbedingt. Ich war heute sowieso nicht in Stimmung, herumzufahren. Auf mich wird ja nie Rücksicht genommen.
Schau mich nicht so an! Ich kenne diesen Blick.
So hast du meinen Vorgänger auch angesehen, bevor du dich seiner entledigt hast. Aber mit mir nicht, Madame.
Ich habe Schmerzen. Vielleicht könntest du mal an mich denken und nicht immer an dich.
Wir fahren nun sofort zum Mechaniker.
Und wehe, du bist knauserig. Ich will noch im Frühling wieder so aussehen wie heute morgen. Glänzend, frisch, glatt. Ohne Schrammen und Beulen.
Du brauchst diesen neuen Clio da drüben gar nicht so begehrlich anschauen. Rot ist sowieso nicht deine Farbe.
Ich war immer für dich da.
Habe ich je gejammert, wenn du mich im Schnee hast versinken lassen?
Habe ich dich je im Stich gelassen, wenn du wieder mal zu spät aufgestanden bist?
Ich bin immer angesprungen, immer!
Ich habe nie aufgemuckst, mich immer gefügt, mich dir immer untergeordnet.
Du hast dich für mich entschieden, und ich erwarte, dass du mir die Treue hältst. In guten wie in bösen Tagen.
Und heute ist für mich gar kein guter Tag.
So wie ich dir beistehe, wirst du nun mir beistehen. Klar? Und jammere nun nicht wegen der 1600 Euro, die du für mich bezahlen musst.
Dann fährst du halt in diesem Sommer mit mir weg. Ist nicht notwendig, dass du jedes Jahr mehrmals irgendwo hinfliegst.
Ich brauch auch mal Urlaub. Nach diesem langen Winter habe ich mir den Urlaub redlich verdient.
Wir fahren diesen Sommer in meine Heimat.
In den Süden, in die Wärme.
Wir machen das ganz gemütlich, bleiben, wo es uns gefällt, du darfst auf bei mir auf dem Rücksitz schlafen. Nur wir beide, sonst niemand. Wir werden durch die Wiesen fahren, entlang der Küste. Du wirst französischen Wein trinken und ich französische Luft atmen.
Wir können auch nach Paris, fahren, wenn du dir das zutraust. Auf dem Place de la Concorde die Runden drehen, oder durch die kleinen Gassen fahren.
Oh, wie schön!
Lass mich ein wenig träumen. Wenn ich träume, vergesse ich die Schrammen, die Beulen, die Schmerzen.
Und mach die Musik lauter. Ich liebe dieses Lied.

Non, rien de rien,
Non, je ne regrette rien
Ni le bien qu`on m`a fait,
Ni le maltout
Ca m`est bien egal
Non, rien de rien,
Non, je ne regrette rien
C`est paye,
Balaye, Oublie,
Je me fous du passe

Sonntag, April 23, 2006

zwiebel fisch und curry

Körper- und Mundgeruch sind Tabu-Themen.
Wer fragt schon seinen Kollegen: „Sag mal, verwendest du eigentlich ein Deo?“
Wir riechen alle irgendwann.
Vor allem wenn wir am Abend zuvor unsere Geschmacksknospen mit Fisch, Knoblauch, Curry oder Zwiebeln verwöhnt haben.
Da riechen wir dann zwei Tage danach. Und nicht nur aus dem Mund.
Deshalb gibt es auch all diese Kaugummis in allen Geschmacksrichtungen, die Zahnpasten, -gels, -seiden, Pfefferminzzuckerl, Mundwässerchen, Pastillen.
Es gab eine Kollegin, die jeden Tag„roch“. Sie roch nicht nur, das ganze Zimmer stank. Nach Schweiß. Penetrant.
Du betrittst den Raum und es reicht dir. Wie kann man schon am Morgen verschwitzt riechen?
Bei ihr lag das an den dicken Pullovern, die sie auf nackter Haut trug und nicht regelmäßig wechselte.
Jeder rümpfte die Nase, niemand sagte etwas. Nur sie schien nichts zu merken.
Dann gab es den Briefträger, der die Tageszeitung ständig unter seiner verschwitzten Uniform-Achselhöhle trug. Es war mir nicht möglich, die Zeitung ins Haus zu tragen geschweige denn einen Artikel zu lesen. Sie wanderte ohne Umschweife in den Altpapier-Container.
Hätte ich zum Briefträger sagen sollen: „Bitte berühren Sie meine Zeitung nur mit den Händen?
Sie ist immer so zerknittert weil Sie sie unter ihren Achseln einzwicken.“
Oder hätte ich ihm sagen sollen; „Ziehen Sie endlich diese Uniformjacke aus. Das hellblaue Hemd passt besser zu Ihren Augen?“
Ich sagte gar nichts und bestellte die Zeitung ab.
Erst nachdem der Briefträger in Pension gegangen war, abonnierte ich sie wieder.
Wie merken wir also nun, wenn wir aus dem Mund riechen?
Es gibt sichere Hinweise, die jeder beachten sollte, wenn er mit jemandem redet:
Dein Gegenüber riecht mehrmals an seinen Achselhöhlen
Dein Gegenüber hält sich die Hand vor Nase und/oder Gesicht.
Dein Gegenüber atmet öfter aus als ein.
Dein Gegenüber hält den Atem an.
Dein Gegenüber geht während des Gesprächs einen Schritt zurück.
Dein Gegenüber bietet dir einen Kaugummi an, sobald du in seine Nähe kommst.
Dein Gegenüber schaut ständig über seine Schulter oder wendet sich von dir ab.
Dein Gegenüber fächelt sich Luft zu obwohl es gar nicht heiß ist.
Wenn dir das bekannt vorkommt, solltest du eine Zahnbürste, Zahnpasta und Mundwasser in deiner Tasche zu haben.
Ich an deiner Stelle würde zum Arzt gehen.
Der dann herausfindet, was dir fehlt.
Dir Tabletten gibt, deine Ernährung umstellt.
Wenn gar nichts hilft, vielleicht eine Art Filter einbaut.
Und ich bitte dich, nimm den Kaugummi, den ich dir anbiete.

Freitag, April 21, 2006

unter-brech-ung

Etwas, was ich nicht ausstehen kann, sind Leute, die einen ständig unterbrechen.
Sie meinen, dass das, was sie zu sagen haben, so wichtig ist, dass sie es sofort sagen müssen.
Jeder kennt die Situation. Du bist gerade mitten in einem Gespräch mit einer Freundin.
Euer beiden Augen glänzen, ihr geht ganz auf in dem Gespräch, wild gestikulierend, konzentriert, mit roten Gesichtern vom Lachen und vor Aufregung.
Du ringst um das richtige Wort, den passenden Satz. Dein Reden wird begleitet von verschiedensten Geräuschen wie hmmm…ohhhhhhhhhh….uiiiiiiiiiiiiii - und wenn man genau schaut, das heißt, wenn man im Gegenlicht genau schauen würde, sähe man den feinen Sprühregen, der die Worte, die aus eurem Mund quellen, drängen, plumpsen, fallen und sausen, begleiten.
Auf einmal, ohne Vorwarnung, kommt diese Person auf euch zu, öffnet ihren Mund ohne Vorwarnung und redet. Sie redet, ohne mit der Wimper zu zucken. So, als sei es das Selbstverständlichste der Welt, so als ob ihr beiden nur gelangweilt nasebohrend oder däumchendrehen herumstehen würdet.
Diese Person hält es nicht für notwendig, ein „Entschuldigt bitte“ oder „Darf ich mal kurz unterbrechen, bitte“ zu äußern, geschweige denn zu warten, bis man den Satz beendet hat.
Das wirklich Schlimme daran ist, dass diese Person auch nicht dazulernt. Ich habe schon alles ausprobiert. Ich habe höflich und zuvorkommend gesagt, sie solle ein wenig warten. Ich habe sie ziemlich bestimmt darauf hingewiesen, dass es nun gerade nicht geht und ich beschäftigt bin. Ich habe manchmal sehr ungehalten reagiert und sie einmal sogar total ignoriert.
Aber es scheint nichts zu nützen. Bereits am nächsten Tag dasselbe.
Heute zum Beispiel.
Ich war gerade dabei, Lo mein neues Paar Schuhe zu beschreiben, hatte gerade das Wort „purpurrot“ gesagt und wollte weiter reden, als diese Person aus dem Nichts auftaucht, mit lauter Stimme unterbricht, schreit, sodass mein Trommelfell fast platzt.
„Oh, meine Cousine hat sich auch gerade solche Schuhe gekauft. Sie ist ja so ein Schuhfreak, sie besitzt 82 Paar. Und wisst ihr, diese purpurroten Schuhe passen genau zu diesem Abendkleid, das sie sich von einer Schneiderin in Wien entwerfen hat lassen. Und es war gar nicht teuer. Nicht mal 1000 Euro. Dabei hat die Schneiderin sie von Kopf bis Fuß vermessen, und stellt euch vor, einen Silikonabdruck machen lassen und diesen Abdruck von ihrem Körper, stellt euch so was vor, nach Paris geschickt. Dort gibt es einen Designer, der fertigt diese Kleiderpuppen an….wie heißen die nur, egal…jedenfalls….das Kleid sitzt wie eine zweite Haut….mein Gott, sie ist so hübsch, meine Cousine Selma. Sie wohnt in Knittelfeld und ich hab sie vorige Woche besucht. Sie ist wirklich cool, meine Lieblingscousine. Ihr würdet sie sicherlich mögen. Sie ist in eurem Alter.“
Ich war geschockt. Ich wollte schon sagen, „Halt deinen Mund, wen interessiert deine Cousine?“ – und – „Wie kommst du dazu, mich zu langweilen und mir drei Minuten meines Lebens zu stehlen mit Geschichten über deine Knittelfelder Cousine, die mich nicht interessiert und ihr purpurfarbenes Silikonkleid interessiert mich schon gar nicht. Aber ich besann mich, fragte, „Wo ist Knittelfeld?“ und zog von dannen.
Wie kommt es, dass manche Leute so ungeduldig sind, dass sie keine Zeit haben, zu warten?Nicht mal für einige Sekunden?
Ich vermute, es hat mit Dummheit zu tun.
Ich will nicht behaupten, dass ich nicht auch manchmal dazu neige, jemanden zu unterbrechen; vor allem wenn meine Freundin Christina zwanzig Minuten lang die Inhaltsangabe des Films, den ich schon drei Mal gesehen habe, erzählt.
Lo und ich reden auch immer zur selben Zeit. Aber daran sind wir schon gewöhnt.
Doch niemals, nie im Leben käme ich auf die Idee, jemanden, der gerade telefoniert, zu unterbrechen.
Es gibt natürlich Momente im Leben, in denen man jemanden unterbrechen muss.
Wenn der Herr, der über dir wohnt unten im Garten gerade mit dem Hausmeister über den nicht enden wollenden Winter diskutiert, und es bereits von deiner Decke tropft, weil der Schlauch seiner Waschmaschine geplatzt ist, dann zögere nicht, laut schreiend die beiden zu unterbrechen und dem Herrn, der über dir wohnt, mitzuteilen, dass die Feuerwehr, die gerade anrückt, nun gleich seine Wohnung auspumpen wird. Und dass es günstig sei, das Gespräch nun zu unterbrechen und den Wasserhahn zuzudrehen.

Aber nun zu dir.
Ja, zu dir.
Du weißt genau, dass ich dich meine.
Halt endlich den Mund und warte, bist du dran bist.
Ich habe Besseres zu tun als mir deine Geschichten anzuhören.
Lern mal, was sich gehört, sei geduldig und unterlass es, mich ständig zu unterbrechen mit Unwichtigem.
Es kann nämlich sein, dass das, was ich gerade tue, wirklich wichtig ist.

Donnerstag, April 20, 2006

free screensaver

This text has to be in English as I want you, my Dear Friend Jim in Washington D.C., to understand it.
You were the one that inspired me to write about it by sending me the link to the Stendhal syndrome that people who queue up – line up, as you say - at the Uffizi, could get.
Uffizi are Uffizien in German, Jim.
I really wanted to visit the Uffizi this time.
The first time when I was in Florence, I had a good excuse not to do so. My son was only two years old then and everyone would understand that you cannot queue up for hours no matter how important the event is, unless you are a Brit. And I do not have much of a Brit. Not when it comes to queuing up for ages and not when it comes to … Sorry, that is not the topic.
This year I had no excuse excuse at all. My son is not two anymore. I really wanted to to see the gallery. I mean, who visits Florence without seeing all the wonderful masterpieces of Florentine art? On Tuesday I decided to go for it. In my bag there was a waterbottle and some fruit, my feet were stuck in comfortable trainers and ……………
F***
That’s just useless…
See, Jim?
I really tried. I did, didn’t I?
It is impossible. I feel like one of my students writing a text in English. And you over there reading it with the eagle’s eye. This is humiliating.

Let me offer you something.
I will highlight the passages that are important for you, Jim.

Well, not highlight, rather lowlight them in a decent light-grey – or gray, as you say – just like the colour – or color, as you say – of your socks you are wearing at work.
I will try my very best.
I promise.

Dieses Mal wollte ich es wirklich tun. Koste es, was es wolle.
Ich hatte es mir schon die Tage zuvor fest vorgenommen. Man fährt nicht nach Florenz ohne die Uffizien zu sehen. Das gibt es nicht. Ich meine, das erste Mal, als ich in der Stadt war, hatte ich ja einen Grund, mich nicht anzustellen. Mein Sohn war zwei Jahre alt und wir waren auch nur für einen Tag in der Stadt. Die Warteschlange war unendlich lang und da ich keine Britin bin, kam mir es überhaupt nicht in den Sinn, mich anzustellen.
Jedenfalls nicht drei Stunden lang.
The Brits form an orderly queue, even when they are alone, sagte irgendein berühmter Mann.
Aber dieses Mal war es anders. Dieses Mal wollte ich wirklich. Mein Sohn ist nicht mehr zwei Jahre alt und ich hatte keine Ausrede mehr. Am Dienstag war es soweit. Ich nahm den leichten Rucksack, eine große Flasche Wasser, etwas Obst und zog die bequemen Schuhe an.
Jim, nothing new so far. This German text is almost identical to the first passage in English.
Now I do recommend to only concentrate on the lowlighted – or is it lowlit? – passages.

Aber ich schaffte es nicht. Mir schien, als ob die Warteschlange noch länger war als bei meinem ersten Besuch. Sie wollte kein Ende nehmen. Das Schlimme daran war, dass es mehrere Warteschlangen gab. Eine vor der Tür, an der man die Eintrittskarten kauften musste, eine am Haupteingang, und eine am Nebeneingang.
Und diese drei Riesenschlangen vereinigten an ihren Enden hin zu einer großen, dicken fetten Riesen-Riesenschlange. Sogar zu beiden Seiten der Ponte Vecchio Brücke - Ponte Vecchio Bridge - dehnte sich ihr fettes Ende aus. Eigentlich war es ja gar keine Schlange wenn man die Form ansah. Das Ende einer Schlange verjüngt sich ja. Aber diese Schlange war an ihrem Ende viermal so breit wie an ihrem Anfang.
Die Schlange an sich war interessant. Wenn man nicht sich nicht in ihr befand, sondern sie von außen betrachtete.
Ganz vorne standen die Leute in Reih und Glied, ja, fast in Zweierreihe Sie sagten fast nichts, und wenn, dann murmelten sie leise. Sie wirkten apathisch, wie in Trance.
Ich habe keine Ahnung, ob die Leute zu müde waren, sich zu unterhalten oder ob ihre Aufmerksamkeit durch die Aussicht, nun endlich die ersehnten Hallen betreten zu dürfen, größer war. Es kann ja auch sein, dass sie unter dem Stendhal Syndrom litten, das mir mein Dear Friend Jim beschrieben hat, und kurz davor waren, in Ohnmacht zu fallen.
Es ist sowieso besser, im Freien in Ohnmacht zu fallen als beim Anblick eines Giotto oder Botticelli.
Je weiter man sich dem Ende der Schlange näherte, also da, wo sich das Schlangendelta zu einer einzigen Uffizienschlange vereinigte, desto mehr nahm sie das Aussehen eines Kirchtags oder Marktes an.
Unzählige Händler hatten inmitten der wartenden Touristen hatten riesige Decken ausgebreitet. Auf ihnen die Fälschungen von Armani, Gucci und Prada in Form von Handtaschen, Uhren, Sonnenbrillen.
Eine amerikanische Lady im Hahnentritt-Blazer und roten Rock war gerade dabei, die Gucci-Tasche zu bezahlen, als sie ihr der Händler aus der Hand riss, auf seine Decke warf, diese zusammenraffte und tief in der Kirchtagsschlange untertauchte.
Grund dafür war, dass berittene Carabinieri aufgetaucht waren. Nach drei Minuten waren die Carabinieri außerhalb und die Händler wiederum innerhalb der Schlange und alles war wie zuvor.
Die amerikanische Lady wollte nun nichts mehr kaufen. Obwohl sich der Verkäufer alle Mühe gab.
Ich war also nicht in den Uffizien.
Stattdessen kaufte ich mir zwei Paar Schuhe.
It is a must buying shoes in Italy, isn’t it? Und danach saß ich in der Sonne und trank Kaffee.
Ich komme sicherlich mal wieder nach Florenz. Das nächste Mal fahre ich außerhalb der Saison. Dann, wenn keine Touristen dort sind. Wie jetzt bei uns im Schidorf. Wie wunderbar. Die Cafes und Geschäfte ruhig. Keine Autoschlangen, keine Warteschlangen in den Geschäften.
Klar, ist ja nicht möglich. Die Schlangen sind vor den Uffizien. Und wie mir scheint, sind sie gewachsen und haben sich an ihren Enden leicht verbreitert.

Well, Jim. I have not been to the Uffizi.
But I told you in my e-mail, didn’t I?
So this text is just about the fact that I have not been to the Uffzi. Although I wanted to go there. There is nothing more about in this text. Ok, I also wrote that I bought two pairs of shoes instead, but I also told you in my e-mail. Didn’t I? I forgot to mention this American lady. But you know how American ladies are, don’t you?
So there is no need telling you about them.
Oh yes, and I wrote about the long queue in front of the Uffizi. But I also told you about that in my e-mail, didn’t I?
So the text is just about that. And you know, this German, with all its long words. One just cannot keep it nice and simple. One always has to construct long and complicated sentences with little meaning.
In short, the German text above would read in English:

I was not at the Uffizi as the queue was even longer than last time when I had not been at the Uffizi as the queue had been so long.

By the way, Jim, the picture that you can see at the beginning of the text, is for you. Just for you! You are allowed to download and use it as a screensaver. All for free!

I took it just round the corner of the Uffizi.




Mittwoch, April 19, 2006

cowardice


I found this quote here :

"When a thousand, a million men, a thousand cities, fail to protect themselves against the domination of one man, this cannot be called cowardly, for cowardice does not sink to such a depth."
Étienne de La Boétie

Dienstag, April 18, 2006

mein kleiner grüner kaktus


Ich bin stolz darauf, fast immer das richtige Geschenk zu finden.
Irgendwie gelingt es mir, dass der oder die Beschenkte mir freudestrahlend mitteilt – Oh, das hab ich mir schon so lange gewünscht.
So wie gestern, als meine kleine Nichte im Osternest rosarote Ballettschuhe fand, erstanden vor einigen Wochen bei Eduscho für 9.99 Euro.
Das Gesicht meiner Schwester erhellte sich, als sie von mir zu ihrem runden Geburtstag ein Wellness-Wochenende – natürlich gemeinsam mit mir – geschenkt bekam. Ein Wohlfühl-Package mit Ziegenmilchbad und Rosenblüten, Intuitiv-Sensitiv-Massage mit Aromaölen, und eine Cleopatrapackung.
Ich kaufe auch oft Bücher, um sie zu verschenken.
Dabei vermeide ich es, in der Schnäppchenabteilung zu stöbern. Ich suche bewusst die Bücher, die im letzten Eck stehen.
Unlängst durchstreifte ich ein Buchgeschäft auf der Suche nach einem Buch für meinen Neffen.
Plötzlich vor mir ein riesiger Tisch mit dem Letzten, Neuesten, Besten, mit den Büchern, die jeder in seinem Regal stehen haben will und muss. Die, die einfach jeder braucht, um in zu sein.
Wer nun glaubt, dass auf diesem Büchertisch Kochbücher von Jamie Oliver, Johann Lafer oder Jörg Wörther zu finden waren, irrt.
Es waren auch nicht die Bücher der Bestsellerlisten von News, Spiegel oder DerStandard. Auch nicht die letzten Erkenntnisse, wie man in einer Woche lernt, ein Bewerbungsgespräch erfolgreich zu führen, keine Literaturempfehlungen von Marcel Reich-Ranicki oder Biographien von Udo Jürgens oder Heiner Lauterbach.
Auch nicht diese kleinen Mama’s-little-helper-Bücher wie „Pflücke den Tag“, „Kleine Geschenke selbstgemacht“ oder „Wege aus der Krise“.
Nein. Es waren Bücher sonder Zahl zu ein und demselben Thema. Ein riesiger Stapel von billigen Ausgaben mit nur einem Wort auf dem Umschlag. Sex? Aber nein. Diät? Auch nicht.
Sudoko? Ja. Sudoko.
Ein Sudoko-Büchlein als Geschenk.
Wie kann man nur.
Da kann ich ja gleich ein Kreuzworthefterl von Bastei-Lübbe kaufen.
Wer schenkt solche Bücher, und vor allem, wem? Deine Oma freut sich vielleicht darüber, wenn du ihr zusätzlich zum Blumenstrauß so ein Buch mitbringst.
Das ist doch kein richtiges Geschenk, das kann höchstens ein Mitbringsel sein, mehr doch nicht. Ein Sudoko-Buch ist ein Eigentlich-bist-du-etwas-langweilig-Geschenk.
Es ist jedenfalls kein Geschenk, das ausdrückt, dass dir der oder die Beschenkte am Herzen liegt oder dass du dir Gedanken gemacht hast.
Ich wäre wirklich grantig, bekäme ich so ein Buch. Weil es bedeutet, dass der jenige, der es mir gibt, es einfach so im Vorbeigehen mitgenommen hat, und sich nicht einmal eine Sekunde Zeit nahm, dieses Geschenk für mich auszusuchen.
Da lob ich mir doch den Kaktus, den ich vor einiger Zeit geschenkt bekam, als ich einige Freunde zum Essen einlud.
Mir ist durchaus bewusst, dass das Aussuchen dieses edlen Gewächses auch nicht länger als zwei Sekunden dauerte, und dass er im Vorübergehen im Baumarkt oder Lagerhaus seinen Weg in das Einkaufswagerl fand.
Aber wenigstens gedacht hat sich der Schenkende etwas.
Nicht was unbedingt Gutes, aber immerhin.
Vielleicht sollte ich vorischtiger sein in meinen Äußerungen?
Weniger direkt?
Ich werde darüber nachdenken.
Jedenfalls blüht der Kaktus.
Rosarot.

Montag, April 17, 2006

the silence of the lamb

Eigentlich wollte ich das Osterlamm erst morgen anschneiden. Oder gar nicht.
Es war so hübsch.
Mama hat es gebacken. Sie bäckt zu Ostern Osterlämmer. Ungefähr zehn. Und verschenkt sie dann. Niedlich anzusehen, diese schweigenden Lämmer auf grünem Ostergras, um den Hals ein goldenes Band mit einem Glockerl dran und Augen aus Anis.
Nun war ich unvorsichtig und habe mein Osterlamm im Auto am Rücksitz transportiert. Vermutlich fiel es in einer Kurve um und später dann vom Rücksitz.
Weil ich die Musik immer so laut aufgedreht habe, bemerkte ich gar nichts.
Ich hätte es anschnallen oder neben mir auf den Sitz stellen sollen.
Wenigstens bleibt mir nun der grausame Akt des Lamm-Schlachtens erspart.
Weil ich nie weiß, wie ich es angehen soll.
Ich kann doch nicht einfach dem Lamm den Kopf abschneiden. Das bringe ich nicht über’s Herz.
Allein der Anblick des blitzenden Messers, das sich bedrohlich dem staubzuckerweißen Lamm nähert, lässt mich schaudern.
Ich schneide das Lamm meistens hinten an. Kein schöner Anblick!
Und es scheint, dass das Lamm bemerkt, dass es amputiert wird.
Es sieht irgendwie traurig aus.
Ich habe auch schon mal als erstes die Unterseite abgeschnitten, in kleinen Scheiben.
Doch das gefiel mir auch nicht.
Am liebsten würde ich das Lamm gar nicht anschneiden oder sofort ganz aufessen. Nicht schneiden, nur runterbeißen. Mit geschlossenen Augen.
Doch das schaffe ich auch nicht. Erstens, weil es nicht schmeckt wenn man runterbeißt und mit geschlossenen Augen Osterlamm zu essen und Kaffee zu trinken kann ich nicht. Ich würde den Kaffee verschütten oder mich bekleckern.
Nun – dieses Jahr bleibt mir die Prozedur des Osterlamm-Schlachtens auf Grund des Unfalls erspart.
Das Lamm liegt in Krümeln am Boden des Autos, Hinterteil zerquetscht. Nur der Kopf ist noch ganz. Fast. Es fehlen die Augen und ein Ohr.
Ich habe die Krümel des Hinterteils über die Wiese gestreut, gleich der Asche einer Urne und den Kopf werde ich morgen zum Kaffee essen.
Etwas traurig bin ich schon.
Ich werde Buße tun.
Ich werde den Schokoladeosterhasen bis Pfingsten aufheben und ihm das Glockerl vom Osterlamm um den Hals hängen.

osterspaziergang

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche
durch des Frühlings holden belebenden Blick,
im Tale grünet Hoffnungsglück;
der alte Winter,
in seiner Schwäche,
zog sich in rauhe Berge zurück.
Von dort her sendet er, fliehend, nur
ohnmächtige Schauer körnigen Eises
in Streifen über die grünende Flur.
Aber die Sonne duldet kein Weißes,
überall regt sich Bildung und Streben,
alles will sie mit Farben beleben;
doch an Blumen fehlt's im Revier,
sie nimmt geputzte Menschen dafür.
Kehre dich um, von diesen Höhen
nach der Stadt zurückzusehen!
Aus dem hohlen, finstern Tor
dringt ein buntes Gewimmel hervor.
Jeder sonnt sich heute so gern.
Sie feiern die Auferstehung des Herrn,
denn sie sind selber auferstanden:
aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern,
aus Handwerks- und Gewerbesbanden,
aus dem Druck von Giebeln und Dächern,
aus den Straßen quetschender Enge,
aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht
sind sie alle ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie behend sich die Menge
durch die Gärten und Felder zerschlägt,
wie der Fluß in Breit und Länge
so manchen lustigen Nachen bewegt,
und, bis zum Sinken überladen,
entfernt sich dieser letzte Kahn.
Selbst von des Berges fernen Pfaden
blinken uns farbige Kleider an.
Ich höre schon des Dorfs Getümmel,
hier ist des Volkes wahrer Himmel,
zufrieden jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!
Johann Wolfgang von Goethe

Sonntag, April 16, 2006

housework songs

Unlängst zeigte mir meine Nachbarin, die Stewardess, dass sie in London eine Doppel-CD speziell für Hausarbeit, also das Putzen, gekauft hat.
Ach wie nett.
Ein Doppelalbum. Eine CD für die Frau und eine CD für den Mann.
Du kannst nun also tolle Musik hören während du das Klo putzt, den Rolläden abstaubst, den Spiegel polierst und den Boden schrubbst.
Die CD für den Mann heißt „Music to watch girls by“. Die für uns Frauen nennt sich „Housework Songs“.
Das sagt alles.
Ich war slightly amused und sicher, dass ich einige der Songs erraten würde.
Auf Anhieb fiel mir Freddie Mercurys “I want to break free” ein. Wer erinnert sich nicht an Freddie Mercury gekleidet wie deine Mama in den Tagen des Osterputzes?
Und? Es ist das erste Lied auf der CD!
Dann natürlich „I will survive“ von Gloria Gaynor.
The British girls' hymn at karaoke-hen-parties.
Andere Lieder, die das Putzen von Häusl, Flur und Bad zum unvergesslichen Erlebnis machen, sind “Manic Monday”, Girls just want to have fun”, “I think we’re alone now” und “Life is a rollercoaster”.
Doch dass ich auf „The closest thing to crazy“ von Katie Melua kam, ist mir ein Rätsel.
Auf der CD für den Mann finden wir „Superstar“, „Mr Big Stuff“, „Give it up“, „You sexy thing“ und „Easy Lover“.
Nicht sehr überraschend.
Irgendwie interessierte es mich, was andere Leute dazu sagen. Nicht die Profis - nein, die Konsumenten.
Also suchte ich die CD bei Amazon. Bei Amazon.de fand ich sie nicht, aber bei Amazon.com wurde ich fündig.
Und hier fand ich einige Reviews.
Das fand ich witzig.
“It’s the sonic equivalent of eating sand.”
“An interesting analogy, I thought. If you want a laugh, I suggest you check out the full list of reviews – that is, if you can find time in between re-lining your drawers and mopping the floor”.
Das wäre ein nettes Ostergeschenk gewesen.
Jetzt ist es zu spät.
Aber vielleicht gibt’s ja nach den Feiertagen bei Amazon eine CD, wenn eine Ehefrau, Mutter, Tante oder Freundin die CD doch nicht so gut findet.
Bis dahin werde ich nach wie vor während des Putzens „Das bisschen Haushalt schafft sich von allein“ und „Queen of the House“ hören.

Samstag, April 15, 2006

blunt

Ich bin zu Besuch bei meiner Schwester. Mama ist auch da.
Wir sitzen am Tisch, trinken Kaffee, essen Schokoladekuchen und tratschen.
Meine Nichte sitzt vor dem Fernseher drüben auf der Couch. James Blunt singt “Goodbye my lover”.
Meine Mutter hört auf zu reden, steht auf, setzt sich auf die Couch, dreht den Fernseher lauter und beginnt, mitzusingen.
Sie kennt weder James Blunt noch das Lied.
Aber sie singt mit.
Vermutlich weil sie James Blunt so entzückend findet.
Gleich darauf unterbricht sie ihren Gesang, seufzt und schaut zu uns und sagt: „Was für ein hübscher junger Mann“.
Wir warten nur noch auf den Satz - Ich hätte ja immer so gerne einen Buben gehabt. Aber sie singt bereits wieder mit.
Meine Schwester und ich sehen einander an.
Ich merke, dass sie den Kasten am liebsten ausschalten würde, aber ich schüttle den Kopf.
Also setzen wir uns zu Mama auf die Couch.
Er singt von einem Mädchen, das er liebt. Aber ich komme vom Gedanken nicht los, dass er von den Qualen des Nikotinentzugs singt.

Did I disappoint you or let you down?
Should I be feeling guilty or let the judges frown?'
Cause I saw the end before we'd begun,
Yes I saw you were blinded and I knew I had won.
So I took what's mine by eternal right.
Took your soul out into the night.
It may be over but it won't stop there,
I am here for you if you'd only care.
You touched my heart you touched my soul.
You changed my life and all my goals.
And love is blind and that I knew when,
My heart was blinded by you.
I know you well, I know your smell.
I've been addicted to you.
Goodbye my lover.
Goodbye my friend.
You have been the one.
You have been the one for me.
I am a dreamer but when I wake,
You can't break my spirit - it's my dreams you take.
I'd spend a lifetime with you.
And I love you, I swear that's true.
I cannot live without you.
Goodbye my lover.
Goodbye my friend.
You have been the one.
You have been the one for me.
I'm so hollow, baby,
I'm so hollow.
I'm so, I'm so, I'm so hollow.

Übrigens - "blunt": aus einer Zigarre hergestellter Joint

Freitag, April 14, 2006

firenze

Die Stadt liegt an den Hängen des tosko-emilianischen Apennins, in einer weiten Ebene, durch die der Arno fließt und die von Hügeln umgeben ist.





Im Jahre 59 v. Chr. wurde die römische Stadt gegründet, die den quadratischen Grundriss der Castra hatte.
Mit dem Einfall der Barbaren wurde Florenz von den Ostgoten besetzt, die die Stadt jedoch nicht bezwingen konnten.
Dann stand Florenz unter der Herrschaft der Byzantiner und der Goten.
Unter der Herrschaft der Langobarden (570) gelang es der Stadt, eine gewisse Autonomie zu bewahren,.
Um das Jahr Tausend begann der Aufschwung der Stadt. Es wurden neue religiöse und bürgerliche Gebäude errichtet; gleichzeitig blühten die Künste, die Literatur und der Handel immer mehr.
Im Jahre 1183 wurde Florenz zur freien Kommune. In jener Zeit begannen die ersten Auseinandersetzungen zwischen zwei Parteien, jene der Guelfen und jener der Gibellinen.
Im Jahre 1266 wurde Florenz unter Benevento guelfisch.
Es war die Zeit Dantes und des "Dolce stil nuovo", Giottos und Arnolfo di Cambios.
Im 15 Jhdt. setzte Florenz seinen Aufschwung fort, es war eine Handelsstadt, und die Wiege der italienischen und europäischen Kultur. Viele Familien - die Pitti, die Frescobaldi, die Strozzi, die Albizi - machten sich damals die Vorherrschaft in der Stadt streitig. Aus allen ragte sehr bald eine mächtige Familie von Bankiers, die der Medici, heraus, die bis zur ersten Hälfte des 18. Jhdts. regierte und Florenz zur führenden Stadt aufsteigen ließ.
Ein Zeitalter, das Leonardo da Vinci und Michelangelo hervorbrachte.
Im Jahre 1737 folgten auf die Medici die Lothringer, die fortfuhren, mit einer Politik des gemäßigten Liberalismus zu regieren.
Während des Risorgimento, der Zeit der italienischen Einigung, wurde die Toskana 1860 durch eine Volksabstimmung dem Königreich Italien angeschlossen.
Im zweiten Weltkrieg wurde Florenz stark zerstört.
Eine Überschwemmung im Jahre 1966 zog die Stadt stark in Mitleidenschaft.

Der Dom von Florenz ist Santa Maria del Fiore geweiht. Giovanni Vilani: "Und die Bürger kamen überein, die größte Kirche von Florenz zu erneuern, die nicht sehr elegant war und im Gegensatz zu solch einer Stadt; und sie gaben Anweisung, die Kirche größer zu machen, hinten zu verlängern und ganz aus Marmor zu machen und mit gemeißelten Figuren." Den zur Ausführung ausgeschriebenen Wettbewerb gewann 1420 Brunelleschi. 1436 wurde die Kathedrale eingeweiht.

Zahlreiche Künstler waren über Jahrhunderte an der Gestaltung des Domes beteiligt.
Die Fassade (19. Jhdt.) stammt von Emilio de Fabris.



Piazza della Signorina
Er gehört zu den schönsten Plätzen Italiens. Er wurde zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert geschaffen.
Der Platz wird vom massiven Komplex des Palazzo Vecchio,mit dem Turm von Arnolfo di Cambio beherrscht.
Am Eingang eine Kopie von Michelangelos David.

Der Neptunbrunnen - Biancone - ist eine prunkvolle Komposition von Skulpturen, die zwischen 1563 und 1575 geschaffen wurden. In der Mitte erhebt sich die Figur des Neptun von Ammanatis. Es scheint, als habe der Künstler sich an einer Skizze von Leonardo inspiriert. Die Bronzestatuen stellen die Flussallegorien von Faunen und Nymphen dar, auch ein Werk Ammanatis und einiger seiner jungen Mitarbeiter, darunter Giambologna.





Die Ponte Vecchio ist die älteste Brücke der Stadt, im Jahre 1345 von Neri die Fioravante im heutigen Aussehen erbaut, mit einer dreibogigen Struktur. Die Gebäude wurden im Laufe der Jahrhunderte ständig umgebaut. In der Mitte der Bögen steht eine Büste aus Bronze, die Benvenuto Cellini darstellt, ein Werk Raffaelo Romanellis (1900).
Oben, auf dem Bauwerk, führt an der Bergseite der Vasarianische Korridor vorbei, ein Verbindungsgang, den Vasari selbst errichtete und durch den man den Palazzo Pitti vom Palazzo Vecchio erreichen konnte. Die Läden links und rechts sind nach wie vor Goldwerkstätten.
Ponte Santa Trinita
Sie wurde von Bartolomeo Ammannati erbaut, der dabei Ratschläge von Michelangelo befolgte. Sie ist mit Statuen an den Brückenköpfen verziert: In Richtung Stadt steht der Frühling von Pietro Francavilla und rechts der Sommer von Caccini. Auf der anderen Seite befinden sich der Herbst, ebenfalls von Caccini und der Winter von Taddeo Landini.




Unser Hotel "Soggiorno La Pergola" in der Via della Pergola





Frühstück in der Zurito Bar





Dies und das
















Samstag, April 08, 2006

schließ deine augen

Leg dich entspannt auf den Rücken.
Schließ deine Augen.
Der Boden ist zu hart, ich hätte die rote Wolldecke nehmen sollen.
Ich glaub, ich schlaf gleich ein.
Entspann dich.
Da sticht mich was am Rücken. Fühlt sich wie eine Nadel an.
Deine Arme liegen locker neben deinem Körper.
Mein Nacken tut weh.
Du bist ganz entspannt, du beobachtest deinen Atem.
Ich hätte mein Handy ausschalten sollen.
Angerufen kann ich ja werden.
Wann geht der Zug nach Florenz?
Stell dir vor, über dir schwebt eine goldene Kugel.
Ich sehe mehrere schwarze Kugeln.
Dein Kopf hebt sich leicht, deine Schultern sind ganz locker.
Bin noch immer verspannt.
Atme ganz langsam ein und aus.
Ich kann auf einmal nicht mehr nicht atmen.
Links an der untersten Rippe sticht es.
Merke, wie du mit jedem Ausatmen entspannter wirst.
Tief einatmen. Das ist wichtig.
Deine Augen sind noch immer geschlossen.
Mir ist etwas schwindelig.
Ich sollte langsamer atmen.
Ich öffne die Augen ein ganz klein wenig.
Schiele auf die Uhr.
16.35.
Du bist nun ganz entspannt und fühlst dich wunderbar leicht.
Da am Knie tut es ein wenig weh.
Ich hoff, das hört gleich auf.
Atme nun tief ein und aus.
Merke, wie sich beim Einatmen dein Bauch hebt.
Die Hose ist zu eng.
Ich darf abends nichts mehr essen.
Vor allem diese Kekse nicht.
Atme noch einmal tief durch die Nase ein.
Mein linkes Nasenloch ist verstopft.
Atme nun tief durch den Mund aus.
Das ist die Alarmanlage von einem Auto.
Geräusche, die du hörst, lass an dir vorbei ziehen.
Mein Gott, dieses Piepsen nervt aber.
Atme nochmals tief ein - eins, zwei, drei, vier.
Und aus - eins, zwei, drei, vier.
Kann das meine Alarmanlage sein?
Habe ich überhaupt eine?
Merke, wie du immer entspannter und lockerer wirst.
Ich kann nun eh nix machen.
Ich bin nach wie vor schwindelig.
Vielleicht hätte ich doch die Kutscherposition einnehmen sollen.
Mein Rücken ist noch immer verspannt.
Merke, wie du mit jedem Atemzug mehr und mehr in die Entspannung sinkst.
Mein linkes Auge zuckt. Ich muss blinzeln.
16.39
Ich muss nun aufhören, zu denken.
Meinen Geist befreien.
Aber wie?
Ich kann nicht nichts denken.
Atme ruhig ein und aus, ein und aus.
Ich hab den Gürtel zu eng geschnallt.
Warum tickt die Uhr nicht mehr?
Stell dir noch einmal die goldene schwebende Kugel über dir vor.
Ich sehe noch immer die schwarzen Kugeln.
Du bist nun ganz entspannt, eins mit dir. Alle negativen Gedanken sind weg.
Ich höre, wie der Nachbar seine Lieblings-CD spielt. Celin Dion.
Mmmmm ... mmmmm ...
Mmmmmmmmmmmm
I get wings to fly
Oh, oh ... I’m alive ...
Yeah
Ich atme zu schnell.
Beruhige dich.
Noch immer höre ich die Alarmanlage.
Ich blinzle zur Uhr.
16.41
Doch nicht stehen geblieben.
Sei nicht so ungeduldig.
Befreie deinen Geist.
Handy läutet.
Soll ich ausschalten?
Lieber nicht.
Sicher wichtig.
Du bist nun ganz entspannt, tief entspannt.
Dein Körper ist warm und locker, deine Stirn angenehm kühl.
Ich sollte wirklich weiter machen.
Unsinn.
Bringt eh nix.
Hallo. Nein, du störst gar nicht.
Hab nur meditiert.
Wann kommen wir in Florenz an?

rest in peace



fast so wie da